• Walser Sagenweg, Triesenberg
    Die Skulpturen von Karin Gassner schmücken den Walser Sagenweg.  (Tatjana Schnalzger)

Auf den Spuren des Walsertums

Auf dem Walser Sagenweg können die von Karin Gassner kreierten Holzschnitzereien bestaunt werden und bei den unterschiedlichen interaktiven Posten gibt es Lehrreiches über die Walsergemeinde Triesenberg und ihre Geschichte zu erfahren.
Triesenberg. 

Auf dem Walser Sagenweg trifft man viele aus Holz geschnittene Gestalten an. Besonders beliebt sei das Eichhörnchen: «Die Kinder legen regelmässig Tannenzapfen hin, damit es nicht hungern muss», schmunzelt Künstlerin Karin Gassner. Der 2007 eröffnete Sagenweg bietet nebst den Holzskulpturen Einblicke in die Sagenkultur und in die Geschichte der Walsergemeinde Triesenberg. Dabei führt der erste Abschnitt vom Walsermuseum bis nach Masescha, von dort aus geht es weiter bis nach Rizlina und zu guter Letzt vom Spielplatz Stude wieder zurück zum anfänglichen Ausgangspunkt, dem Dorfzentrum.

Sagengestalten zum Anfassen
«Ich habe mich immer schon mit Handwerksarbeiten beschäftigt», erzählt die Künstlerin. Durch einen Kurs an der Kunstschule in Nendeln kam dann das Arbeiten mit Holz und Motorsäge dazu. Als wenig später das Projekt für den Walser Sagenweg initiiert wurde und man sich dafür entschied, mit natürlichen Materialien zu arbeiten, fiel die Wahl für die Skulpturen auf die Künstlerin, wie Gemeindemitarbeiter Franz Gassner berichtet. Die Ideen für die Figuren wurden inhaltlich aus den Sagen entnommen: So findet man beispielsweise den Riesen von Guflina auf dem Weg. Die grösseren Skulpturen wurden vor Ort verarbeitet, die kleineren konnte die Künstlerin zu Hause umsetzen: «Je nach Skulptur habe ich zwischen drei und 25 Arbeits- stunden investiert. Ich wollte mir Zeit lassen, denn wenn ein Teil einmal weg ist, ist er weg.» Die Idee des Sagenweges habe es schon lange gegeben. So habe man unter anderem mit Josef Eberle vom Walsermuseum und den zuständigen Försternzusammengearbeitet, um das Projekt auf die Füssezu stellen. «Wir wollten bestehende Wege nehmen

oder alte wieder erschliessen, aber grundsätzlich nicht unnötig in die Natur eingreifen», berichtetGassner. Start- und Endpunkt stellt das Walsermuseum dar, das thematisch zum Weg passt. Auf den Infotafeln findet man beispielsweise die Geschichte des lästigen Doggi, den man mit einem Drudenfuss an der Tür oder in Weihwasser getränkte Watte im Schlüsselloch fernhalten kann. «Nebst den Skulpturen und den Sagentafeln gibt es auch ein Spiel mit Tierspuren, die man zuordnen muss und eine Scheibe des . Dort kann man im ehemalig dicksten Baum aus Triesenberg die Altersringe anschauen», so Franz Gassner. Zusätzlich gibt es auch zwei Spielplätze, zwei Grillplätze, einen Vitaparcours und einenWaldlehrpark, bei dem man etwas über die einheimischen Bäume in den Wäldern erfahren kann. «Der Walser Sagenweg wird jeden Frühling überprüft und nach der Inspektion gibt es eine Eröffnung, die immer mit einer Ostereiersuche verbunden wird», so Gemeindearbeiter Gassner.

Ausweitung des Weges geplant
«Wenn man mit Kindern wandern geht, sind sie meist schnell gelangweilt. Man erzählt uns oft, dass sie auf dem Sagenweg vorangehen und neugierig nach den nächsten Posten Ausschau halten», so Gassner. Nebst dem Sagenfest, das mittlerweile auch zum traditionellen Rahmenprogramm des Sagenwegs geworden ist und dieses Jahr dank des guten Wetters erstmals im Freien durchgeführt werden konnte, kamen dieses Jahr schon zwei weitere Stationen auf dem Sagenweg dazu: Zum einen ein grosser Findling, zu dem man ein geologisches Gutachten erstellen liess, und zum anderen die Holzskulptur des «Guten Geistes». «Wir bekommen auch regelmässig Rückmeldungen von den Einwohnern, die Ideen für neue Stationen haben», so Gassner.

Auch wenn die Strecke jetzt schon einige Attraktionen beherbergt, sind weitere in der nahen Zukunft geplant. Auch eine Ausweitung des Weges steht zur Dis- kussion: «Die Sücka und über Kulm hinaus würde sich anbieten. Wir möchten den Weg erweitern, dass auch Leute, die den Weg schon kennen, etwas Neues erleben können», erzählt Gassner.

Ein Stück Walsertum in den Alltag bringen
Der Walser Sagenweg ist ein Projekt, das ein Stück der Triesenberger Geschichte zugänglich macht und durch die Holzskulpturen von Karin Gassner lebendig werden lässt. Auch wenn die Künstlerin wegen Handgelenkproblemen keine neuen Skulpturen mehr herstellen kann, habe sie Freude daran, dass das Projekt weiterlebt und stetig wächst. «Das Walsertum gehört zu unserer Tradition und wir sind entsprechend stolz darauf.» (lf)

23. Aug 2018 / 17:39
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