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    Raja Rajadurai, der Manager vor Ort, Heinz und Luisa Mühlegg sowie Katijajini, die Leiterin des Projektes der zehn Kindergärten in Monoragala, zusammen mit einigen Kindern.  (pd)

Eine Liebe, die seit 30 Jahren besteht

Die Ruggeller Stiftung Lankahelp unterstützt seit Jahren gemeinnützige Projekte in Sri Lanka, gerade jetzt ist die Hilfe auch besonders nötig.

Seit 30 Jahren unterstützt die Stiftung Lankahelp von Heinz und Luisa Mühlegg Menschen in Sri Lanka und sammelt Spendengelder für zahlreiche Projekte, besonders in den Bereichen Ausbildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen und der Unterstützung von Frauenprojekten. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich ihre Arbeit jedoch etwas verlagert. «In Sri Lanka herrscht ein totaler Shutdown mit Ausgangssperre. Für die Menschen dort bedeutet das nicht nur, dass sie nicht einkaufen gehen können, sondern ihnen auch die Einnahmen für die grundlegenden und überlebenswichtigen Lebensmittel fehlen», beschreibt Heinz Mühlegg die Situation.
Aus diesem Grund hat die Stiftung bereits vor einigen Wochen damit begonnen, überlebenswichtige Lebensmittelpakete für Sri Lanka zusammenzustellen, die besonders in den ländlichen Gegenden verteilt werden. «Die Ausgangssperren werden zwar regelmässig aufgehoben, jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum. Für die ländliche Bevölkerung reicht die Zeit meist nicht, um ins nächstgrössere Dorf zu gelangen, einzukaufen und wieder rechtzeitig zu Hause zu sein.» Die Hilfspakete enthalten Grundnahrungsmittel, Masken und falls notwendig Medikamente und können eine Familie – je nach Grösse des Pakets – bis zu drei Wochen versorgen.

Soforthilfe, die notwendig ist und ankommt
Lankahelp hat bis jetzt ca. 4000 Hilfspakete verteilt.  «Diese Soforthilfe entspricht eigentlich nicht den Statuten unserer Stiftung. Aber wir konnten einfach nicht tatenlos zu Hause sitzen und nichts tun. Jedoch sind unsere Reserven nicht unbegrenzt und wir freuen uns über jede Spende, die bei uns eingeht.» Und dass die Spenden zu 100 Prozent auch dort ankommen, wo sie notwendig sind, dafür können Heinz und Luisa Mühlegg garantieren, denn sie arbeiten seit Jahrzehnten eng mit Einheimischen zusammen und haben etliche Projekte auf der Insel initiiert.

Eine spannende Reise beginnt
Vor etwas mehr als 30 Jahren war Sri Lanka für Luisa und Heinz Mühlegg lediglich eine Insel, weit entfernt im indischen Ozean. Mit dem Wunsch, ein Kind zu adoptieren, waren sie auf einen Verein in der Schweiz aufmerksam geworden, der Kinder aus Sri Lanka vermittelte. Die Adoptionsmodalitäten verlangten, dass die Mühleggs einen Monat im Land verbrachten, das Kind kennenlernten und in einer Gerichtsverhandlung die Adoption rechtmässig machten. «Nachdem wir alle notwendigen Schritte in Colombo eingeleitet hatten, mussten wir drei Wochen warten und haben diese Zeit genutzt, um das Land und die Kultur kennen zu lernen. Und wir haben uns in Sri Lanka verliebt.»

Eine einmalige Geste, die Freude schenkt
Auf ihrer Reise durch die Insel erkundeten sie nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern wollten auch die andere Seite des Landes kennenlernen. Diejenige, welche Touristen sonst nicht sehen. Auf einem Ausflug in die ländliche Region entdeckten sie in einer Lehmhütte einen kleinen Kindergarten. Heinz Mühlegg führt aus: «Die Kindergärtnerin hatte als Wandtafel nur ein Stück schwarz angestrichenen Karton. Wir fragten unseren Taxifahrer, ob es nicht eine Möglichkeit gebe, dem Kindergarten eine richtige Wandtafel zu kaufen. – Ja, aber nur in der Hauptstadt Colombo.» Zurück in Colombo kauften sie kurzerhand eine neue Wandtafel und drückten sie ihrem Taxifahrer in die Hand mit dem Auftrag, bei der nächsten Tour diese im Kindergarten abzugeben.

Ein Geschenk in Ehren gehalten
Vier Jahre später entschied sich die Familie Mühlegg ein weiteres Kind zu adoptieren und reiste wiederum nach Sri Lanka. Die erneute Wartezeit wollten sie nutzen, um dem Kindergarten einen Besuch abzustatten. Die Lehrerin freute sich unglaublich über den überraschenden Besuch der Familie und präsentierte stolz die Tafel, zum Schutz in Plastik gehüllt. Jeden Abend wurde sie gut eingepackt und sicher verstaut. Natürlich hatte sie Gebrauchsspuren, sie wurde aber gepflegt wie ein Schatz. «Das war für uns einfach toll zu sehen, dass die Menschen diese kleine Geste, die für uns als einmalige Aktion gedacht war, so geschätzt haben.» Aus der Wandtafel wurde dann mit der Zeit ein richtiger gemauerter Kindergarten und aus dem kleinen privaten Projekt der Verein Lankahelp, welcher 2009 in eine Stiftung umgewandelt wurde.

Das Netzwerk wächst weiter
Die Familie Mühlegg unternahm mit den Kindern wenn möglich jedes Jahr eine Reise nach Sri Lanka, mindestens aber alle zwei Jahre. «Wir wollten unseren Kindern ihr Geburtsland nicht vorenthalten und sie mit dem Land und der Kultur bekannt machen.» Bei jeder Reise lernten sie Neues kennen und initiierten neue Projekte. Besonders im Bereich der Ausbildung von Kindern ­sahen sie grossen Handlungsbedarf. «Der Besuch eines Kindergartens ist in Sri Lanka kostenpflichtig. Wir haben angefangen, den Lohn einzelner Kindergartenlehrerinnen zu zahlen, so dass die Kinder den Unterricht gratis besuchen konnten.» Bis heute unterstützt Lankahelp 12 Kindergärten mit ca. 300 Kindern mit Essen und bezahlt die Löhne der Lehrerinnen. Bislang vergibt Lankahelp über 150 Stipendien an Kinder und Jugendliche, damit sie eine gute Ausbildung geniessen können. Diese Stipendien laufen im Moment, trotz Shutdown, weiter, denn für viele Familien ist das zurzeit die einzige Einnahmequelle.

Eine Tätigkeit wurde zur Passion
Im Ganzen sind es über 15 verschiedene Projekte, die Lankahelp in Sri Lanka betreut und finanziert. In Herrn Raja Rajadurai haben sie bereits vor einigen Jahren einen Vertrauten gefunden. Er fungiert als Geschäftsführer vor Ort und beaufsichtigt Projekte, im Moment auch die Koordination und Vergabe der Essenspakete. «Er schickt uns täglich neue Fotos und schreibt uns, wie sehr sich die Menschen über diese Geste freuen und wie notwendig sie auch ist.»
Lankahelp ist es bewusst, dass mit ihren Projekten nur ein kleiner Teil der Bevölkerung erreicht werden kann. Jedes Jahr sammelt Lankahelp zwischen 100 000 und 150 000 Franken, die zu 98 Prozent nach Sri Lanka gehen. «Wir ziehen nur die notwendigen Kosten für Transport von Waren und kleine organisatorische Ausgaben ab. Alles andere geht dahin, wo es gebraucht wird.» Luisa und Heinz Mühlegg arbeiten dabei unentgeltlich, selbstverständlich bezahlen sie ihre Reise- und Unterkunftskosten selbst. Sie hoffen darauf, jemanden zu finden, der dieses Projekt irgendwann übernehmen möchte. «Möglichst unentgeltlich, denn die Spenden sollen dort ankommen, wo sie gebraucht werden.» (lat)

Hinweis
Lankahelp ist Mitglied des Netzwerks für Entwicklungszusammenarbeit. Weitere Informationen finden sich unter www.entwicklungszusammenarbeit.li und www.lankahelp.org.

Spendenkonto Lankahelp
Liecht. Landesbank AG (LLB)
IBAN: LI35 0

 

11. Mai 2020 / 06:30
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