• Hagen Haus
     (Klaus Schaedler)

Neue Hoffnung für ein altes Haus

Der Verein «Pro s`Hagen Huus z`Nendla» setzt sich seit 2015 für die Renovierung der Liegenschaft ein. Das scheint Früchte zu tragen.

Die Jubiläumsbrücke kam zur 300-Jahr-Jubiläumfeier Liechtensteins nicht zustande, sei dies nun gut oder schlecht. Das Ober- und Unterland verbindet architektonisch jedoch bereits mehr, als möglicherweise mancher Bürger spontan annehmen mag. Ein Beispiel hiervon wären die Seger-Häuser, die, alle im klassizistischen Stil erbaut, die Gemeinden Nendeln, Triesen, Schaan und Vaduz zieren – beziehungsweise zieren sollten. Denn während zum Beispiel das Gubser-Haus in Vaduz seit 1999 in neuem Antlitz die unmittelbare Umgebung würdigt, warten die Nendler noch auf eine entsprechende Renovation des Hagen-Hauses, das seit 1988 unter Denkmalschutz steht. Vor vier Jahren gründete ein Freundeskreis den Verein «Pro s`Hagen Huus z`Nendla», um eine Restaurierung voranzutreiben und das Haus in eine zu Nendeln passende Nutzung zu überführen. Das Vorhaben trägt nun Früchte. Laut dem Aktuar des Vereins, Marcus Büchel, sind Gespräche mit Privatpersonen im Gange, die das Projekt finanziell unterstützen wollen.

Ein Haus mit Geschichte und Zukunft

«Genaue Informationen wollen wir noch nicht kommunizieren, denn dafür wäre es schlichtweg zu früh. Doch ich kann sagen, dass wir mit Privatpersonen im Gespräch sind und dass wir ein positives Ergebnis erwarten», gibt Büchel Auskunft. Das Projekt war in den vergangenen Jahren in der Schwebe, denn von Land oder Gemeinde habe es weder einen Entscheid noch einen Hinweis für die weitere Zukunft des Hagen-Hauses gegeben. Folglich musste der Verein nach Alternativen suchen. Büchel scheint erleichtert, dass das Projekt vorangeht. Gegenüber der «Liewo» sagte er im vergangenen Jahr: «Das Hagen-Haus ist wohl das einzige Haus, das unter Denkmalschutz steht und nicht renoviert ist.» 

Das Hagen-Haus ist ein Teil der Geschichte Nendelns und des Unterlandes. Es diente unter der Wirtschaftsunion mit Österreich-Ungarn als K. und K. Postexpeditionsstelle für die nördliche Landschaft Liechtensteins und als Wohnhaus für die Familie des Postmeisters. Diese war jedoch nicht die Familie Hagen, sondern eine, die den Nachnamen Schlegel führte und über zwei Generationen diese Stelle bekleidete. Berufsbedingt kannte sie der Unterländer Bürger, doch bei der Postbotin Lisette Schlegel schöpfte dieser Argwohn. «Lisette vertrug aber nicht nur die Post, sondern auch alle Neuigkeiten, die von Tag zu Tag sich im Dorf ereigneten», berichtete der Priester und Pädagoge Rudolf Meier. «Sie wollte, dass ihr ja nichts entgehe, was sich so alles ereignete.» Das hätte den Nachtbuben nicht gepasst, welche ihr wortwörtlich eine Abreibung – mit Kuhmist – verabreichten. Erst ab den 1930er-Jahren bewohnte die Familie Hagen das heute nach ihnen benannte Haus. 

Doch nicht nur wegen der grossen Historie oder den kleinen Dorfgeschichtchen hängen die Nendler an ihrem Hagen-Haus, denn das Objekt wurde wie die weiteren Seger-Häuser im klassizistischen Architekturstil erbaut. Der Wohntyp wurde in Liechtenstein in den 1830er-Jahren eingeführt. Eigenschaften sind eine streng symmetrische Gliederung, die dem Bau einen schlichten Charakter verleiht, und das hervorspringende Gebäudeteil, welches an der Vorderseite des Hauses prägend wirkt. Vielleicht wird das Hagen-Haus künftig im neuen Glanz erstrahlen. (dab)

27. Sep 2019 / 10:32
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