• Das Gründerteam von «frooggies»: Sarah Nissl-Elkuch mit Ehemann Philippe und Bruder Patrick (v. l.).  (Stephanie Buechel)

«Ich bin ein Machertyp»

«Dass wir mit unserem Start-up einmal solche Dimensionen erreichen würden, hätten wir uns nie träumen lassen», sagt Sarah Nissl-Elkuch über «frooggies». Die Produkte des familiengeführten Unternehmens werden heute in rund 1500 Supermarktfilialen angeboten.
Gamprin-Bendern. 

Sie, Ihr Mann Philippe und Bruder Patrick führen seit vier Jahren die mittlerweile sehr erfolgreiche Marke «frooggies». Was begeistert Sie am meisten an diesem Business? 
Sarah Nissl-Elkuch: Ich bin ein Machertyp und packe immer gerne überall mit an. «frooggies» ist modern aufgestellt und bei unserem Start-up gibt es jeden Tag neue Herausforderungen. Das macht alles sehr spannend. Zudem schätze ich den direkten Kontakt mit unseren Kunden. Das direkte Feedback ist äusserst motivierend.


Welche Ihrer Eigenschaften kommen Ihnen als Jungunternehmerin zugute? 
Ich denke, um eine erfolgreiche Jungunternehmerin zu sein, kann man nicht einfach nur auf das Prinzip Hoffnung setzen. Deshalb ist es enorm wichtig, ehrgeizig und ausdauernd zu sein, aber dabei nie die Freude zu verlieren. 


Sie übernehmen in der Geschäftsführung den weiblichen Part. Welche Bereiche liegen Ihnen besonders? 
Durch mein Wirtschaftsstudium mit Vertiefung im Marketingbereich übernehme ich einen grossen Teil dieser Aufgaben bei «frooggies». Zudem kümmere ich mich um die Administration und arbeite im Kundenservice mit. Die weibliche Note versuche ich aber überall mit einzubringen. 


Was waren die besten Erfahrungen seit der Unternehmensgründung?
Wir konnten mit «frooggies» bereits viele tolle Sachen erleben. Eine ganz besondere Erfahrungen war unser Auftritt bei der deutschen TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» auf VOX, eine Berichterstattung im «ProSieben»-Wissensmagazin Galileo sowie unser erster TV-Spot, der über mehrere Monate auf ProSieben, Sat.1 und Sixx lief. Das sind nicht alltägliche Erlebnisse, die wohl sonst niemand in Liechtenstein bisher erleben durfte. 


Seither ist «frooggies» weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, gewachsen und durch Mitarbeiter zum Arbeitgeber geworden. Was ist das für ein Gefühl?  
«frooggies» war anfangs nur ein kleines Projekt, das wir nebenbei betrieben haben. Wir hätten uns niemals erträumt, dass wir mit unserem Start-up einmal solche Dimensionen erreichen. Es erfüllt uns schon mit etwas Stolz, wenn wir daran denken, was wir alles erreicht haben. Gleichzeitig steigt natürlich auch die Verantwortung, die man für die Mitarbeiter hat.


Wie viele Produkte wurden bis anhin verkauft? 
Wir haben bisher etwa 400 Tonnen frische Früchte zu rund 40 Tonnen Fruchtpulver verarbeitet und auf den Markt gebracht. Wie viele einzelne Packungen das waren, ist aufgrund der Produktvielfalt und verschiedenen Verpackungsgrössen schwierig zu sagen. Aber es waren schon ganz schön viele und jeden Tag kommen mehr dazu.


Haben Sie Angst vor Konkurrenz? Davor, dass jemand das Produkt nachmacht? 
Wir waren mit «frooggies» die Ersten, die 100 Prozent natürliches Fruchtpulver auf den Markt gebracht haben. In den letzten Jahren gab es immer wieder Unternehmen, die versucht haben, auf diesen Zug aufzuspringen. Aufgrund unseres Vorsprungs ist es für diese Unternehmen jedoch nicht einfach, zu uns aufzuschliessen. Angst vor Konkurrenten haben wir nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es so, dass wir es sogar schätzen würden, wenn es noch mehr Unternehmen gäbe, die den Konsumenten die Vorteile von Fruchtpulver aufzeigen würden. 


Ihr generiert seit dem letzten Jahr einen Millionenumsatz. Bleibt davon genug übrig, um sich ab und zu auch etwas zu gönnen?
«frooggies» ist aus dem eigenen Cashflow finanziert. Somit wird das Geld, das wir einnehmen, wieder reinvestiert. Dies unterscheidet uns von vielen anderen Start-ups, die oft sehr durch Investorengelder getrieben sind. Dass wir uns bald auf unserer eigenen Insel zur Ruhe setzen können, wird deshalb wohl noch etwas dauern. Aber mir fehlt es an nichts und ich gönne mir am liebsten Freizeit: Ein Tag in den Bergen oder sonst irgendwo in der Natur ist für mich das Schönste, das es gibt.


Inwieweit hat Sie der Erfolg verändert und was gibt es, dass Sie sich auch dadurch nicht nehmen lassen? 
Ich denke, ich bin dieselbe  geblieben, habe wohl nur etwas weniger Freizeit. Eine Zeit lang arbeiteten wir von frühmorgens bis spätabends sieben Tage die Woche . Heute haben wir die Abläufe optimiert, sodass wir am Wochenende selten im Büro anzutreffen sind. Den Ausgleich mit dem Sport habe ich mir immer gegönnt, auch wenn das phasenweise etwas weniger war.


Welchen Bezug haben Sie zu Ihrer Heimatgemeinde und wie oft sind Sie heute noch dort anzutreffen?
Ich bin in Bendern aufgewachsen und habe dort meine Kindheit verbracht. Deshalb ist Bendern noch immer meine Heimat. Heute bin ich regelmässig bei meinen Eltern zu Besuch und natürlich finden dort auch die Familientreffen statt, was bei einer Grossfamilie wie wir es sind, nicht selten der Fall ist. 


*Das Interview wurde schriftlich geführt. (bc)

25. Mär 2019 / 22:14
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