• Bushaltestelle Pinocchio, Bendern
    Bushaltestelle Pinocchio, Bendern,  (Tatjana Schnalzger)

Wieso heisst diese Bushaltestelle Pinocchio?

Wer oft mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie so heissen, wie sie eben heissen. In der Gemeindeserie #näherdran werden einige davon erklärt.

In Bendern auf der Strasse Richtung Schaan steht im Riet neben der Herbert Ospelt Anstalt die Bushaltestelle Pinocchio. Doch was hat die Kinderbuchfigur mit dem Riet oder mit Ospelt zu tun? Wird dort etwa viel gelogen oder arbeiten dort nur Hampelmänner? Wohl kaum. Die Haltestelle trägt den Namen wegen des ehemaligen Restaurants «Pinocchio», das damals dort stand. Vor einigen Jahren wurde es abgebrochen, doch der Name ist geblieben. Und damit verbunden bei vielen Liechtensteiner auch die Erinnerungen an das legendäre Lokal. «Im Pinocchio sind wir früher als Kind beim Sonntagsspaziergang jeweils ein Glace essen gegangen», erzählt ein Kollege. Ein anderer schwärmt von den feinen Toasts, die es in der Beiz gegeben hatte. Andere behaupten, dass man früher im Pinocchio alles bekommen habe, wofür man sonst in die grosse Stadt gehen musste.

 
Verbrachte Kindheit dort

Einer, der viele gute Erinnerungen an das Pinocchio hegt, ist Michael Hasler, Enkel der langjährigen Pinocchio-Wirtin Berta Hasler. Er lebte die ersten 13 Jahre seines Lebens in der Beiz an der Schaanerstrasse, in der Grossmutter und Mutter arbeiteten. «Wir wohnten über dem Lokal. Eine Küche oder Wohnzimmer hatten wir jedoch nicht – dafür war das Restaurant da», sagt Hasler. Auch er hat mitgeholfen und oft hinter dem Buffet gearbeitet. «Wir haben als Mehrgenerationenbetrieb funktioniert und mit- und füreinander gelebt und gearbeitet. Daraus habe ich viel für mein Leben mitgenommen», so Hasler. Im Lokal sei immer etwas los gewesen. Langeweile gab es in Haslers Kindheit nicht. 

Da das Lokal auf Rietboden stand, sei der Keller mindestens einmal im Jahr geflutet gewesen. Dann sei jeweils die Feuerwehr gekommen und sobald die Pumpen liefen, gab es ein Fest im Lokal. Doch wie kam das Pinocchio zum Namen?«Als wir das Lokal 1978 bauten, war mir klar, dass ich ihm einen Namen geben wollte, den es noch nicht gibt», sagt Berta Hasler, die Gründerin und langjährige Wirtin des Restaurants. «Der Name gefiel mir – so einfach ist das.» Mit dem Kindermärchen habe die Wahl nichts zu tun gehabt. Der Klang habe ihr einfach gefallen. Nach 20 Jahren hörte sie auf zu wirten. «Ich war im Pensionsalter. Zudem drohte das Rauchverbot und die Stammtischbesuche wurden weniger.» Das Lokal verkaufte sie an den Nachbarn, «Onkel Herbert», der an dieser Stelle später Parkplätze baute. «Es freut mich, dass die Bushaltestelle geblieben ist. So lebt das Pinocchio irgendwie weiter.»
So sah das Pinocchio früher aus.


So sah das Pinocchio damals aus. 

Name Pinocchio stand bei Liemobil auf der Kippe

Heute erinnert vor Ort nichts mehr an die legendäre Beiz – bis eben auf die Bushaltestelle. Bei Liemobil diskutierte man vor rund einem Jahr darüber, ob man die Haltestelle umbenennen soll, beispielsweise in «Ospelt», da der Betrieb gleich bei der Haltestelle liegt. Doch man hat sich dagegen entschieden. «Man tut den Fahrgästen keinen Gefallen, wenn man Haltestellen umbenennt», sagt Jürgen Frick, Geschäftsführer bei Liemobil. «Es braucht lange, bis sich alle umgewöhnt haben.» Ausserdem habe man in den letzten Jahren schon viele Namen von Haltestellen geändert, gerade auch solche, die nach Gastrobetrieben benannt worden sind. «Früher hiessen viele Haltestellen Löwen, Rössli oder Traube», sagt Frick. Da viele der Beizen bei Haltestellen heute geschlossen sind, wurden sie umbenannt. Da jedoch die Namen auch zum Kulturgut gehören, habe man sich entschieden, die Haltestelle Pinocchio nicht umzubenennen. Einige der Beizen-Haltestellen wolle man beibehalten. 
Frick selber kann sich noch gut an das Restaurant Pinocchio erinnern. «Dort sind wir nach meiner Firmung essen gegangen», erzählt er schmunzelnd.


Heute ist an der Stelle des Restaurants ein Parkplatz.

28. Jun 2018 / 11:32
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