• Die Frauen der Trachtengruppe Eintracht (Manuela Haldner-Schierscher und Rita Frommelt-Dörig) geraten wieder einmal in Zwietracht miteinander.  (pd)

«Ihr seid so freche Weiber»

Seit zehn Jahren tourt das Duo «Zwietracht» mit seiner Realsatire durch die Gegend und unterhält so manche Besucher. In einer Woche präsentieren die beiden Powerfrauen ihr erstes abendfüllendes Programm «Zoom in» im TAK.
Schaan. 

Das Duo «Zwietracht» ist aus keiner Castingshow entstanden und war auch nicht als Kabarettprojekt geplant- das Duo hat sich zufällig ergeben, nachdem Manuela Haldner-Schierscher und Rita Frommelt-Dörig vor über zehn Jahren an einem Geburtstag einer Freundin einen Sketch aufführten. Der Auftritt kam sehr gut an, und «die Leute meinten, wir machen das immer», erzählt Frommelt-Dörig.

2007 erhielten sie eine Anfrage für einen Auftritt beim Demokratiefest. «Wir waren erstmals perplex, dass wir überhaupt eine Anfrage bekommen haben», berichtet Haldner-Schierscher. Diese Chance wollten sich die beiden nicht entgehen lassen und studierten einen Sketch zum Thema Integration ein. «Wir haben uns gefragt, ob ich als Schweizerin überhaupt mitmachen darf», so Frommelt-Dörig. Und so war das Thema aus der Not heraus geboren. Zu diesem Zweck wurde auch der Trachtenverein «Eintracht» gegründet- mit ihnen als die zwei einzigen Aktivmitglieder und vielen Passivmitgliedern. «Ich wurde sozusagen gezwungen, dem Trachtenverein beizutreten», schmunzelt Frommelt-Dörig und ergänzt: «Aber ich habe gleich gesagt, dass ich nur bei einer wirklichen Demokratiebewegung mitmache».

Auftritt vor dem Trachtenverein
Auch dieser Auftritt beim Demokratiefest stiess auf helle Begeisterung, sodass die beiden Frauen immer wieder für Einlagen angefragt wurden. «Wir hatten viele Kurzauftritte und durften sogar schon beim Trachtenverein Vaduz spielen», erzählt Haldner-Schierscher. Nicht immer waren sie überzeugt, wie gut die Show beim Publikum ankommt. «Während unserer Auftritte war es manchmal so ruhig, dass wir uns gefragt haben, ob alle eingeschlafen sind oder sie es nicht

lustig finden», so Haldner-Schierscher. Erst durch die Rückmeldungen nach der Show hätten sie herausgefunden, dass die Zuschauer so leise waren, weil sie so gut zuhör- ten. Es gäbe viele Leute, die sich freuen, dass sie Sachen auf der Bühne sagen, die sich sonst niemand offen auszusprechen wagt. «Unser Programm hat bei manchen Leuten gar einen therapeutischen Effekt entfaltet», freut sich die Schaanerin. Es gäbe natürlich auch solche, die ihr Programm komplett daneben finden. Niemals direkt, doch über Dritte hätten sie gehört, dass ein paar Personen bei einem ihrer Auftritte am Tag der Frau nach der Pause nicht mehr zurück in den Saal gekommen seien. «Aber das ist das Risiko der Leute, die unsere Aufführungen besuchen». Rita Frommelt-Dörig betrachtet es gar als Kompliment, wenn man ihnen nach einer Show sage «ihr seid so freche Weiber». «Das ist ja auch der Sinn von Satire, den Finger da draufzuhalten, wo es weh tut», ergänzt Haldner-Schierscher.

«Besser als Leserbriefe schreiben»
Die beiden Frauen sind ja bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und auch unangenehme Themen anzusprechen. Wenn Rita Frommelt-Dörig in ihrem Schweizer Bekanntenkreis beispielsweise von den Liechtensteiner Eigenheiten spreche, die sie in ihrer Show thematisieren, bekomme sie häufig ein ungläubiges «ist das wirklich so?» zu hören. Die Themen ihrer Programme sind alle dem Alltag entnommen. «Wir spielen, wie wir finden, dass es eigentlich laufen sollte», so Haldner-Schierscher. In so einem kleinen Land könne es schon mal passieren, dass einem die Decke auf den Kopf fällt- und da sei das Realisieren eines Kabaretts das bessere Ventil wie zum Beispiel das Schreiben von Leserbriefen. Die Dialoge schreiben die beiden zwar nicht selbst, erarbeiten die Ideen aber gemeinsam mit ihrem Autor und Regisseur Sebastian Frommelt, der die Dialoge zuspitzt und ausformuliert.

Nach zehn Jahren und etlichen Auftritten wollen die beiden Trachtenfrauen nun nochmals durchstarten, «jetzt, wo wir noch ohne Rollator auf die Bühne können». Bereits Wochen vor den zwei Abenden waren fast alle Tickets ausverkauft. «Wir freuen uns sehr, sind aber auch gefordert», meinen die beiden. Und Haldner-Schierscher doppelt nach: «Mein Blutdruck steigt stündlich.» (mk)

Aufführungen: 23./24.11., 20.09 Uhr, TAK Schaan. Restkarten unter www.tak.li

 
15. Nov 2018 / 09:36
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