• Friedhof Triesen
    Albert Kindle, Triesner Gemeinderat und Vorsitzender der Friedhofskommission, vor den neuen Kolumbarien.  (Tatjana Schnalzger)

Zeitgemäss und anmutig zugleich

Weil der Platz immer knapper wurde, nahm Triesen im Frühjahr 2016 eine umfassende Neugestaltung des Friedhofs in Angriff. In wenigen Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dass sich die Mühen gelohnt haben, offenbart sich indes schon heute.

Die Zielgerade ist allmählich erreicht. September, womöglich auch Oktober, bis dahin dürften sich die Arbeiten auf dem Triesner Friedhof noch erstrecken, sagt Albert Kindle, Gemeinderat und Vorsitzender der Friedhofskommission. Also ganz so, wie es der Zeitplan von Beginn weg vorgesehen hat. Seit 2016 läuft die Neugestaltung des Areals an der Dorfstrasse. Das Projekt ist die Konsequenz aus dem zusehends knapper gewordenen Raum, der für Bestattungen zur Verfügung gestanden hatte. «Vor drei Jahren», erinnert sich Kindle, «stellte sich uns die Frage: ‹Was tun?›». Lediglich einige Gräber auflösen und so – ohne grossen Aufwand, aber nur kurzfristig – Platz schaffen? Oder eine umfassendere Lösung anpacken, die zwar mit mehr Arbeit und höheren Investitionen verbunden ist, dafür aber auf längere Sicht für eine Entspannung sorgt?

Neugestaltung statt Erweiterung
Bei der Gemeinde tendierte man klar zum zweiten Ansatz, hatte dadurch aber zugleich einen weiteren Grundsatzentscheid zu fällen: Erweiterung oder Umgestaltung? Die Durchführung einer Bedarfsanalyse, in die auch die Bevölkerung mit einbezogen wurde, sowie die Erstellung einer Planungsstudie schafften darauf hin auch diesbezüglich Klarheit. Demnach hätte eine gegen Westen hin prinzipiell mögliche Erweiterung in Gestalt einer weiteren Terrasse aus zwei Gründen wenig Sinn gemacht, wie Kindle erklärt. Zum einen verringere sich der Platzbedarf durch den unverkennbaren Trend weg von der Erd- hin zur Urnenbestattung ohnehin merklich. Zum anderen hätten doch viele Einwohner durchblicken lassen, lieber auf einer der bereits bestehenden Ebenen ihre letzte Ruhe finden zu wollen.

Urnennischen mit Lichtelementen
Auf dieser Basis genehmigte der Gemeinderat im Frühjahr 2016 einen Verpflichtungskredit zur etappenweisen Neugestaltung des Friedhofs in Höhe von 1,44 Millionen Franken mit einem Toleranzbereich von +/– 20 Prozent. «Die entsprechende Anordnung verschiedener Bestattungsarten gewährleistet die Aufrechterhaltung und Sicherstellung des nötigen Raums für die kommenden Jahrzehnte», hiess es in einer damals ausgesandten Pressemitteilung. Was das für das tatsächliche Erscheinungsbild bedeutet, ist auf dem Friedhofsgelände mittlerweile sehr gut ersichtlich. Zwei fertig gestellte Kolumbarien  – aneinandergereihte Urnennischen – fungieren als Blickfang aus rot-braun gefärbtem Beton. Die Lichtelemente, die in einigen der Nischen platziert wurden, sorgen in den Abend- und Nachtstunden nicht nur für bessere Sicht, sondern auch für eine besondere Atmosphäre. An einem dritten Kolumbarium entlang der östlichen Friedhofsmauer wird derzeit noch gearbeitet. In Summe werden letztlich rund 300 neue Nischenplätze geschaffen.

Auch der «Rosengarten» sticht ins Auge. Das neu geschaffene Gemeinschaftsgrab in Gestalt eines grossen Rosenbeets, das ein bis dato verwendetes Provisorium ablöst, ist letzte Ruhestätte für alle, die auf eine Beisetzung in einem Einzel- oder Familiengrab verzichten. Auf diese Weise finde die Bestattung zumindest auf geweihter Erde statt, erklärt Kindle. «Die Art und den Rahmen der Bestattung kann indes jeder selbst bestimmen.» Auch das Eingravieren des Namens der verstorbenen Person in einem der Steine, die das Grab begrenzen, ist lediglich ein Angebot und keine Pflicht.

Mehr «Luft» für Reihengräber
Vor dem Gemeinschaftsgrab zur Kirche hin wurden 54 Gräber aufgelöst, für welche die 20-jährige Grabruhe abgelaufen war. Bis im Herbst werden dort, wo gegenwärtig nur eine weitläufige Fläche braunen Erdreichs zu sehen ist, neue Felder für Reihengräber geschaffen. «Allerdings nicht mehr im gleichen Ausmass wie zuvor, die Fläche wird grosszügiger genutzt», sagt Kindle und verweist abermals auf die rückläufige Zahl der Erdbestattungen. Zudem werden die neuen Grabfelder mit einem Betonfundament unterlegt. Damit, erklärt der Vorsitzende der Friedhofskommission,  werde die Stabilität der Grabsteine erhöht, sprich: ein Absacken oder eine Schräglage verhindert.

Ferner tragen zum neuen Gesicht des Triesner Friedhofs auch vielfältige Renovierungsarbeiten, eine verbesserte Infrastruktur und ein die Seele des Ortes verstärkt zur Geltung bringendes Bepflanzungskonzept bei. Neben der Kirche präsentiert sich nun auch der daran anschliessende Friedhof komplett rollstuhlgerecht. Die Treppen, welche die verschiedenen Ebenen miteinander verbinden, sind neu mit Behindertenliften ausgestattet. LED-Beleuchtungen garantieren eine verbesserte Ausleuchtung des Geländes. In stilvoller Schlichtheit gehaltene Bänke laden zum Innehalten ein. Die Treppe am Hintereingang wurde saniert und mit einem Geländer versehen, das sich dort befindende Bildstöckchen saniert. Verwucherungen und wildes Nadelbaumallerlei sind verschwunden, formschöne Zypressen und anmutige Blumenelemente an ihre Stelle getreten.

Finanziell im Plan
So, wie man den Zeitplan einhalten wird können, wird man sich auch bei den Kosten am Ende innerhalb des abgesteckten Bereichs befinden. Laut Liegenschaftsverwalter Markus Frieser  sind zwar «noch einige weitere notwendige Ausgaben dazugekommen», die in der Planungsphase – nicht zuletzt wegen fehlender Erfahrungen – nicht absehbar gewesen seien. Aber genau für solche Fälle sei bei der Budgetierung ja ein gewisser Spielraum definiert worden. «Die Neugestaltung eines Friedhofs ist nun mal nichts Alltägliches.»
Am Ergebnis ist das nicht im Geringsten feststellbar. Das zeigen den Verantwortlichen nicht zuletzt die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die das Fortschreiten der Arbeiten seit Beginn mit wachem Blick begleitet. «Das Feedback von den Leuten fällt sehr positiv aus», berichtet Albert Kindle. «Der neue Friedhof gefällt ihnen gut.» (bo)

Fotostrecke: Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
Neugestaltung des Friedhof in Triesen
07. Jun 2018 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
17. November 2018 / 16:19
17. November 2018 / 16:38
17. November 2018 / 16:36
Meistkommentiert
08. November 2018 / 13:22
09. November 2018 / 10:11
14. November 2018 / 05:00
Aktuell
18. November 2018 / 05:01
18. November 2018 / 04:00
18. November 2018 / 02:25
18. November 2018 / 01:45
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
25.10.2018
Facebook
Top