• 20180903 Besuch bei Gerold Büchel, der vom Unterland nach Planken gezogen ist und dafür seinen Sitz im Landtag aufgegeben hat
    Gerold Büchel hat sich mit seiner Familie für ein Leben in Planken entschieden.  (Nils Vollmar)

Ein neues Zuhause gefunden

Geboren und aufgewachsen in Ruggell, hat der 44-jährige Gerold Büchel in Planken eine neue Heimat gefunden. Für seinen Umzug auf die «sonnige Landschaftsterrasse» hat der ehemalige FBP-Politiker sogar sein Landtagsmandat «geopfert».

Ja, es soll sie geben, diese Unterländer, denen es im Traum nicht  einfallen würde, ins Oberland zu ziehen – das gilt natürlich auch umgekehrt. Irgendwie scheint der psychische «Scheidgraben» bei den Liechtensteinern auch im 21. Jahrhundert noch gross zu sein. Doch Gerold Büchel gehört definitiv nicht dazu. Geboren, aufgewachsen, wohnhaft und arbeitend in Ruggell, ist er vor drei Jahren  nach Planken gezogen. Hier, auf der «Sonnenterrasse Liechtensteins», wie Planken auch genannt wird, hat er sich gemeinsam mit seiner Frau Marlene ein neues Heim geschaffen und eine Familie gegründet. Im Jahr 2016 kam die gemeinsame Tochter Hanna zur Welt, im kommenden Oktober wird Gerold Büchel zum zweiten Mal Vater.

Vom Wahlkreis Unterland in den Wahlkreis Oberland

Hanna – und bald auch ihr Geschwisterchen –, dürfen an einem ruhigen Ort aufwachsen, der sich seinen dörflichen Charakter bewahrt hat. Einem Ort, der familienfreundlich ist, in dem es kaum Verkehr gibt und der es den Kindern bzw. der ganzen Familie ermöglicht, mitten in der Natur zu leben. Und genau deshalb sind Gerold Büchel und seine Frau Marlene auch nach Planken gezogen. «Die Talgemeinden haben einen schon fast vorstädtischen Charakter. Und wir wollten einen ruhigen Ort für die Kinder», erklärt Gerold Büchel den Entscheid, ein Haus in Planken zu kaufen. Dass hier zudem die Finanzierbarkeit gegeben war, war natürlich ein weiterer, grosser Pluspunkt für den ehemaligen Landtagsabgeordneten der FBP. Ehemalig deshalb, weil er mit seinem Wohnsitzwechsel von Ruggell nach Planken und damit dem Wegzug aus dem Wahlkreis Unterland in den Wahlkreis Oberland – sein Mandat niederlegen musste. Büchel wurde 2009 zum ersten Mal in den Landtag gewählt, im Februar 2013 erfolgte seine Wiederwahl. 2015 entschied sich Gerold Büchel schliesslich für Planken – und damit gegen einen Stuhl im Landtag. «Ich habe mich gerne politisch engagiert. Doch dieses Engagement ist auch mit viel Arbeit und Zeit verbunden», erinnert sich Büchel zurück. Und dennoch fiel es ihm nicht schwer, auf das politische Amt zu verzichten. «Das Angebot für den Kauf des Hauses hat sich kurzfristig ergeben. Damit verbunden war auch der Verkauf des Elternhauses in Ruggell – und plötzlich ging alles ganz schnell», erzählt Büchel. «Also habe ich Prioritäten gesetzt. Und es waren die richtigen», ist er mit Blick auf seine Tochter Hanna und seine schwan­gere Frau Marlene überzeugt.

Überrascht von der Vielfältigkeit

Es ist nicht so, dass für Gerold und Marlene Büchel generell nur ein Leben auf dem Land in Frage kommen würde. Im Gegenteil: Sie wissen die Vorzüge von Grossstädten durchaus zu schätzen. So war Gerold Büchel drei Jahre lang im texanischen Austin in den USA und in Lyon oder Grenoble in Frankreich unterwegs. Und auch die aus Vorarlberg stammende Marlene Büchel war lange Zeit in Finnland wohnhaft und lebte ebenfalls nicht zurückgezogen auf dem Land. «Als wir uns aber schliesslich für Liechtenstein als Heimat entschieden haben, war klar, dass wir mit Blick auf die Kinder dem ländlichen Leben den Vorzug geben», so Gerold Büchel. Gesagt. Getan.

Der Ruggeller fühlt sich in Planken wohl – und ist in vielerlei Hinsicht positiv überrascht, was die kleinste Gemeinde des Landes so alles zu bieten hat. «Die Plankner sind sehr engagiert und es findet ein aktives Dorfleben statt», ist Büchel fasziniert von der Vielfältigkeit des Angebots und freut sich über die zahlreich stattfindenden Kurse und Veranstaltungen. Doch auch sonst fühlt er sich pudelwohl in Planken und stellt mit Freude fest: «Sogar die Jahreszeiten sind hier ausgeprägter.»

Die Sonne begleitet ihn auch beruflich

Dass sogar die Sonne irgendwie anders scheinen soll in Planken, kommt Gerold Büchel auch beruflich entgegen. Denn der gelernte Physiklaborant und Wirtschaftsinformatiker hat in der ehemaligen Balzers AG und heutigen Oerlikon Balzers sieben Jahre lang Produktionsmaschinen zur Herstellung von Solarmodulen entwickelt. Seit dem Jahr 2009 widmet er sich mit seiner Firma, der Büchel-Hoop Photovoltaik AG in Ruggell, hauptberuflich dem Thema erneuerbare Energie und liefert den Liechtensteinern Sonnenstrom vom eigenen Dach. So hat sich die Lebenseinstellung Büchels also auch beruflich niedergeschlagen. «Nicht nur meinen Kindern möchte ich zu Umweltbewusstsein und einem naturnahen und nachhaltigen Lebensstil verhelfen.» Es gibt schon heute viele gute Gründe für Solarenergie – und es werden immer mehr. Dieser Fakt ist zwar auch im Tal bekannt. Auf der «Sonnenterrasse» Liechtensteins wird einem dies aber umso mehr bewusst. (dv)

10. Sep 2018 / 18:32
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