• Der Wohnturm am Postplatz soll 22 Meter hoch werden. (Bild: pd)

Grosse Pläne, schwierige Investorensuche

Hotel, Kino, Wohnturm, Klinik: In Schaan sind einige Bauprojekte in Planung. Doch die Finanzierung stellt manche Bauherren vor eine Herausforderung. Die Investorensuche läuft auf Hochtouren und auch Freiwilligenarbeit soll geleistet werden.

Schaan ist im Wandel. Die Umfahrungsstrasse und der SAL mit Lindahof und Platz haben dem Dorfzentrum bereits ein neues Gesicht gegeben. Die Gemeinde konnte ihre Attraktivität steigern, die Menschen zieht es wieder zurück ins Zentrum und die Wirtschaft erlebt einen Aufschwung. Es wird fleissig gebaut. Neue Geschäftsgebäude entstehen. Und gleich mehrere Grossprojekte sind in Planung: Eine Krebsklinik, zwei Hotels, ein neues Kino und ein Hochbau für altersgerechtes Wohnen sollen in Schaan entstehen. Doch die Finanzierung scheint bei allen Bauprojekten kein einfaches Thema zu sein. Deshalb kommt es bei einigen Vorhaben zu Verzögerungen. 

Keine Investoren in Liechtenstein gefunden

Beispielsweise sollte der Spatenstich für das 92 Millionen Franken teure Protonentherapiezentrum im Gebiet «Undera Forst» ursprünglich im vierten Quartal 2018 – sprich jetzt – erfolgen. Bereits im Juli berichtete das «Vaterland», dass sich der Baubeginn um mindestens ein Jahr verschieben wird. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Grund: «Wir konnten in Liechtenstein keine Investoren finden», sagt Initiant Reto Renz von RMC Advisory in Triesen. Der Konkurs der Privatklinik Medicnova im Sommer hat die Suche nach Geldgebern nicht einfacher gemacht. Ausserdem, vermutet Renz, ist das Thema Protonentherapie in Liechtenstein zu wenig bekannt, sodass sich kein Investor für ein Arrangement durchringen konnte. Der Bau der Immobilie ist zwar durch einen internationalen Baukonzern bereits abgedeckt, doch es fehlt noch das Geld für die Betriebsgesellschaft. «Nun haben wir die Suche ausgedehnt und sind aktuell mit internationalen Finanzierungsgesellschaften in Verhandlung.» Die Verhandlungen würden mindestens noch bis Ende Jahr andauern.

Trotz der nicht einfachen Umstände glauben die Initianten weiterhin an ihr Projekt, das eine spezielle Krebstherapie nach Liechtenstein bringen soll: Denn der Protonenstrahl ist gegenüber der konventionellen Radiotherapie in zahlreichen Fällen überlegen, weil die maximale Strahlendosis selektiv im Tumor abgegeben wird und das gesunde Gewebe damit optimal vor Schäden geschützt wird. Deshalb werden Patienten aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Norditalien erwartet. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt. Aus diesem Grund würden die Initianten eine Kooperation mit einem Hotel begrüssen. Beispielsweise mit dem geplanten Vienna House Hotel an der Zollstrasse.

Baupläne für Hotel ins Stocken geraten

Doch auch mit dem Bau des Hotels «Drei Schwestern» der Vienna-House-Kette konnte noch nicht begonnen werden, obwohl die Baubewilligung vorliegt und der Spatenstich für das Frühjahr 2018 geplant war. Wie das zuständige Bauunternehmen Annagh Establishment auf Anfrage sagte, laufen verschiedene Gespräche und Abklärungen zum Bau, der mit den 162 Zimmern und Suiten das grösste Hotel Liechtensteins werden soll. Es soll aber an der Umsetzung des Projekts festgehalten werden: «Unser Fokus liegt nach wie vor auf der baldigen Realisierung des Leuchtturmprojekts Hotel Drei Schwestern», sagt Hanno Konrad, Mitglied der Annagh-Geschäftsleitung. Mehr könne momentan zum 40-Millionen-Franken-Projekt nicht gesagt werden. 
Doch das Hotel Drei Schwestern ist nicht der einzige Hotel­leriebetrieb, der in Planung ist. Bereits vor einem Jahr wurde ­bekannt, dass in der Schaaner ­Industrie ein weiteres Hotel mit 120 Zimmern entstehen soll. Das Konzept sei allerdings noch in Ausarbeitung, ist von der Initiantin, die Axalo AG, zu erfahren. Mit dem Bau soll Mitte nächstes Jahr begonnen werden. 

22 Millionen Franken für 22 Meter hohes Bauprojekt

Ein weiterer Grossbau ist auf dem Areal des ehemaligen Hotels Post geplant. Dort sind zwei Gebäude, 12 und 22 Meter hoch, mit Gewerbeflächen, aber vor ­allem für altersgerechte Wohnungen geplant. Die Kosten belaufen sich auf gut 22 Millionen Franken. Der Gestaltungsplan ist schon lange bewilligt. Aber auch bei diesem Bauprojekt läuft die Investorensuche noch. «Wir sind auf einem guten Weg. Ich bin mit einer Stiftung in Verhandlung, welche im Bereich altersgerechtes Wohnen tätig ist», sagt Ini­tiant Walter Wachter. Der Spatenstich soll in zwei bis drei Jahren erfolgen.

Der Bau, in dem das neue Kino Platz finden soll, ist bereits ­weiter. Der Rohbau steht. Doch auch hier fehlt noch Geld für den Innenausbau. Es ist also einiges geplant in Schaan. Und auch wenn die Projekte ins Stocken geraten sind, ans Aufgeben denkt noch niemand und die Initianten halten an ihren Vorhaben fest. (manu)

14. Nov 2018 / 07:00
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