• Manuela und Elena Marxer Lippuner.
    Manuela Marxer Lippuner mit Tochter Elena. (Bild:pd)

Leichtathletikszene sorgte für Aufsehen

Erstaunlich viele Einzelsportler aus der Gemeinde Mauren-Schaanwald fanden in der Vergangenheit den Weg in die internationale Welt. Nach der Präsentation der Skifahrer, Fussballer und Radfahrer präsentiert das «Vaterland» die Leichtathletikszene und den Blick auf die weiteren Sportarten in Mauren-Schaanwald.
Mauren-Schaanwald. 

An Olympischen Sommer- und Winterspielen tummelten sich neben Birgith Heeb, Günther Marxer und Patrick Matt auch weitere Sportler aus Mauren.

Manuela Marxer hält immer noch fünf Landesrekorde
In der Leichtathletikszene sticht ein Name besonders heraus: Die Schaanwälderin Manuela Marxer Lippuner (53), die sich während ihres Studiums in Bern dem TV Länggasse Bern anschloss (Psychologie). 1984 in Los Angeles startete sie neben Helen Ritter. Im Siebenkampf sammelte sie ers­te Erfahrung auf höchster Stufe und belegte mit 4913 Punkten den 20. Rang (23 Teilnehmerinnen).  Vier Jahre später startete sie «nur» über die 100 m Hürden, denn Yvonne Hasler hatte sich das FL-Ticket im Siebenkampf gesichert. In 14,38 Sekunden realisierte sie Rang 32 (36 Teilnehmerinnen).

1992 in Barcelona beendete Marxer den Wettkampf mit 5749 Punkten als 24. von 32 Teilnehmerinnen. Vier Jahre später in Atlanta (USA) brach die Schaanwälderin ihren Wettkampf aufgrund muskulärer Probleme im Oberschenkel, der Gefahr eines Muskelfaserabrisses, vor Disziplin fünf, dem Weitsprung, ab. Die beste Klassierung glückte ihr als EM-Zwölfte 1994 in Helsinki.

Sie hält mit 6093 Punkten (Mai 1994 in Götzis) nach wie vor ihre Bestleistung und ist zudem Besthalterin über 100 m, 100 m Hürden, im Weitsprung und im Kugelstossen. Ihren Trainer und langjährigen Lebenspartner Burkhart «Burle» Lippuner hat sie vor 16 Jahren geheiratet, aus der Ehe entsprang Tochter Elena (16). «Sie ist Rettungsschwimmerin und eher die Wasserratte; sie schwimmt besser als ich», sagt Manuela Marxer. Gemäss dem Hause Marxer Lippuner wird niemand in die Fussstapfen treten.

Die ehemalige Spitzensportlerin treibt heutzutage rege Sport: Krafttraining, Spinning, Crosstraining, Joggen sowie Skifahren und Biken. «Diese Sportarten dienen zum Ausgleich, um fit zu bleiben», klärt Marxer Lippuner auf, die nach Beendigung ihrer Karriere als LA-Instruktorin den Schweizer Nachwuchskader im Mehrkampf bis zur Geburt ihrer Tochter trainiert hatte. Vor 22 Jahren beendete sie ihre internationale Karriere. Sie denkt, dass sie im Siebenkampf zu Hause war. «Allerdings weiss ich nicht, ob ich die  richtige Sportart betrieben hatte und das grosse Talent im Siebenkampf war. Die Vielseitigkeit mit koordinativen Aufgaben haben mir Spass bereitet», räumt Marxer ein, die nun mit ihrer Familie in Gossau (ZH) wohnt.

Ritter-Zwillinge belebten die FL-LA-Szene
Legendär waren die Ritter-Zwillinge Maria und Helen (61), die die heimische Leichtathletikszene belebten und 1976 in Montreal (Can) gemeinsam am Start standen. Helen Bischofberger-Ritter wagte sich über die 200-m- und 400-m-Distanz. Über die 200 m schied sie als Siebte (26,15) im Vorlauf aus. Im 400-m-Vorlauf verfehlte sie als Sechste ihres Vorlaufs (58,52) den Einzug ins Viertelfinale (37.). Maria Splitt-Ritter, die von einer Knochenhautentzündung beeinträchtigt war, verpasste als Siebte des 800-m-Vorlaufs (2:14,39) die Halbfinals (34.). Teamarzt Bernhard Segesser erteilte ihr in der Folge ein Startverbot für die 1500-m-Rennen.
Helen Bischofberger-Ritter stand acht Jahre später, 1984 in Los Angeles, erneut am Start. Im ersten Vorlauf über 1500 m klassierte sie sich in 4:19,39 min als Neunte; Rang 16 unter den 22 Teilnehmerinnen.

Die Möglichkeiten, die sich Helen Ritter vor mehr als 30 Jahren im Vergleich zur heutigen Zeit boten, waren kein Schleck. «Früher sind wir oft mit dem Rad nach Gisingen gefahren, weil wir damals keine optimale Laufbahn hatten. Heute besteht in Schaan eine ideale Infrastruktur. Heute sind zudem Trainingsanleitungen im Internet zu finden. Um einen Sportmediziner zu konsultieren, mussten wir früher nach Muttenz fahren; heute besteht das Angebot in Bad Ragaz», nannte Helen Bischofberger-Ritter einige namhafte Unterschiede und präzisierte: «Ohne ­eine grosse Trainingsbereitschaft im hohen Masse können keine ­guten Leistungen erzielt werden. Aufgrund des breiten Sportangebots ist die Leichtathletik nicht mehr so populär wie früher.»

Langläufer, Judokas und Schützen belegen Vielfalt
Neben den Leichtathleten, Ski- und Radsportlern qualifizierten sich etliche weitere Maurer Bürger für Olympia. Egon Matt und Arthur Meier nahmen an den Langlaufbewerben in St. Moritz 1948 teil. Alois Lampert (†) bestritt das Radrennen 1952 in Helsinki und klassierte sich auf Rang 30. 1960  startete in Rom Gustav Kaufmann sen. über 50 m Gewehr liegend (Rang 38 mit 374 Ringen); Egon Oehri startete über 800 m und ­belegte in seinem Vorlauf mit 2:00,49 Rang sechs (50); im 1500-m-Rennen gab er auf.

1976 in Montreal (Can) hatte sich zudem der Schaanwälder Judokas Fritz Kaiser (Mittelgewicht bis 80 kg) qualifiziert, verlor zum Auftakt gegen Walter Huber (Ven) mittels Ippon und klassierte sich auf Rang 19.
Die Judoka Biggi Blum schrieb in Barcelona 1992 Geschichte. Einerseits war sie die erste FL-Judoka an einem Olympiaturnier und anderseits schlug sie zum Auftakt die US-amerikanische Meisterin Lynn Roethke sensationell, verlor den zweiten Kampf und belegte letztlich Rang 16. 1996 scheiterte Blum in Atlanta bereits in der ersten Runde an der Vize-Olympiasiegerin von 1992, Yael Arad (Isr).

Der Maurer Michael Klingler pilotierte 2010 in Vancouver den Liechtensteiner Zweierbob; an Bord war auch Jürgen Berginz aus Mauren: Ein Sturz beende­te das Vorhaben im ersten Run. Da sich Klingler eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, kam der Viererbob, für den der dritte Maurer, Benedikt Lampert, auch vorgesehen war, nicht zum Einsatz. (eh)

24. Okt 2018 / 12:37
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