Coworking-Space in Ruggell geplant

Die Industriezone Ruggell zieht etliche Jungunternehmer an, wie die anstehende Expansion von «Hoi-Start-ups» zeigt.

Um das Wachstum der Industriezone in Ruggell zu beschreiben, reicht es, einen Blick auf die Zahlen zu werfen. In der nördlichsten Gemeinde des Landes wirtschaften genau 373 Unternehmen, die zusammen 1670 Arbeitsplätze bieten. Ein Grossteil davon arbeitet in der Industriestrasse und im Industriering. Dieses Bild zeichnen aktuelle Zahlen des Amtes für Statistik. Im Jahr 2014 waren es noch 1300 Arbeitnehmer. Auch die Ertragssteuern der Gemeinde haben sich zuletzt sprunghaft erhöht – von 2,6 Millionen Franken im Jahr 2017 auf über drei Millionen Franken im vergangenen Jahr. Die Industriezone zieht offenbar etliche neue Firmen an. Den Weg dafür versucht unter ­anderem die Initiative «Hoi-Start-ups» in Ruggell zu ­ebnen, welche Thomas Büchel, Altregierungschef Klaus Tschütscher und Professor Jan vom Brocke von der Uni Liechtenstein vor drei Jahren aus der Taufe hoben.

Coworking-Space soll entstehen
Zwölf Firmen haben sich im Rahmen von «Hoi-Start-ups» ins Nebengebäude des bekannten Geschäftshauses «Kommod» niedergelassen, das selbst 50 Unternehmen Platz bietet. Weil die Flächen für die Start-ups inzwischen an die Grenzen ihrer Kapazitäten stossen, plant Thomas Büchel diese noch vor Jahresende auf einem anderen, bestehenden Stockwerk deutlich zu erweitern und ein Coworking-Space zu eröffnen. «Wir wollen um weitere acht Arbeitsplätze aufstocken», erklärt Büchel. Geplant ist ein modernes, offenes Büro nach dem Vorbild von Google. Hier können Firmen die ganze In­frastruktur mitnutzen: Die Sitzungszimmer und den Serverraum zum Beispiel. «Wir wollen Gründer unterstützen und arbeiten mit unterschiedlichen Netzwerkpartnern wie der ­Universität Liechtenstein, JCI, Wirtschaftskammer oder dem Ideenkanal zusammen», erzählt Büchel. Dabei soll es nicht bleiben, auch etablierte Unternehmen und Gründer sollen über das Coworking-Space eine Chance haben, sich einzumieten. Büchel sieht den grossen Vorteil seines Angebotes darin, dass Firmen nur eine kurze Bindungsdauer in Kauf nehmen müssen und damit ihren räumlichen Bedürfnissen angepasst wachsen können. Sie müssen sich nicht länger als einen Monat verpflichten. Das mache sie flexibel.

Domizilgesellschaften als Chance

Eine grosse Chance sieht Thomas Büchel auch in neuen gesetzlichen Entwicklungen. Gesellschaften mit Firmensitz in Liechtenstein, die aber im Ausland tätig sind, haben künftig einen schweren Stand. 
Die erste Liechtensteiner Bank hat zum Beispiel die Transaktionen für Domizilgesellschaften (früher Sitzgesellschaften) bereits gestoppt. Andere Banken ziehen nach oder haben bereits ähnliche Massnahmen eingeführt. Hier sieht Büchel Potenzial. «Wir bieten ein professionelles Umfeld, ein eigenes Data-Center und eine gute Autobahnanbindung», erklärt Büchel. Das mache ihn zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Büros in Ruggell weiter steigen wird. (dal)

28. Aug 2019 / 09:38
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