• Pilotstudie im Riet noch in «früher Phase»
    Einer der drei Entwässerungsgräben im Ruggeller Riet. Welcher für die Studie zeitweise gestaut wird, ist noch nicht geklärt. Die Umsetzung ist für 2021 geplant.  (zvg)

Pilotstudie im Riet noch in «früher Phase»

Die Verhältnisse für die Feuchtwiesen im Ruggeller Riet werden immer schlechter – der Wasserrückhalt könnte dem entgegenwirken.

Es besteht Handlungsbedarf im Ruggeller Riet – das ist seit Längerem bekannt. Aufgrund der höheren Temperaturen ­wegen der Klimaerwärmung und der Trockenperioden werden die Wasserverhältnisse für die Feuchtwiesen im Ruggeller Riet schlechter. Daher gibt es seit einigen Jahren die Idee ­eines Wasserrückhalts im Gebiet. Im Zuge einer Interpellationsbeantwortung in der Landtagssitzung im Oktober 2019 verkündete die Regierung den Start einer Pilotstudie zum Wasserrückhalt im Riet für das Jahr 2020. Denn «irreparable Schäden» bestünden bereits. 
Die Projektausarbeitung übernimmt das Büro für räumliche Entwicklung und Natur (Renat) in Vaduz. Rudolf Staub, Biologe und Kontaktperson des Büros, sagt auf Anfrage, dass sich die Studie noch in einer «frühen Erarbeitungsphase» befindet. «Sobald erste Varianten vorliegen, werden in einem nächsten Schritt die beteiligten Landwirte, Grundeigentümer und die Gemeinden in den weiteren Erarbeitungsprozess einbezogen», erklärt er. Geplant sei die Umsetzung des Bauwerks aber im kommenden Jahr. 

Durch Sperre werden angrenzende Flächen nass
Drei Entwässerungsgräben führen laut Biologe Staub durch das Riet. «Diese entwässern das Gebiet wie auch ­angrenzende landwirtschaftlich genutzte Wiesen», erklärt er. Das Riet liegt heute höher als das Umland, deshalb seien die Gräben daher teils relativ tief und fördern die oberflächliche Austrocknung. «Die Idee ist nun, dass in den Entwässerungsgräben fliessende Wasser zeitweise bis zu einer gewissen Höhe zurückzuhalten», sagt der Biologe. Durch die Sperre im Graben werden die angrenzenden Flächen wieder nass. Dies dürfe jedoch die Entwässerung der benachbarten Landwirtschaftsflächen nicht beeinflussen. Der Stau des Wassers könne ausserdem nur temporär erfolgen, da die Bewirtschaftung der Streuwiesen ab Mitte September weiterhin möglich sein müsse. «Die wertvollen Streuwiesen können nur durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung erhalten werden», so Staub. Deshalb werde der Wasserstand im Spätsommer gesenkt und die Sperre geöffnet, um die Flächen abzutrocknen. «Ab dem Winter kann das Wasser erneut gestaut werden.» Welcher der drei Entwässerungsgräben für die Studie zum Einsatz kommt, ist noch nicht ­geklärt. Fest steht aber: Die Pilotstudie soll unter anderem Aufschluss über die Einstauhöhe und den Stauzeitraum liefern– also Erfahrungswerte für allfällige weitere Projekte.

Parallel zur Studie wird derzeit Plan erarbeitet
Auf die Frage, ob das Ruggeller Riet noch gerettet werden könne, antwortet der Biologe: «Das Riet wird auch in den nächsten Jahrzehnten noch ein hochwertiger Lebensraum sein.» Mit dem Wasserrückhalt und weiteren Massnahmen – beispielsweise der Goldrutenaktionen des Landes – solle negativen Veränderungen entgegengewirkt werden. «Parallel wird derzeit auch ein Plan erarbeitet, der die Bewirtschaftung und den Unterhalt der Flächen optimieren soll», so Staub. So sei der «Wasserrückhalt auch nicht die Lösung für alle Probleme». Der Rückhalt werde in weniger wertvollen Bereichen mit bereits «stärkeren Veränderungen der Vegetation» erfolgen. Aufgrund der erhöhten Lage des Riets wird diese Art des Wasserrückhalts auch nicht auf allen Flächen möglich sein. «Das Pilotprojekt wird zeigen, wie sich der veränderte Wasserhaushalt auf die Vegetation im Riet auswirkt.» (qus)

13. Mai 2020 / 06:30
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