• SAISONSTART, SKI ALPIN, SKI WELTCUP, FIS SKI ALPIN WELTCUP, SAISON 2017/18,
    Ob Tina Weirather beim Riesenslalom Ende Oktober in Sölden am Start stehen wird, ist noch nicht zu 100 Prozent klar. Falls die Planknerin aber das Auftaktrennen auslässt, wird sie in diesem Winter höchstwahrscheinlich nur noch in den Speeddisziplinen starten. Bild: Keystone  (CHRISTIAN BRUNA)

«So ist der Riesenslalom eine Belastung»

In rund sechs Wochen startet in Sölden die neue Weltcup-Saison. Tina Weirather steht mitten in der Vorbereitung und erzählt, wie wichtig die Ferien auf Sizilien waren und weshalb sie in der nächsten Saison eventuell auf den Riesenslalom verzichtet.
Ski. 

Es war ein unglaublicher Winter für Tina Weirather. Insgesamt startete sie in der abgelaufenen Saison bei 21 Weltcuprennen und fuhr davon sieben Mal aufs Podest, zwei Mal sogar zum Sieg. Zur Krönung gewann die mittlerweile 29-jährige Planknerin die Bronzemedaille an den Olympischen Winterspielen in Pyoengchang und verteidigte die kleine Kristallkugel im Super-G Weltcup.

Die Messlatte für den kommenden Winter liegt also hoch. Um die Resultate aus dem letzten Jahr bestätigen oder sogar übertrumpfen zu können, arbeitet Tina Weirather in diesem Sommer härter denn je.

Weirather: «Die Basis ist sehr gut»

«Das Sommer-Training war super. Ich hatte keine körperlichen Beschwerden und konnte dementsprechend gut trainieren», erzählt Weirather, die den grössten Teil der Vorbereitung mit dem Rotor-Team absolviert hat. «Wir sind eine coole Gruppe und es macht daher enorm viel Spass, auch wenn es sehr intensiv ist.» Das sei die Kehrseite des Erfolgs. Je stärker man wird, desto härter und intensiver werde auch das Training. «Doch es hat sich gelohnt: die Basis ist sehr gut», sagt Weirather zufrieden.

Neben dem Training mit dem Rotor-Team reiste die Planknerin  für rund drei Wochen nach Südamerika ins Trainingslager. «Das Schneetraining in Chile war sehr gut. Es hatte zwar wenig Schnee, aber die Verhältnisse waren perfekt.» Sie habe sehr viel Abfahrt trainiert und dies sei für September ganz gut gegangen. «Einzig beim Gleiten hatte ich noch etwas Mühe und dort dementsprechend auch noch Arbeit vor mir», erklärt Weirather. In Chile stand aber nicht nur Abfahrt, sondern auch Super-G und Riesenslalom auf dem Programm. Bei letzterem gab es endlich wieder positives zu berichten. «Beim Riesenslalomtraining habe ich zum ersten Mal seit Langem wieder Licht gesehen. Endlich konnte ich wieder so Riesen fahren, wie ich mir das vorstelle. Leider mussten wir kurz darauf wieder zurück nach Liechtenstein reisen und ich konnte den Flow nicht weiter verfolgen», so die 29-Jährige. Im grossen und ganzen sei das Trainingslager in Chile aber sehr zufriedenstellend gewesen.

 

 

«Habe das Grundpaket, um Rennen zu gewinnen»

Traditionell wird am letzen Wochenende im Oktober auf dem Rettenbachgletscher in Sölden die neue Weltcup-Saison eröffnet. Bis dahin sind es noch genau 43 Tage – oder rund sechs Wochen die verbleiben, um in Form zu kommen. Doch nicht nur die körperlichen Voraussetzungen müssen passen, damit man am Ende zuoberst auf dem Podest stehen kann. Auch das Material spielt eine sehr entscheidende Rolle. Daher nutzen viele Skirennfahrer die Sommerpause, um die perfekte Materialabstimmung zu finden. Auch Tina Weirather? «Ja, auch bei mir gab es einige kleine Sachen, die wir beim Material ausprobiert haben. Im Vergleich zum letzen Jahr war es aber viel entspannter», so Weirather. Der Markenwechsel von Atomic zu Head habe sie letztes Jahr viel Arbeit gekostet. Nun habe sie aber ein Grundpaket, das funktioniere und mit dem sie Rennen gewinnen könne. «Ich konnte in diesem Jahr kleine Veränderungen vornehmen und, wenn es nicht passte, wieder auf das Grundpaket zurück greifen. Letztes Jahr hatte ich diese Möglichkeit nicht und das machte es schwieriger.»

«Kopf lüften» auf Sizilien

Nach dem Trainingslager in Chile reiste Weirather erstmals weiter auf die italienische Insel Sizilien, wo eine Woche Ferien anstand. «Das habe ich erst zum zweiten Mal gemacht. Früher reiste ich nur im April in die Ferien und habe mich danach voll und ganz auf die Vorbereitung konzentriert», erzählt die 29-Jährige. Doch nach dem Trainingslager in Chile sei sie immer «neben den Schuhen» gewesen und das Training sei nicht wirklich fördernd gewesen. «Ich bin irgendwie immer auf Notstrom gelaufen und darunter hat das Training gelitten. Jetzt konnte ich dank dieser Woche Ferien den Kopf nochmals Lüften und mit neuer Frische ins Training starten.» Sie hätte es auf die harte Tour lernen müssen, aber es lohne sich auf jeden Fall.

Seit Mittwoch ist Weirather wieder zurück und das Training steht wieder an erster Stelle. «Nächsten Mittwoch geht es nach Zermatt ins Gletschertraining. Dort steht nochmals ein Speedblock auf dem Programm, bevor ich den Fokus dann auf den Riesenslalom richte.»

Weirather will weiterhin auch im Riesen starten

Der Riesenslalom war in der letzten Saison das Sorgenkind bei der Planknerin. Der 17. Rang in Ofterschwang war noch das beste Ergebniss in einer enttäuschenden Riesen-Saison. «Letztes Jahr war ichüberhaupt nicht kokurrenzfähig», gibt sich Weirather selbstkritisch. Und daher ist klar: So kann es im Riesenslalom nicht weitergehen. «Es bringt mir nichts, wenn ich so weit weg bin von den Besten. So ist es nur eine mentale Belastung für mich.» Ihr Ziel sei es ganz klar in der Abfahrt und im Super-G erfolgreich zu sein und Rennen zu gewinnen. «Wenn der Riesenslalom meine Leistungen in den Speeddisziplinen negativ beeinflusst, dann werde ich dort wahrscheinlich nicht mehr starten», sagt Weirather. Ihr Start beim Saisonauftakt in Sölden ist deshalb noch nicht zu 100 Prozent fix. Und wenn die Planknerin beim Riesenslalom in Sölden nicht am Start sein sollte, dann wird sie wohl die gesamte Riesen-Saison auslassen. 

Doch soweit ist es noch lange nicht und Weirather will alles daran setzen, dass sie auch im kommenden Winter in drei Disziplinen am Start steht. «Ich will weiterhin Riesen fahren. Ich habe jetzt noch  Zeit, um auch in dieser Disziplin wieder auf das Niveau zu kommen, auf dem ich fahren kann. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich im Riesenslalom vorne mitmischen und auch Podestplätze herausfahren kann. Deshalb stehen die Chancen, dass ich in Sölden starten werde im Moment bei etwa 90 Prozent.» (rb)

13. Sep 2018 / 22:38
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen ein Gutschein im Wert von 20 Franken von hierbeimir
30.04.2019
Facebook
Top