• Ruggell Unicef
    An zwei Workshops brachten Kinder und Jugendliche ihre Ideen und Wünsche vor.  (Gemeinde Ruggell)

In Ruggell geben auch Kinder den Ton an

Seit der Zertifizierung Ruggells im letzten Jahr konnten bereits viele Ideen in die Tat umgesetzt werden – weitere Massnahmen folgen.

«Oft meinen Erwachsene zu wissen, was das Beste für die Kinder ist. Dabei ist es genauso wichtig, dass auch sie ein Mitspracherecht haben», sagt Maria Kaiser. Der Ruggeller Vorsteherin war es seit ihrem Amtsantritt 2015 ein grosses Anliegen, vermehrt auch mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten und auf ihre Wünsche einzugehen. Denn neben grossen Bautätigkeiten im Gewerbe und Dienstleistungssektor zog es in den letzten Jahren vor allem Familien in die nördlichste Gemeinde Liechtensteins. Deshalb investierte Ruggell entsprechend in die Infrastruktur und unternahm sehr viel für ihren Nachwuchs: Die Schule wurde mit einem wichtigen und grosszügigen Bau erweitert und diverse Spielplätze entstanden in allen Quartieren. Auch der Langsamverkehr wurde und wird kontinuierlich ausgebaut. All das Engagement blieb auch bei Unicef Schweiz nicht unbemerkt.

«Standortbestimmung war der erste, wichtige Schritt»
Die Unicef-Initiative «kinderfreundliche Gemeinde» fördert gezielt die Steigerung der Kinderfreundlichkeit im nächsten Lebensumfeld der Kinder. «Gemeindesekretär Christian Öhri brachte damals die Information über diese Möglichkeit der Zertifizierung von einer Weiterbildung in der Innenschweiz mit», erzählt Vorsteherin Maria Kaiser. Sie sei sofort begeistert gewesen und sah die Möglichkeit, an der Thematik dranzubleiben. Folglich wurde mit Unicef Schweiz und Liechtenstein Kontakt aufgenommen, welche den gesamten Ablaufprozess vorstellten. 

«Unser Gemeinderat war sehr interessiert und positiv eingestellt, und so wurde gemeinsam und einstimmig als erster Schritt eine Standortbestimmung beschlossen.» Um die Kinderfreundlichkeit zu überprüfen, wurden Fragebögen zu allen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen ausgefüllt und von der Unicef ausgewertet. «Das war der erste, wichtige Schritt im gesamten Prozess und zeigte uns auf, wo wir als Gemeinde bereits gute Arbeit geleistet haben, aber auch, wo noch Potenziale vorhanden sind», so die Vorsteherin.  

Ruggell und 39 Schweizer Gemeinden
Es folgten ein Bevölkerungsworkshop mit einem separaten Jugendtisch sowie diverse Veranstaltungen und zwei Workshops mit Kindern. Das Organisationsteam, bestehend aus Mitgliedern der Politik, Verwaltung, Schule und Offener Jugendarbeit, erstellte anschiessend einen Aktionsplan mit elf Massnahmen, welcher bei der Unicef eingereicht wurde. 

Als Abschluss fand im Juni 2018 ein Evaluationstag in Ruggell statt, wo eine externe Expertin und eine Fachperson im Auftrag der Unicef Schweiz und Liechtenstein anhand des Aktionsplanes die verschiedenen Massnahmen sowie die Vorarbeiten vor Ort prüften. «Der Evaluationsbericht zeigte uns in einem weiteren Schritt auf, wie wichtig und passend die Massnahmen sind, und gab auch weitere Empfehlungen für die Zukunft.» Die Expertin und die Fachperson empfahlen der Unicef Schweiz und Liechtenstein dann, der Gemeinde das Label «kinderfreundliche Gemeinde» zu erteilen. «Das freute uns natürlich sehr», erzählt Maria Kaiser stolz. Seither nennt Ruggell als erste und bisher einzige in Liechtenstein – neben 39 Schweizer Gemeinden – das Label «kinderfreundliche Gemeinde» ihr Eigen.  

«Historischer Grundstein für Liechtenstein»
Die Zertifizierung betitelte Klaus Tschütscher, Vorstandsmitglied der Unicef Schweiz, am 21.  September 2018 als «einen historischen Grundstein für Liechtenstein». Diese zeichnete Erreichtes aus, war gleichzeitig aber auch der Startschuss für das noch Geplante. Die Massnahmen umfassen eine  Kontaktstelle für Kinder-, Jugend und Familienfragen, die Erweiterung der Jugendkommission, Partizipationsmöglichkeiten, die Förderung und Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Prüfung von Temporeduktionen in den Quartieren, einen sicheren Strassenübergang, eine Pumptrack-Anlage mit Zwischenzone, einen Trinkwasserbrunnen sowie einen Skaterpark mit Pumpbowl.

Partizipation von Kindern und Jugendlichen wichtig
«Wir konnten den Grossteil der Massnahmen bereits im ersten Jahr umsetzen», sagt Maria Kaiser. Ziel sei es, aktiv dranzubleiben und die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde zu festigen. «Es gibt verschiedene Bereiche, in denen die Partizipation von Kindern und Jugendlichen Sinn macht und zugleich sehr wichtig ist. Es sind nicht wir Erwachsenen, die schlussendlich einen Spielplatz hauptsächlich nutzen.»

Ruggell Unicef

Partizipation ist bei dieser Thematik sehr wichtig.

Zudem habe sie natürlich die Hoffnung, dass sich dadurch die Kinder und Jugendlichen auch später als Erwachsene aktiv für die Gemeinde interessieren und dabei vielleicht auch Aufgaben über-
nehmen würden. Denn Aussagen wie «Ich konnte mich bereits als Kind aktiv beim Bau des Pumptracks einbringen und war dabei» würden bestimmt jede zukünftige Vorsteherin oder jeden zukünftigen Vorsteher freuen. (bc)

Workshop für die Ruggeller Bevölkerung
Der zweite Workshop zum Thema «Verkehr» mit der Bevölkerung findet am Montag, 9. September, um 19 Uhr im Ruggeller Gemeindesaal statt. Die Gemeinde hofft wiederum auf eine rege Teilnahme der Einwohnerinnen und Einwohner. 
 
29. Aug 2019 / 14:50
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