• Josef Quaderer in Schaan
    Interview / Portrait von Josef Quaderer, Bild aufgenommen in Schaan am 21.10.2019 - Gemeindeserie #näherdran Schaan, Baustelle Gebäude Zoschg FOTO & COPYRIGHT: DANIEL SCHWENDENER  (Daniel Schwendener)

Ein Hochhaus mit Mehrwert

Zum Jahreswechsel ist das «Zoschg» in Schaan bezugsbereit. Projektinitiant Josef Quaderer schaut auf die Entstehung zurück und blickt optimistisch in die Zukunft des Gebäudes.

Dieser Tage konnte das Gebäude im nördlichen Schaaner Zentrum, an einer der meistbefahrenen Strassen Liechtensteins, vom Baugerüst befreit werden und zeigt nun sein imposantes Gesicht: 22 Meter, fünf Stockwerke hoch, im Erdgeschoss rund 660 Quadratmeter Fläche mit überdachter Arkade für Verkaufs- und Geschäftslokale plus Restaurant, über die Geschosse 1 bis 5 verteilt Gewerberäumlichkeiten und Miet- sowie Eigentumswohnungen, daran angeschlossen der flachere, dreigeschossige 15-Meter-Gebäudeteil inklusive Attika. Durch seine imposante Höhe und insgesamt 4425 Quadratmeter Bruttogeschossfläche plus 19 Aussen- und 70 Tiefgaragenplätze ist die ineinandergreifende Überbauung entlang der Feldkircher Strasse nicht zu übersehen.

Vom Handschlag zum Spatenstich

Das Angebot des ehemaligen Getränkehändlers Herbert «Zibi» Thöny, damaliger Besitzer des «Zoschg»-Grundstücks, das gesamte Areal zu verkaufen, kam sehr überraschend. «Ich fragte nach, ob er dies wirklich ernst meine», erinnert sich Josef Quaderer. Herbert Thöny meinte es ernst, nannte den Preis, ein Handschlag besiegelte das Geschäft. «Dass er zu seinem Wort stand, rechne ich Zibi heute noch hoch an.» Thöny besitzt im Neubau zwei Wohnungen, kehrt an den Ort seiner Vergangenheit zurück und freue sich darauf, wieder im Zentrum zu sein. 

Eine «Haltestelle mit Durchfahrt»

Bewusst gewählt, erhielt der Bau den Namen «Zoschg», der weit in die Vergangenheit zurückreicht, damals ein Gebäude mit Durchfahrt bezeichnete und als Halte- bzw. Pferdewechselstelle diente. «Der Neubau wird mit seinem Standort, den Verkaufs-, Gewerbetrieben und Restaurant dem Grundgedanken eines ‹Zoschg› und somit dem ursprünglichen Nutzen wieder gerecht», freut sich Josef Quaderer. 
Das Wohnen im Hochhaus mit seiner modernen, zeitgemässen Architektur ermöglicht neue Perspektiven, liegt im Trend. Wenn das Einbinden eines solchen Bautyps in die Zentrumsgestaltung gelingt, kann Mehrwert entstehen: Wohnkomfort, zentrale Lage, die Bedürfnisse des Alltags sind innert weniger Gehminuten erreichbar – neben der Sicherheit, die das Wohnen in höheren Etagen bietet, gerade auch im Alter wesentliche Faktoren. «Ich bin ein Freund vom verdichtetem Bauen. Von mir aus hätte es auch gerne 30 oder 40 Meter in die Höhe gehen können. Im Hinblick auf den fortlaufenden Bevölkerungszuwachs werden Hochbauten zu einem Bedürfnis – ein Zukunftsthema, dem sich die Gemeinden Liechtensteins annehmen werden müssen», ist der Schaaner Treuhänder überzeugt. Wer die Möglichkeit erhält, ein so zentral gelegenes Grundstück zu erwerben, will das Beste daraus machen. «Die Gemeinde Schaan hatte schon vorgängig den Wunsch nach vermehrt verdichtetem Bauen geäussert und auch bereits die Bewilligung für ein 22-Meter-Haus erteilt. Das hat mich motiviert, ebenfalls vorstellig zu werden.» Aufgrund der Höhe, die eigentliche grosse Hürde, hat sich die Gemeinde ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Baus ausbedungen. Nach der Einigung ging es für das Team rund um Jehle und Partner Architekten AG, Bautdata als Baumanager, Wenaweser und Partner Bauingenieur AG und den Bauherren selbst in die Planungphase, der Spatenstich erfolgte im April 2018. Beim Bau konnten rund 90 Prozent Schaaner Gewerbetreibende berücksichtigt werden. Stiess man auch auf Widerstand? «Es waren einige Auflagen vonseiten des Amts für Bau und Infrastruktur zu erfüllen», so Josef Quaderer. «Nicht zuletzt dank der Unterstützung der Gemeinde Schaan konnte das Baubewilligungsverfahren rasch und unbürokratisch über die Bühne gehen.» 

Im Zeitplan  

Bis auf einen kleinen Ladenteil sind alle Räumlichkeiten vergeben, entsprechende Anfragen gab es bereits während der Bauphase. «Wir sind gut unterwegs, was nicht zuletzt dem professionellen Management und dem Einsatz der Bauleute geschuldet ist. Ein wichtiger Teil des Gefüges ist auch die MTF Micomp AG, zuständig für den gesamten IT-Bereich im Haus», ist Quaderer überzeugt. Auch ein Hausverwalter ist bereits bestellt. «Seine erste grosse Aufgabe wird sein, beim Zügeln zu helfen», lacht er. Im Januar 2020 werden Josef Quaderer und seine Frau Rita selbst im «Zoschg» einziehen. Er freut sich auf den 5. Stock, inklusive Rundblick und aller Annehmlichkeiten, die das Wohnen auf einer Etage im Zentrum von Schaan mit sich bringt. 

Der Termin für die offizielle Eröffnungsfeier, gastronomisch begleitet vom hausinternen Restaurant, steht noch aus. Das Bauwerk jedenfalls wird die Gemeinde Schaan künftig prägen und wohl auch zum Vorzeigeprojekt avancieren. (gab)

26. Okt 2019 / 06:11
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