• Stefanie Jurthe
    Stefanie Jurthe  (SAELY PATRICK PHOTOGRAPHY)

Die «Rasenflüsterin»

Stefanie Jurthe hat sich vor fünf Jahren im Rasen-Coaching selbstständig gemacht. Sie überwacht den Naturrasen auf der Ruggeller Widau.

Die aktuell grösste Baustelle in Liechtenstein befindet sich in Ruggell. Die Gemeinde und der Liechtensteiner Fussballverband (LFV) realisieren ein Projekt zur Optimierung und Sanierung des Freizeitparks Widau, zudem errichtet der LFV dort ein Zentrum für seine Nationalmannschaften. Die Arbeiten vor Ort gehen zügig voran. Der Kunstrasen und der Naturrasen des Hauptplatzes sind bereits vollständig verlegt. Mittendrin bei diesen Arbeiten war Stefanie Jurthe aus dem vorarlber­gischen Gaissau, die sich als Rasen-Coach professionalisiert hat. Angefangen hat alles mit einem Gartenbau-Studium in Berlin. In der Folge arbeitete Jurthe in einem Dienstleistungsunternehmen für Sportplätze. Mit der enormen Erfahrung hat sie sich vor fünf Jahren auf das Rasen-Coaching spezialisiert.

Ruggeller Rasen kommt aus der Nähe von Wien
Seit rund neun Monaten ist sie nun für das neue Grün auf der Ruggeller Widau verantwortlich. Angefangen hat alles mit Voruntersuchungen vor Ort und im Labor. Das bestehende Material wurde genaustens untersucht. In Liechtenstein kannte man Jurthe bereits. Sie ist auch für den Hauptplatz im Rheinpark Stadion und die Trainingsplätze verantwortlich. «Das ist mein Lieblingsstadion. Die Zusammenarbeit dort empfinde ich als sehr schön», so Jurthe. Speziell sei auch die Ruggeller Widau. «Hier wollte man bewusst Ressourcen sparen. Der alte Platz wurde genau untersucht und wir konnten vom vorhandenen Material, das sehr gut war, einiges wiederverwerten und damit unnötige LKW-Fahrten einsparen», blickt Stefanie Jurthe zurück. Tatsächlich keimte der Ruggeller Rasen in der Nähe von Wien und wur­de dort kultiviert. Mindestens 15 Monate dauert dies im Mi­nimum, bis ein Rasenteppich transportfähig ist – eher länger. Dann geht das saftige Grün mit Kühlwagen auf die Reise. Ohne Kühlung wäre der Rasen auf dem Transport wohl abgestorben oder hätte zumindest Schäden davongetragen. «Der Rasen lebt und atmet auch auf der Rolle. Das produziert Wärme. Bei 35 Grad Aussentemperatur unter der Blache des LKW muss das lebende Produkt gekühlt werden», so Jurthe. In Ruggell angekommen, wurde das wertvolle Grün in zweieinhalb Tagen verlegt, und auch hier war grösste Vorsicht geboten. «Wie beim Verlegen von Par­kett ist es wichtig, dass alles ganz exakt abläuft. Andernfalls hat man später Unebenheiten, die kaum mehr ausgebessert werden können.» Beim Ver­legen des Rasens in Ruggell herrschten schlechte Bedingungen. Es war eigentlich viel zu heiss. Gemäss Jurthe stellt der Rasen bei Temperaturen über 25 Grad seine Aktivitäten ein, vegetiert einfach vor sich hin, wächst aber nicht. Temperaturen von 20 bis 25 Grad seien ideal, damit der Rasenteppich sich schnell mit dem bestehenden Grund verbindet. In Ruggell herrschten Temperaturen über 30 Grad. «Wir haben dennoch ein sehr gutes Resultat erzielt und in kurzer Zeit Wurzeln von acht Zentimetern erhalten. Das Resultat war schliesslich ein sehr gutes», so Jurthe.

«Ein junger Rasen ist wie ein kleines Kind»
Mit dem Verlegen des Rasens ist die Arbeit des Rasen-Coachs aber noch nicht getan. «Ein junger Rasen ist wie ein kleines Kind. Er ist anfälliger. Wichtig sind die ersten zwei bis drei Jahre. Ich darf den Ruggeller Rasen weiterhin betreuen», so Jurthe. (kop)

27. Aug 2019 / 21:54
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