• Die Streckenführung des Liechtenstein-Wegs von der unteren bis zur oberen Burg Schellenberg.  (Screenshot)

Viele ruhige Stellen in Schellenberg

Am 26. Mai wird der landesweite «Liechtenstein-Weg» eröffnet. Im Rahmen der #näherdran-Reihe werden hier die Stationen in Schellenberg skizziert.
Jubiläum. 

Auf dem 75 Kilometer langen Liechtenstein-Weg, der anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums realisiert wird und durch alle Gemeinden führt, können 147 sogenannte Erlebnisstationen erkundet werden. «Wir haben Orte gesucht, wo man noch etwas sieht und wo wir etwas über die Geschichte erzählen können», erzählt Martin Knöpfel von Liechtenstein Marketing. Pro Station können auf der App «LIstory» (Liechtenstein History) bis zu drei kurze Texte abgerufen werden. Diese handeln von historischen Orten oder Ereignissen, die das Liechtenstein-Institut im Auftrag von Liechtenstein Marketing erarbeitet hat. Am Ende des Textes werden jeweils weitere Informationsquellen verlinkt, wie beispielsweise das Historische Lexikon, wo es die Möglichkeit zur Vertiefung gibt. Interessante Punkte können auf der App markiert und zu Hause nachgelesen werden. Der Weg ist sowohl für Einheimische als auch für Touristen gedacht. Viele seien vermutlich schon 100 Mal beim Russendenkmal vorbeigekommen, ohne zu wissen, um was es dabei geht, mutmasst Knöpfel.

Von der unteren Burg zum Russendenkmal
Vom Ruggeller Riet herkommend führt ein relativ steiler Waldweg zur unteren Burg, wo sich die erste Station auf dem Schellenberger Wegabschnitt befindet. «Dort wird die Herkunft der Herren von Schellenberg erklärt», so Martin Knöpfel. Von der unteren Burg geht der Weg weiter auf einem schmalen Pfad zum Kloster Schellenberg, wo das Leben der dort ansässigen Schwestern «Anbeterinnen des Kostbaren Blutes» im Zentrum steht. «Während es um 1538 in Bendern bereits ein temporäres Kloster gab, befindet sich seit 1858 das erste dauerhafte Kloster in Schellenberg», berichtet Martin Knöpfel. Am Kloster vorbei führt der Weg zur architektonisch modernen Pfarrkirche, die als Symbol für den kirchlichen Aufbruch steht. Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich das bäuerliche Wohnmuseum, das vor Kurzem sein 500-Jahre-Jubiläum feierte. «Seit seiner Erstellung wurde das Haus drei Mal an einen anderen Ort versetzt», so Knöpfel. Weiter geht die Strecke an der Säge vorbei auf dem historischen Höhenweg bis zum Russendenkmal, das vor dem Restaurant Löwen steht. «Am Ende des Zweiten Weltkriegs überschritten rund 500 Soldaten der russischen Nationalarmee der deutschen Wehrmacht die Grenze nach Liechtenstein», erinnert Knöpfel. Die meisten russischen Internierten kehrten nach und nach in ihr Heimatland zurück, wobei zwei nach der Rückkehr wieder nach Liechtenstein kamen.

Sich selbst eine Burg zusammenstellen
Über den Gantenstein führt der Liechtenstein-Weg weiter Richtung Mauren, wo die Beziehungen zu Österreich aufgegriffen werden. Beim ehemaligen Siedlungsplatz Borscht geht es um die dortigen archäologischen Funde, die bis ins Jahr 4200 vor Christus zurückreichen. «Weil es im Tal unten viel Sumpf und Hochwasser gab, siedelten sich die Menschen in der Höhe an», erklärt Knöpfel. Zum Schluss des Schellenberger Wegabschnitts steht als Höhepunkt und letzte Station die obere Burgruine an, wo sich der «Augmented Reality»-Punkt befindet. Virtuelle Darstellungen dieser «erweiterten» Realität gibt es in fast allen Gemeinden. «Weil man heute nicht mehr genau weiss, wie die Burg früher aussah, können sich die Besucher mit der App selbst eine Burg zusammenstellen», verrät Knöpfel. Bevor der Weg wieder ins Tal nach Mauren hinabführt, steht mit der Burg ein letzter ruhiger Aussichtspunkt an. «Der Schellenberger Wegabschnitt hebt sich von den anderen Gemeinden insofern ab, dass es viele ruhige Stellen im Wald gibt», sagt Martin Knöpfel.

Rund 450 Richtungsweiser auf elf Routen
Die Panorama-Karte über den gesamten «Liechtenstein-Weg» ist bereits erschienen und beim Liechtenstein-Center erhältlich. Auch ein Grossteil der rund 450 Richtungsweiser wurde bereits auf den elf Streckenabschnitten angebracht. Informationstafeln wird es auf dem ganzen Weg keine geben. «Eine App ist das ideale Medium, um das Thema Geschichte unterwegs auf dem ‹Liechtenstein-Weg› spannend zu vermitteln. Wir nutzen dabei gezielt Sensoren, GPS, Kamera und Audio-Funktionen», erklärt Knöpfel. Die App habe den Vorteil, dass man sich die Texte nicht nur anhören könne, sondern die Stationen auch laufend aktualisiert werden könnten. Viele Anknüpfungspunkte würden bis in die Gegenwart reichen, wodurch sich die Informationen verändern könnten. «Den Weg soll es auch in fünf und mehr Jahren noch geben.» Wenn jemand kein Smartphone hat, stellt Liechtenstein Marketing Leihgeräte zur Verfügung, um die App zu testen. Und es sollen auch Führungen auf dem Weg angeboten werden. Doch bis es so weit ist, werden die Wanderwege in den Gemeinden für die Eröffnung am 26. Mai noch auf Vordermann gebracht. Die LIstory-App kann ab dem 22. Mai im App Store oder im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. (mk)

Eröffnung des «Liechtenstein-Wegs»
26. Mai, 9 Uhr: Dankgottesdienst, Papstdenkmal Eschen-Nendeln
Ab 10 Uhr werden in allen elf Gemeinden verschiedene Erlebnisstationen bespielt. In Schellenberg finden verschiedene Aktivitäten rund ums mittelalterliche Heerlager statt.
Es wird in jeder Gemeinde einen sog. «LIstory-App-Experten» geben, der beim Handling der App behilflich sein wird.

14. Mai 2019 / 08:30
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