• Sonja Kaiser vor einem Abflug auf dem Rollfeld.

«Die beste Lebensschule, die es gibt»

Es gibt nur wenige Menschen in Liechtenstein, die von sich behaupten können, über den Wolken zu arbeiten. Sonja Kaiser aus Mauren ist eine davon, denn seit fünf Jahren arbeitet sie als Flugbegleiterin bei der Swiss.
Mauren. 

Schon als kleines Kind fand die 35-Jährige den Beruf des Flight Attendants faszinierend. Nichtsdestotrotz verfolgte sie zuerst eine kaufmännische Laufbahn, bis ihre kleinste Schwester in das Flugbusiness einstieg. «Dies gab mir den Ausschlag, meine Bürotätigkeit zu reflektieren», so Sonja Kaiser. Zwei Jahre lang arbeitete ihre Schwester bereits als Flight Attendant bei der Swiss, als sich auch Sonja Kaiser für eine solche Stelle bewarb. «Ich wollte einmal aus Liechtenstein wegkommen und etwas Neues machen», erklärt sie ihre Motivation. Auch arbeite sie gerne mit Menschen zusammen und wollte ausprobieren, wie es ist, einen unregelmässigen Tagesablauf zu haben. 

Anspruchsvolles Aufnahmeverfahren
Der Weg zu der Fluggesellschaft stellte sich aber gar nicht so einfach dar, wie sich manche denken mögen. Nach einem normalen Bewerbungsprozess, bei der auch die Grösse sowie das gesamte Erscheinungsbild eine Rolle spielen, hatten die Anwärter ein halbtägiges Aufnahmeverfahren zu durchlaufen. «In diesem Assessment wurden beispielsweise die Fremdsprachenkenntnisse wie auch die Teamfähigkeit getestet», erzählt die heutige Flugbegleiterin. Wer den Vormittag bestanden hatte, kam eine Runde weiter und hatte ein normales Bewerbungsgespräch. So wurden lediglich 22 Frauen und Männer aus den mehreren hundert ausgewählt, die sich jedes Jahr bewerben. Auch die zweimonatige Einarbeitungsphase gestaltete sich anspruchsvoll. Mehrere Trainings mussten absolviert und Prüfungen abgelegt werden. «In erster Linie sind wir als Flight Attendants für die Sicherheit der Passagiere an Bord verantwortlich», so Kaiser. Die Flugbegleiter sorgen vor jedem Abflug dafür, dass alle Vorschriften beachtet werden, dass die Türen richtig verschlossen sind und dass alle Gepäckstücke wie auch mobilen Bestandteile des Flugzeugs gesichert sind. Und natürlich seien sie auch um das leibliche und seelische Wohl der Gäste besorgt: «Man sagt auch, dass eine Flugbegleiterin Krankenschwester, Psychologin und Gastgeberin zugleich ist». 

In Südafrika auf Reitsafari
Neben den teils anstrengenden Flügen hat der Job des Flight Attendants natürlich auch seine schönen Seiten. «Wir können in der ganzen Welt umher reisen und lernen dadurch nicht nur viele Menschen, sondern auch neue Kulturen kennen», zählt die Flugbegleiterin die Vorteile ihres Berufes auf. Bei ihren Aufenthalten in Südafrika hat sie beispielsweise schon mehrfach eine Reitsafari unternommen oder ging fein essen: «Die haben das beste Essen», schwärmt sie. Sie schätzt es auch, mit der Crew etwas zu unternehmen, Ausflüge zu machen oder etwas anzuschauen. «Besonders schön fand ich, als ich einer jungen Flugbegleiterin San Francisco zeigen konnte; eine Stadt, die ich schon gut kenne». 
Vergangenes Jahr sei sie beim letzten Flug eines langjährigen Kapitäns dabei gewesen. «Während der ganzen Reise blieb die ganze Crew zusammen, wir unternahmen einen Ausflug auf eine Insel und führten sogar Sketche auf», erzählt Kaiser. Der Kapitän wurde nach dem Flug mit einem Pferd abgeholt, was natürlich für grosses Aufsehen sorgte. Bis jetzt sei sie schon an allen Destinationen gewesen, die die Swiss anfliegt, ausser Peking. «Dort würde ich dann die chinesische Mauer besichtigen». 

«Teamspirit überträgt sich auf Passagiere»
Auch während der Arbeit im Flugzeug erlebte Sonja Kaiser schon manche Überraschungen: Strenge Hin- und Retourflüge, die einen ganzen Tag dauern, seien bei den Crews meistens nicht so beliebt. «Da hatte ich aber schon mehrfach ein so gutes Team, dass wir trotz der Anstrengung sehr viel Spass hatten», berichtet Kaiser. «Dieser Teamspirit und diese Harmonie überträgt sich dann auch auf die Passagiere.» 
Demnächst beginnt Sonja Kaiser eine Zusatzaufgabe als Quality Ambassador und wird im Spezialistenteam für den Duty Free mitarbeiten. Ob sie ihren Job jungen Frauen empfehlen würde? «Auf jeden Fall. Es ist die beste Lebensschule, die es gibt». (mk)

25. Okt 2018 / 14:18
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Ligital 2018 in Vaduz
Zu gewinnen 10 Tickets für den Ligital Event am Donnerstag, 6. Juni
23.05.2019
Facebook
Top