• Mule Deer
    Dank der ruhigen Lage und Kleinheit von Planken sind im Dorf immer wieder Hirsche zu beobachten.  (DIGIcal)

Dort, wo sich Hirsch und Reh gute Nacht sagen

Gerade Hirsche bekommt man in Liechtenstein selten zu Gesicht. Nicht so in Planken: Dort fühlt sich das Wild wohl und sucht manchmal auch die Vorgärten auf.
Planken. 

Hirsche und Rehe können in Planken immer wieder beobachtet werden. Sobald die Sonne zwischen der Alvierkette und dem Säntis untergegangen ist, suchen sie das Dorf, vor allem im Winter, immer wieder auf. Eine Gegebenheit, die es in anderen Gemeinden  nur noch selten gibt. Denn vor allem das Rotwild, also der Hirsch, ist ein sehr scheues Tier und ist gerne ungestört. In Planken kehrt nach Feierabend ziemlich schnell Ruhe ein. Durchgangsverkehr gibt es nicht, laute Treffpunkte sind auch eher selten und die Wege sind kurz. Für den Hirsch eine gute Voraussetzung, seinen Hunger in den Vorgärten zu stillen.
Das freut natürlich nicht jeden Gartenbesitzer. Deshalb sind in Planken, vor allem in der kalten Jahreszeit, oft hohe Elektrozäune zu sehen, welche die Gärten als Schutzmassnahme umschliessen. «Ein normaler Zaun hält einen Hirsch nicht ab», weiss Philipp Schafhauser, Jagdaufseher in Planken. Hin und wieder gebe es im Dorf tatsächlich Schadensmeldungen; diese hielten sich aber in Grenzen. Eine Entschädigung im Falle von Wildschäden ist jedoch nur dann möglich, wenn der Besitzer alles Zumutbare unternommen hat, um die Schäden zu vermeiden. 

Nicht alle Pflanzen stehen auf dem Speiseplan

Geschossen wird im Dorf nicht, «das wäre viel zu gefährlich», sagt Schafhauser. Allerdings betreiben die Jäger Präventionsarbeit. Sie klären die Besitzer auf und beraten sie, mit welchen Massnahmen das Wild von den Gärten ferngehalten werden kann. Neben den Elektrozäunen gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, die Tiere fernzuhalten. Es müssen auch nicht alle Pflanzen geschützt werden, da nicht alles gefressen wird. «Hirsche mögen vor allem Efeu oder Rosen», erklärt der Jagdaufseher. Aber nicht alle Gartenbesitzer stören sich an den Tieren, wie der Jäger erzählt. «Es gibt auch Bewohner, die froh sind, wenn sie die Hecken nicht selbst schneiden müssen und gerne ein Stück Natur im Garten haben.»
Achtung: Wildwechsel auf der Plankenstrasse

Zu sehen ist das Wild nicht nur im Dorf, sondern auch bei der Hauptstrasse von Planken nach Schaan. Vor allem in der Dämmerung ist auf dieser Strasse Vorsicht geboten, damit es nicht zu Wildunfällen kommt. Dort sind besonders die Rehe aktiv und queren gerne die Strasse. Die Jäger versuchen auch dort vorzubeugen. «Wir sind allerdings nur für den oberen Teil der Strasse zuständig. Der untere Bereich fällt ins Schaaner Jagdrevier Alpila», so Philipp Schafhauser. Um das Wild von der Strasse fernzuhalten, sind Geräte positioniert, die ein Pfeifgeräusch abgeben. Manchmal mache es aber auch Sinn, Tiere, die sich dauernd im Bereich der Strasse aufhalten, zu erlegen. «Nichtsdestotrotz sollten die Autofahrer auf dieser Strecke die Augen offen halten und den Fuss weg vom Gas nehmen.»

Ein wildreiches Jagdrevier

Nicht nur weil das Dorf abgeschieden liegt, fühlt sich das Wild in Planken wohl. In der kleinsten Gemeinde Liechtensteins findet das Wild noch Plätze, wo sie Ruhe vor dem Menschen haben – in anderen Revieren gibt es nicht mehr viele solche Gebiete. Gerade im Winter ist Ruhe für das Wild überlebenswichtig. Wird es dauernd durch Freizeitaktivitäten der Menschen gestört, verbraucht es  zu viel Energie. «Das Plankner Jagdrevier ist wunderschön, auch wenn es teilweise wegen der steilen Lage sehr herausfordernd ist», verrät der Jagdaufseher. 

Das Wildaufkommen ist gross: Von Hirsch und Gams über Fuchs und Dachs bis hin zum Luchs leben, ausser dem Steinbock, alle in Liechtenstein vorkommenden Wildtierarten in Planken. Der Jagdaufseher ist sich sicher, dass auch der Wolf schon durch das Revier gestreift ist. Nachweise gibt es allerdings noch keine.

Wildkorridor nicht intakt

Eigentlich befindet sich Planken mitten in einem Wildkorridor, welcher Vorarlberg, Liechtenstein und Werdenberg verbindet. Allerdings ist dieser durch die Autobahn unterbrochen, sodass es praktisch keinen Austausch mehr gibt. «Die Schweiz ist dabei, solche unterbrochenen Korridore wiederherzustellen», weiss Philipp Schafhauser. Allerdings mache dies nur Sinn, wenn der Korridor auch in Liechtenstein durchgängig ist. «Solange wir den Korridor bei uns nicht weiterführen und im Riet ausreichende Vernetzungsstrukturen realisieren, wird die von der Schweiz geplante Wildbrücke zwischen Buchs und Haag wahrscheinlich nicht gebaut.» (manu)

03. Jun 2019 / 18:59
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