• Maria Kaiser-Eberle, Ruggell
    «Der Durchgangsverkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen», erklärt Maria Kaiser-Eberle im Interview.  (Tatjana Schnalzger)

«Kontrolliertes Wachstum zulassen»

Maria Kaiser-Eberle ist seit 2015 Vorsteherin von Ruggell. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren einen Wandel erfahren – vom ländlich geprägten Dorf zum ernst zu nehmenden Wirtschaftsstandort. Kaiser-Eberle weiss, diesem Wachstum sind natürliche Grenzen gesetzt.
Ruggell. 

Übernehmen Sie nach wie vor gerne Verantwortung?
Maria Kaiser-Eberle: Ja, ich trage gerne Verantwortung. Mir ist bewusst, dass dies zu meiner Aufgabe gehört.   

Was bedeutet für Sie, Verantwortung zu übernehmen?
Nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl unserer Gemeinde zu handeln. Verantwortung tragen heisst, die Verwaltung zu führen, Themen für den Gemeinderat vorzubereiten und nach der Entscheidung umzusetzen. 

Ihnen liegt vor allem die Partizipation von Kindern und Jugendlichen am Herzen. Weshalb?
Einerseits wollen wir die Wünsche und Anregungen der Kinder und Jugendlichen ernst nehmen und ihre Sichtweisen beim Realisieren von Projekten berücksichtigen. Ich bin überzeugt, dass Kinder und Jugendliche durch den Einbezug achtsamer mit dem umgehen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird. Andererseits wollen wir verantwortungsvolle junge Menschen, die wissen, wie demokratische Abläufe funktionieren und dass sie mit ihrem Engagement Einfluss nehmen können. Ich glaube, dass mit der Partizipation der Kinder und Jugendlichen Grundsteine gelegt werden, um früh demokratische Abläufe zu erleben und zu üben. 

Konnten viele der Anregungen umgesetzt werden oder gestaltet sich das schwierig?
Aus den Rückmeldungen aus den Workshops mit den Kindern und Jugendlichen wurde ein Aktionsplan erarbeitet. Dieser wurde im April vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und soll diesem als Entscheidungshilfe dienen. Der Aktionsplan wird in einem Zeitraum von vier Jahren umgesetzt – soweit dies organisatorisch und politisch möglich ist. Eine erste Massnahme wurde bereits vom Gemeinderat beschlossen: Die Gemeinde Ruggell subventioniert den Jugendlichen das Bus-Abo ab dem Schuljahr 2018/2019. So können sie auch in ihrer Freizeit den Bus kostenlos benutzen. 

Welches Thema beschäftigt Sie derzeit am meisten? 
In der Zukunft steht einiges an. Die Erweiterung der Feuerwehrdepots wird noch in diesem Jahr realisiert. Das Leitbild «Siedlungsausstattung» ist wegweisend für die Gestaltung des Zentrums. Auch der Analyseplan Nord-West erfasst wichtige Zukunftsplanungen in diesem Gebiet, wie beispielsweise den Industriezubringer, das Gebiet Flandera Süd sowie die Freizeitanlage Widau und die Industriezone. In der Flandera Süd kauft die Gemeinde aktiv Grundstücke, damit eine öffentliche Zone entstehen kann. Im Freizeitpark Widau wird die Gemeinde Ruggell die bestehende Anlage in Zusammenarbeit mit dem LFV für den FC Ruggell und die Nationalmannschaften des LFV ausbauen und sanieren. Dabei spielt der Frauenfussball eine bedeutende Rolle. 

Sie sprachen von einem Industriezubringer. Weshalb braucht Ruggell diesen?
Die momentane Strasse, die zur Industrie führt, ist aufgrund der engen Verhältnisse und der aktuellen Strassenführung ein Problem. Durch den Industriezubringer und die geplante Strassenführung könnten vor allem das Wohngebiet entlastet und die Zufahrt zur Industrie erleichtert werden.

Gibt es in Bezug auf die Zentrumsgestaltung konkrete Handlungsfelder?
Der Gemeinderat hat das Leitbild «Siedlungsausstattung» in Auftrag gegeben, das in enger Zusammenarbeit mit der Orts- und Planungskommission erarbeitet wird. Dabei geht es darum, zu erheben, was wir in Zukunft in Ruggell brauchen und wo was verwirklicht werden soll. In Betracht gezogen wird eine Turnhalle, leistbarer Wohnraum, Wohnen im Alter, ein LAK sowie die Gestaltung von öffentlichen Plätzen. 

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Dienstag, 15. Mai 2018.

14. Mai 2018 / 22:38
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