• Rainer Beck, Planken
    «Ich möchte den eingeschlagenen, aus meiner Sicht erfolgreichen Weg weitergehen.»  (Tatjana Schnalzger)

«Liebenswertes Bergdorf erhalten»

Im März haben Plankens Einwohner ihren Vorsteher Rainer Beck für vier weitere Jahre gewählt. Es sei keine einfache Ausgangslage gewesen, so Beck. Motiviert blicke er aber nach vorne und erwarte im Gemeinderat eine sachbezogene Zusammenarbeit.
Planken. 

Interview: Bettina Stahl-Frick

Herr Beck, im März wurden Sie erneut zum Vorsteher von Planken gewählt. Ein schönes Gefühl, solch eine Bestätigung, oder?
Rainer Beck: Ja, natürlich. Ich habe mich über die Wiederwahl sehr gefreut und danke den Wählerinnen und Wählern für ihre Unterstützung und für das in mich gesetzte Vertrauen.

Allerdings war es knapp. Ihr Herausforderer Gaston Jehle hatte nur vier Stimmen weniger. Womit konnten Sie schliesslich punkten?
Ausgehend von einer klaren absoluten Mehrheit der FBP in Planken war die Ausgangslage nicht einfach für mich. Von einer guten Wiederwahl bis zu einer schmerzhaften Abwahl war alles möglich. Dazu kam, dass der Gemeinderat gerade in den letzten vier Jahren einige Beschlüsse fasste und Stellenbesetzungen vornahm, die von der Bevölkerung teilweise sehr emotional aufgenommen wurden und die ausschliesslich mir und nicht dem gesamten Gemeinderat angelastet wurden. Dennoch hat es für eine Wiederwahl gereicht, wofür ich sehr dankbar bin. 

Sie bleiben somit Plankens Vorsteher, verändert hat sich allerdings der Gemeinderat. Wie schätzen Sie denn die Zusammenarbeit in dieser neuen Konstellation ein?
Es ist heute noch zu früh, eine Einschätzung hinsichtlich der Zusammenarbeit im Gemeinderat abzugeben. Die FBP hat mit vier Gemeinderätinnen und Gemeinderäten weiterhin eine absolute Mehrheit und somit das Sagen in Planken. Demgegenüber sind die Freie Liste mit einer Gemeinderätin und die VU mit einer Gemeinderätin und mir vertreten. Ich erwarte dennoch in den nächsten vier Jahren eine sachbezogene, verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit, um Planken weiter voranzubringen.

Nun heisst es, den Fokus auf die nächsten vier Jahre zu legen: Was konkret wollen Sie als Nächstes in Angriff nehmen?
Es gibt verschiedene Themen und Projekte, die es umzusetzen gilt. Ein harter Brocken steht uns hinsichtlich des Gemeindehaushalts bevor. Sollte Planken in den nächsten Jahren die 501-Einwohner-Marke knacken, müssen wir mit einer massiven Kürzung des Finanzausgleichs rechnen, auf die wir uns entsprechend einrichten müssten, sollte eine Anpassung des Finanzausgleichsgesetzes nicht möglich sein. 

Was ist Stand der Dinge  punkto Gafadura, beziehungsweise wird es bei der Quelle künftig ein Parkverbot geben? 
Der Gemeinderat hat ein gemeindeweites Parkplatzkonzept verabschiedet, welches nun Schritt für Schritt umgesetzt werden soll. Dazu zählt auch die Schaffung eines Parkplatzes am Dorfende beim Werkhof Wäsle, der den heutigen Parkplatz beim Wasserreservoir Rütti ersetzen soll, da dieser bekanntlich nur über eine einspurige Alpstrasse zu erreichen ist. Das Ganze wird jedoch  sehr emotional hochgekocht. Dieselben Personen, die sich im Dorfgebiet für Tempo 30 starkmachen, sprechen sich für die Beibehaltung des Holzlagerplatzes als Parkplatz beim Reservoir Rütti aus. Im Sinne der Verkehrssicherheit ist dies nicht wirklich nachvollziehbar und konsequent.

Seit Ende März hat Planken auch wieder eine Dorfbeiz, zumindest am Freitag. Bislang war die «Fritigsbeiz» immer gut besucht. Denken Sie, man sollte das Angebot ausweiten?
Die Testphase der «Fritigsbeiz» läuft noch bis anfangs Juli. Dann erwarten wir einen Bericht der beauftragten Projektgruppe mit den entsprechenden Empfehlungen, auf welche der Gemeinderat an seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause eingehen wird.

Wie steht es eigentlich aktuell um den «Hirschen»? Gibt es da keine Bestrebungen, diese Dorfbeiz wieder zu eröffnen?
Das Gasthaus Hirschen befindet sich in Privatbesitz. Es ist mir nichts Konkretes bekannt, was hinsichtlich der Nutzung dieser Liegenschaft geplant ist. 

Apropos Einwohner: Soll es in Planken künftig Alterswohnungen geben?
Dies war ein FBP-Wahlkampfthema bei den diesjährigen Gemeindewahlen. Offensichtlich wurde dabei vergessen, dass es vor sechs Jahren eine Projektgruppe «Wohnen in Planken» unter dem Vorsitz des damaligen Vizevorstehers gab, die sich mit dieser Frage auseinandersetzte und nach einer Umfrage zum Schluss kam, dass eine Realisierung von Alterswohnungen in Planken nicht zweckmässig ist. Die Senioren sind heute noch dieselben wie damals, weshalb ich keine Veranlassung sehe, hier derzeit aktiv zu werden.

Und wie steht es aktuell mit Tempo 40?
Die Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten hat die Beschwerde der Gemeinde auf Beibehaltung von Tempo 40 bekanntlich abgelehnt, worauf der Gemeinderat den Fall an den Verwaltungsgerichtshof weiterzog. Wir erwarten eine Entscheidung im Laufe des Sommers. Auch haben wir noch Hoffnung, dass sich allenfalls auf Gesetzes- oder Verordnungsebene etwas in unserem Sinne bewegen lässt. 

Wie soll sich die kleine Gemeinde in den nächsten vier Jahren mit Ihnen an der Front entwickeln?
Ich möchte den eingeschlagenen, aus meiner Sicht erfolgreichen Weg weitergehen und Planken als lebens- und liebenswertes Bergdorf unter Einbezug der Bevölkerung erhalten und gezielt verbessern. 

04. Jun 2019 / 06:00
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