• Seit Jahren gehört der EHC Vaduz-Schellenberg zu den Spitzenteams in der Vorarlberger Eishockeyliga 2. Die abgelaufene Saison beendeten die Liechtensteiner mit dem Vizemeistertitel.  (pd)

Eishockey wünscht sich mehr Popularität

Der EHC Vaduz-Schellenberg repräsentiert seit rund 20 Jahren als einziger Verein die Liechtensteiner Farben im Eishockeysport.

Eishockey in Liechtenstein hat im Gegensatz zur Schweiz den Stellenwert einer Randsportart. Dass diese Sportart im Land aber überhaupt existiert, ist unter anderem auch zwölft Jugendlichen aus Schellenberg zu verdanken, welche im Jahr 1998 den HC Schellenberg gründeten. Dieser fusionierte drei Jahre später mit dem HC Vaduz und so entstand vor knapp 20 Jahren der EHC Vaduz-Schellenberg, welcher bis heute existiert und die einzige Eishockeymannschaft Liechtensteins ist, welche aktiv an einem Ligabetrieb teilnimmt.

Seit Jahren gehört der EHC VS zur Ligaspitze
Und das mit Erfolg: In der Vorarlberger Eishockey Liga 2 gehört der EHC VS seit Jahren zu den Spitzenteams und konnte in den Saisons 2015/16 und 2017/18 jeweils den Titel gewinnen. «Man kann sehr stolz auf diese Leistung und die Konstanz sein. Die Vorarlberger Eishockey Liga 2 hat sich in den letzten Jahren etabliert und das Spielniveau ist gestiegen. Die acht Mannschaften liefern sich faire Duelle auf Augenhöhe», sagt EHC-VS-Präsident Florian Bernardi.

Dennoch ist ein Aufstieg in die höchste Vorarlberger Liga keine Option für die Liechtensteiner. «Es fehlen dafür die Spielerdecke und die notwendigen finanziellen Mittel sowie die dazugehörigen Infrastrukturen. Das Ziel des EHC VS ist, langfristig eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen, welche am Ligabetrieb teilnimmt und sportlich mit jungen Spielern erfolgreich ist», erklärt Bernardi.

Diese Saison schloss der EHC Vaduz-Schellenberg mit der Vizemeisterschaft ab und übertrafen damit sein Saisonziel, welches die Teilnahme an den Playoffs war. «Ein Highlight war sicherlich das Weiterkommen in der Halbfinalserie, in der wir uns mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegenüber den auf dem Papier deutlich stärkeren Einzelspielern durchgesetzt haben», so Bernardi. Auch die Integration von jungen Spielern ins Team sei ein wichtiger Punkt.

Als Tiefpunkt der abgelaufenen Saison bezeichnet Bernardi den Verlust von Trainerlegende Miro Berek, der auch eine Art Vaterfigur des Liechtensteiner Eishockeys war. «Mit ihm verlor das Liechtensteiner Eishockey vermutlich den einzig wirklich Grossen, den es je hatte», so die Reaktion von Ex-EHC-VS-Goalie Micky Meier.

Sportstätte als absolute Notwendigkeit
Seit gut einem Jahr nimmt der EHC Vaduz-Schellenberg auch eine aktive Rolle in der Nachwuchsarbeit ein. Zu der bestehenden Zusammenarbeit mit der Sarganser Eishockey Gemeinschaft (SEG) kommt neu auch eine Kooperation mit der Eishockeyjugend Liechtenstein (EJL) hinzu. «Damit werden Interessen gebündelt und Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche aufgezeigt. Zudem werden Aktionen wie ‹Kids on ICE in Malbun› angeboten, um die Kinder an den Eishockeysport heranzuführen», erklärt Bernardi, der betont, dass der EHC VS langfristig von dieser Zusammenarbeit profitieren wird, in dem Nachwuchsspieler zur Liechtensteiner Mannschaft stossen.

Damit der Eishockeysport in Liechtenstein aber einen anderen Stellenwert und somit auch mehr Nachwuchsspieler bekommt, braucht es vor allem eines: eine Eishalle im Land. Davon würde auch der EHC VS profitieren, der seit gut 20 Jahren in Grüsch trainiert. «Es ist sehr schade, dass es in Sachen Multifunktionshalle in Liechtenstein kaum Fortschritte gibt. Es liegen verschiedene Konzepte in der Schublade und Gespräche werden geführt.

Es mangelt aber an der konkreten Umsetzung und der Einbindung in das Sportkonzept Liechtenstein», sagt der EHC-VS-Präsident und hält fest, dass der Liechtensteiner Eishockeyverein auch nicht eine so grosse Lobby habe wie zum Beispiel der Fussball. «Persönlich finde ich sehr bedauernswert, dass man sich der vielen Synergien und Möglichkeiten, welche eine Multifunktionshalle bietet, bewusst ist und sich über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten Gedanken macht. Die Bedürfnisse mehrerer Sportarten könnten unter einem Dach vereint werden», so Bernardi, welcher damit Sportarten wie Eishockey, Klettern, Curling und Basketball anspricht.

Daher ist für ihn klar: «Langfristig ist eine Multifunktionshalle für das Sportland Liechtenstein eine absolute Notwendigkeit. Ohne eigene Sportstätte wird sich die Popularität und Attraktivität des Eishockeys gegenüber anderen Sportarten nicht wesentlich verbessern.» (rb)

10. Mär 2020 / 11:12
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