• Die Netzabdeckung ist in einigen Teilen von Schellenberg unzureichend, eine Lösung für das Problem gibt es noch nicht.

Mobilfunkantenne ist nach wie vor ein Thema

Vor einem Jahr haben zwei Einwohner von Schellenberg eine Petition mit 80 Unterschriften gegen eine geplante Mobilfunkantenne bei der Gemeinde eingereicht. Seither steht das Projekt still – vom Tisch ist das Thema jedoch nicht.
Schellenberg. 

Die Mobilfunktelefonie ist in Schellenberg seit einiger Zeit ein grosses Thema. Etliche Einwohner klagen über mangelnde Netzabdeckung und schlechten Empfang. Die geplante Mobilfunkantenne sollte das Problem lösen – bereits kurz nach Bekanntwerden formierte sich jedoch Widerstand. Urs Elkuch und Ralph Öhri reichten bei der Gemeinde eine Petition mit 80 Unterschriften ein. «Eine Antenne verursacht Strahlung, die sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen und Tieren auswirken kann. Wenn ich mich zwischen Telefonieren und Gesundheit entscheiden muss, wähle ich für mich, meine Familie und Nachbarn die Gesundheit», erklärte Ralph Öhri damals seine Intervention. Seither steht das Projekt still.

Für Vorsteher Norman Wohlwend ist die jetzige Situation unbefriedigend. «Wir haben letztes Jahr eine Einwohnerzufriedenheitsanalyse durchgeführt und dabei auch das Thema Mobilfunkversorgung miteinbezogen. Die Mehrheit der Befragten klagte über eine mangelnde Mobilfunkversorgung, jedoch rund die Hälfte aller Befragten lehnte eine neue Mobilfunkantenne in Schellenberg ab.» Damit ist das Thema Mobilfunk aber noch nicht vom Tisch – der Vorsteher bestätigt, dass sich der neue Gemeinderat an einer der kommenden Sitzungen mit dem Thema auseinandersetzten wird. Es soll eine Lösung gefunden werden, die für alle Seiten befriedigend ist. «Dabei muss ich jedoch klarstellen, dass nicht die Gemeinde die Antenne planen und bauen wird. Wir stellen lediglich das Grundstück zur Verfügung und vermieten dieses für einen festgelegten Zeitraum», so der Vorsteher. Geplant wurde der Bau der Antenne von der Firma Salt Liechtenstein AG (7acht). Robert Eberle, Geschäftsleiter von 7acht, bestätigt, dass das Unternehmen nach wie vor Interesse an einer Antenne in Schellenberg habe. 

Alternative Lösungen wurden geprüft

Bereits in den vergangenen Monaten prüfte die Gemeinde Schellenberg diverse weitere mögliche Lösungen, beispielsweise den Einsatz eines Kleinzellennetzes oder die Abdeckung über WLAN. «Das Problem bei uns ist, dass viele Schellenberger Quartiere sehr versteckt liegen und es nicht so einfach ist, diese alle zu bedienen», erklärt der zuständige Gemeinderat Patrick Risch. Die Lösung, die alle Bedürfnisse befriedigt, wurde dabei jedoch noch nicht gefunden. 

Ein weiteres Thema, das besonders in der Schweiz im Moment heiss diskutiert wird, ist die 5G-Abdeckung. Auf Anfrage erklärte Robert Eberle, dass die Antenne in Schellenberg nicht als eine 5G-Antenne geplant ist. «Wir wollen mit dieser lediglich die Netzabdeckung für 3G und 4G sicherstellen und verbessern.» Ausserdem wurden in Liechtenstein noch gar keine Bewilligungen für 5G-Mobilfunkmasten durch das Amt für Kommunikation vergeben, so der Geschäftsführer von 7acht. Dies bestätigt auch Kurt Bühler, Leiter des Amts für Kommunikation. «Es gibt derzeit keine Pläne für individuelle 5G-Sendemasten.» Ausserdem warte man im Moment die Frequenz- und Lizenzvergaben in der Schweiz und Österreich ab.

Bühler geht davon aus, dass Sendeanlagen mit 5G-Technologie frühestens im Jahr 2020 erfolgen werden. «Ab 2020 wird es dann auch eine akzeptable Auswahl an 5G-fähigen Endgeräten geben». Auf die besondere Situation in Schellenberg angesprochen, erklärt Kurt Bühler: «2017 wurden alle öffentlichen Telefonzellen im gesamten Landesgebiet von Liechtenstein abgebaut. Die Liechtensteinischen Behörden haben grosse Bedenken, dass das bewohnte Gebiet in Schellenberg und in den Naherholungszonen am Eschnerberg insbesondere in Krisensituationen unterversorgt ist. Eine weitere Tatsache ist, dass jüngere Generationen keine Festnetzanschlüsse für ihre Wohnungen abonnieren und sich ausschliesslich über Internet und/oder Mobilfunk versorgen.» Das Thema wird also auch in den kommenden Monaten noch für Gesprächsstoff sorgen und den Gemeinderat sowie die Schellenberger Bevölkerung beschäftigen.  (lat)

15. Mai 2019 / 06:00
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