• Die Streckenführung des Liechtenstein-Wegs durch Bendern und Gamprin.  (pd)

Eine Geschichtslektion auch für Einheimische

Am 26. Mai wird der landesweite «Liechtenstein-Weg» eröffnet. Im Rahmen der #näherdran-Reihe werden hier die Stationen in Gamprin-Bendern skizziert.
Gamprin. 

Auf dem 75 Kilometer langen Liechtenstein-Weg, der anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums realisiert wird und durch alle Gemeinden führt, können 147 sogenannte Erlebnisstationen erkundet werden. «Wir haben Orte gesucht, wo man noch etwas sieht und wo wir etwas über die Geschichte erzählen können», erzählt Martin Knöpfel von Liechtenstein Marketing. 
Pro Station können auf der App «LIstory» (Liechtenstein History) bis zu drei kurze Texte abgerufen werden. Diese handeln von historischen Orten oder Ereignissen, die Liechtenstein Marketing gemeinsam mit dem Liechtenstein-Institut erarbeitet hat. «Es war eine Herausforderung, die Texte kurz zu halten und so zu formulieren, dass sie leicht verständlich sind», so Knöpfel weiter. 
Am Ende des Textes werden jeweils weitere Informationsquellen verlinkt, wie beispielsweise das Historische Lexikon, wo es die Möglichkeit zur Vertiefung gibt. Interessante Punkte können auf der App markiert und zu Hause nachgelesen werden. Der Weg ist sowohl für Einheimische als auch für Touristen gedacht: «Auch Einheimische werden sehr viel erfahren, was sie nicht gewusst haben.»

Symbolischer Spatenstich in Gamprin
Am Freitag, 5. April, wird in Gamprin-Bendern symbolisch die erste Tafel montiert. Der dortige Wegabschnitt, der genau fünf Kilometer lang ist, beginnt beim Schwurplatz auf dem Kirchhügel Bendern, wo die App drei Texte liefert: Einer handelt vom Herrschaftswechsel von den Grafen von Hohenems zu den Liechtensteins, der zweite Text dreht sich um die Huldigung von 1699, als die Schellenberger dem Fürsten Johann Adam I. Treu und Gehorsam schworen, und der dritte thematisiert Huldigungen in der moderneren Zeit, wie beispielsweise die Huldigungsfeier 1939 für Fürst Franz Josef II. und jene 1989 für Fürst Hans Adam II. Nach dem Schwurplatz geht es weiter zum Liechtenstein-Institut und dann zur Benderer Kirche, wo sich der «Augmented Reality»-Punkt befindet. Virtuelle Darstellungen dieser «erweiterten» Realität gibt es in fast allen Gemeinden. «In Bendern kann man auf der App sehen, welche verschiedenen Baustufen die Kirche im Laufe der Jahrhunderte hatte», erklärt Knöpfel. 

Vom Gletscherfelsen und von Flurnamen
Vom Zentrum aus führt der Weg weiter den Hügel hinab vorbei an den Gletscherfelsen zur Lourdesgrotte. «Der Gletscherfelsen ist total unscheinbar, doch darauf sieht man Spuren der Eiszeit, als das Eis noch fast bis auf die Höhe Malbuns reichte», erzählt Knöpfel. Während die Besucher sich bei der Lourdes-Grotte über die Geschichte der Grotte sowie die Volksfrömmigkeit informieren können, steht beim Postkreisel das Entwässerungsdenkmal im Zentrum. «In Bendern befindet sich einer von zwei Streckenabschnitten des Liechtenstein-Wegs, die dem Rheindamm entlangführen». Auf dem Weg zur Grossabünt wird auf der Höhe der Abwasserreinigungsanlage ARA die Wasserversorgung wie auch die Abwasserentsorgung thematisiert. Nach dem Überqueren der Fussgängerbrücke steht bei der Grossabünt das Thema Freizeit  im Zentrum. Weiter geht es hinauf zur Gemeindeverwaltung Gamprin, wo unter anderem Wissenswertes zu den Unterländer Alpen in Vorarlberg vermittelt wird. Der Weg führt weiter zum Badäl, wo es auf der Grundlage des Liechtensteiner Namenbuchs um Orts- und Flurnamen geht. «Der Begriff Badäl zum Beispiel stammt aus dem Jahr 1670 und führt auf das Wort Schaufel zurück», erläutert Martin Knöpfel. Bevor der «Liechtenstein-Weg» die Gemeinde Richtung Ruggell verlässt, werden im «Kratzera»-Wald zum Abschluss ausgefallene Gewerbetätigkeiten wie das Kalkbrennen vorgestellt.  

Rund 450 Richtungsweiser auf elf Routen
Die Panorama-Karte über den gesamten «Liechtenstein-Weg» ist bereits erschienen und beim Liechtenstein-Center erhältlich. Nun geht es noch darum, die rund 450 Richtungsweiser auf den elf Routen anzubringen. Diese sind im Druck und werden Mitte April an die Werkhöfe verteilt, die für das Aufhängen der Schilder zuständig sind. Informationstafeln wird es auf dem ganzen Weg keine geben. «Eine App ist das ideale Medium, um das Thema Geschichte unterwegs auf dem Liechtenstein-Weg spannend zu vermitteln. Wir nutzen dabei gezielt Sensoren, GPS, Kamera und Audio-Funktionen», erklärt Knöpfel. Die App habe den Vorteil, dass man sich die Texte nicht nur anhören kann, sondern dass die Stationen auch laufend aktualisiert werden können. Viele Anknüpfungspunkte würden bis in die Gegenwart reichen, wodurch sich die Informationen verändern könnten. «Der Weg soll etwas sein, das es auch in fünf und mehr Jahren noch gibt.» Wenn jemand kein Smartphone hat, stellt Liechtenstein Marketing Leihgeräte zur Verfügung, um die App zu testen. Und es sollen auch Führungen auf dem Weg angeboten werden. Doch bis es so weit ist, werden die Wanderwege in den Gemeinden für die Eröffnung am 26. Mai noch auf Vordermann gebracht. (mk)

Eröffnung des «Liechtenstein-Wegs»
26. Mai, 9 Uhr: Dankgottesdienst, Papstdenkmal Eschen-NendelnAb 11 Uhr werden in allen elf Gemeinden verschiedene Erlebnisstationen bespielt z. B. in Balzers die Burg Gutenberg, in Schaan das Landweibelshuus, in Triesenberg wird ein Walserhaus geöffnet, in Mauren der Birkahof. Es wird in jeder Gemeinde einen sog. «LIstory-App-Experten» geben, der beim Handling der App behilflich sein wird.

29. Mär 2019 / 21:51
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