• Mittelalter Verein FL
    Daniel Mathis, Präsident Mittelalter Verein Liechtenstein, Raffaela Schöb (Grabs) und Daniela Luchsinger (Sax), Vereinsmitglieder (v.l.) Bild: Daniel Schwenender  (Daniel Schwendener)

Authentische Zeitreise ins Mittelalter

Bereits zum sechsten Mal findet kommenden Juni das Heerlager zu Schellenberg statt. Was einst aus einer Jux-Idee entstand, zieht heute über 2000 Besucher zur Burg Schellenberg. Die Veranstalter bleiben auch heute noch ihren Zielen treu.

Seit 2012 wird die Burg Schellenberg jährlich zum Schauplatz von Schwertkämpfern, Gauklern und Mittelalterfans. Organisiert wird der Anlass vom Mittelalter Verein Liechtenstein, der von Präsident Daniel Mathis geleitet wird. Erst spät hat der Ruggeller seine Faszination für das Leben, die Handwerke und die Gewandungen im Mittelalter entdeckt: «Meine Leidenschaft hat sich auf die ganze Familie ausgewirkt. Auch meine Mutter geht dem mittelalterlichem Handwerk nach.» Die Idee zum Heerlager entstand eines Abends vor sechs Jahren. Gemeinsam mit Freunden wollte Mathis mit Mittelalter-Lagergruppe ein Wochenende lang bei der Burg Schellenberg Zelten. «Während der Planung fragten wir uns: Was ist, wenn das Lager Aufsehen erregt? Was ist, wenn Leute zur Burg kommen und zuschauen wollen? Was ist, wenn sie etwas essen und trinken wollen?» Die Clique fasste den Entschluss, aus der gemütlichen Runde einen kleinen Anlass zu veranstalten. «Bei der ersten Ausgabe kamen rund 200 Besucher. Heute sind es im Schnitt 2000 Personen, über das Wochenende verteilt», erklärt Mathis.

Authentisch und wahrheitsgetreu bleiben 
Auch heute noch wird das Heerlager zu Schellenberg vom Mittelalter Verein organisiert: «Es sind zirca 20 Mitglieder involviert. Jeder hilft mit und die Organisationsarbeit für die kommende Veranstaltung beginnt dann, wenn der vorige

Anlass zu Ende ist», so der Präsident. Mathis ist es ein besonderes Anliegen, das Heerlager authentisch zu behalten. «Wir deklarieren uns ganz klar als Kulturveranstaltung und nicht als Mittelaltermarkt. Es existieren heute zu viele Märkte bei denen zu wenig Wert auf das eigentliche Thema gelegt wird.» Die Kulisse der Oberen Burg  hilft da wesentlich mit: «Wir haben für die Veranstaltung einen Antrag an die Gemeinde gestellt und diese war von Anfang an sehr interessiert», sagt Mathis. Für den Verein war dies ganz klar  ein Mehrwert. «Im Laufe der Zeit wurde diskutiert den Event in Ruggell durchzuführen, aber mit der Burgkulisse Schellenbergs, fühlt man sich erst recht ins Mittelalter versetzt.» 

Eindrückliche Zeugen des Mittelalters
Die Ruine Neu-Schellenberg, auch Obere Burg Schellenberg genannt, ist eine von zwei Burgruinen in Schellenberg. Neu-Schellenberg ist, anders als der Name erwarten lässt, die ältere der beiden Burgen. Wahrscheinlich um das Jahr 1200 wurde an dieser Stelle ein erster kleiner Burgbau durch die zu jener Zeit häufig in Urkunden und Chroniken der Region erwähnten Herren von Schellenberg errichtet. Bereits 1317 veräusserten die Schellenberger ihren gesamten Besitz auf dem Eschnerberg an die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg. Die Burg Neu-Schellenberg selbst wird urkundlich erstmals 1348 erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurden die Überreste der Burgen von der Bevölkerung als Steinbrüche vor allem für den Bau der Schellenberger Pfarrkirche und des Klosters genutzt. 
Fürst Franz Josef II  von Liechtenstein schenkte die stark überwachsenen Ruinen 1956 dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein, der die Burg Neu-Schellenberg in den Jahren 1960 bis 1964 ausgraben und konservieren liess. (nb) 

03. Apr 2018 / 16:20
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