• Andreas Foser mit Goldplay.

Training fällt aus – die Ziele bleiben

Drei Turnierreiter aus Balzers blicken auf ein tolles Jahr 2019 zurück und warten nun auf ihre Einsätze.

Im Jahr 2019 holte sich die Vierer-Equipe vom PSV (Pferdesportverein) Balzers im Springreiten Silber im OKV (Verband Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine)-Cup. Die Balzner Einzel- und Equipe-Springreiter Andreas Foser und Marina Wolfinger nahmen dieses Jahr bereits an einigen Turnieren teil. In der Gesamtwertung des OKV schaffte es Tanja Tönz mit ihrer Stute Ferara in der Dressur auf den zweiten Platz, jedoch fiel der Turnierstart für sie noch aus, da ihre Stute eine Verletzung auskuriert. Da die Turniere wie auch das Training derzeit ausfallen, warten die Reiter ab.

Ein Massstab, ob sich das Training lohnt

Mit ihrer Stute Ferara ist Tanja Tönz seit drei Jahren unterwegs. Erst nahm sie an Springturnieren teil, doch aufgrund einer Verletzung des Pferdes entdeckte sie die Dressur für sich. Der Turniersport begeistert sie, weil sie sich gern messen und schauen möchte, ob sich das Training ausgezahlt hat. «Es hängt immer von Reiter und Pferd ab. Meist funktioniert es zu Hause super, aber bei Turnieren, wenn ich nervös bin und anders reagiere, verhält sich auch mein Pferd dementsprechend», berichtet sie. Und genau darin, solche Situationen zu meistern, bestehe die Kunst des Reitens. In der Dressur hält der Reiter nach seinem Ritt ein Protokoll in den Händen, worin eine detaillierte Bewertung schriftlich festgehalten ist. Das schätzt Tanja Tönz sehr. Da in der Region nicht viele Dressurturniere stattfinden, muss sie jeweils lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. «Da ich noch Familie habe, nehme ich während der Saison nur jede zweite oder dritte Woche an einem Turnier teil», erzählt sie. Im Jahr 2019 war sie bei jedem Turnier, an dem sie teilnahm, klassiert und wurde sogar Vereinsmeisterin.

Schritt für Schritt an neue Lektionen herangehen

Einmal wöchentlich geht sie mit ihrer Stute zur Dressurstunde, zweimal trainiert sie für sich. Regelmässig übt sie die Übergänge der Gangarten. Da die Balznerin nun in der Kategorie L mitmischen möchte, kommen schwierigere Lektionen auf sie und Ferara zu. Schritt für Schritt gehen sie an diese heran. Doch derzeit fällt das Training ins Wasser, da sich ihre Stute von einer Verletzung erholt. «Jetzt schauen wir mal, was das Jahr noch bringt», meint sie gelassen, denn in erster Linie gehe es ihr um die Gesundheit ihres Pferdes.

Aus der Galoppade viel herausholen

Den Springsport entdeckte Andreas Foser etwa vor vier Jahren für sich. Ihm gefällt das Umfeld an den Turnieren, er ist gerne unterwegs und trifft auf den Plätzen die unterschiedlichsten Menschen. Mit seinem jetzigen Pferd Goldplay, das er vor viereinhalb Jahren gekauft hat, absolvierte er vor zwei Jahren die Springlizenz, um in höheren Kategorien zu starten. Einmal pro Woche fährt er mit ihm nach Speicherschwendi (AR)zum Springunterricht. Ab Mitte Juni bis Anfang September ist er fast jedes Wochenende an einem Turnier. «Dafür springe ich im Winter gar nicht, dann hat mein Pferd Pause», berichtet er. Auch hat er schon an grösseren Turnieren, zum Beispiel in St. Moritz, teilgenommen. Er ist zudem in der Equipe vom PSV Balzers. «Der Druck in der Equipe ist ein ganz anderer. Schliesslich möchte man nicht derjenige sein, der die Gesamtwertung hinunterzieht», schmunzelt er. Die Stärke seines Wallachs liege eindeutig im raumgreifenden Galopp. Das bedeutet, wenn es im Parcours um die Geschwindigkeit geht, kürzt Andreas Foser den Weg nicht ab, da sein Pferd auf grosszügigen Wendungen schneller ist. «Da kann ich viel herausholen», meint er. Zudem seien sie ein eingespieltes und harmonisches Team. Eigentlich wollte er heuer in Prüfungen bis 1,15 Meter starten, denn er möchte nächstes Jahr am CSI Basel bei den Amateurprüfungen teilnehmen. Andreas Foser hat langfristig gesehen noch ganz andere Ziele vor Augen: «Irgendwann international zu starten, wenn es möglich ist. Aber bis dahin dauert es noch ein bisschen.» Zudem hofft er, dass sein Pferd gesund bleibt und er noch viele schöne, erfolgreiche und unfallfreie Turniere absolvieren kann. «Die Gesundheit meines Pferdes liegt mir sehr am Herzen», meint er abschliessend.

Dressur als Grundlage für den Springparcours

Mit ihrem Wallach Tchad du Thot, ein 13-jähriger Selle Français, startete Marina Wolfinger dieses Jahr in die dritte Saison. Auch sie geht einmal pro Woche zum Springunterricht und zusätzlich einmal zur Dressurstunde. «Für mich ist das die Grundlage fürs Springen und ich spüre selbst, dass mir im Parcours einiges leichter fällt», berichtet sie. Für sich selbst trainiert sie einmal die Woche, einen Tag hat ihr Pferd frei und an den anderen wird ausgeritten. Bisher startete sie in Prüfungen mit Hindernissen bis 1,05 Meter. Dieses Jahr würde sie gerne bis 1,15 Meter springen. Ihr bisher grösster Erfolg war die gesamte Saison 2019. «Von keinem Turnier gingen wir ohne Schleife und vor allem gesund wieder nach Hause», fasst sie zusammen. Dazu gehörte auch die Silbermedaille mit der Equipe im OKV-Cup. «Man fiebert mit der Mannschaft mit und ist ein Team in einem Sport, indem man sonst als Einzelkämpfer an den Start geht», erzählt sie begeistert. Zudem hofft sie, dass ihr Pferd lange gesund bleibt und sie mit ihm als Team weiterhin so toll harmoniert. Während der Saison geht sie zirka jedes zweite Wochenende an ein Turnier und macht auch mal Pause, damit ihr Schimmel die Freude am Springen nicht verliert.

Marina Wolfinger nimmt auch an Stilprüfungen im Springen teil. Da es in der Schweiz kaum solche Turniere gibt, fährt sie dafür nach Österreich. Im Parcours zählt der Ritt als Ganzes. «Die Harmonie, der Absprung, Haltung und Rhythmus – alles fliesst in die Bewertung mit ein», erläutert die Balznerin. Die Richter fassen den Ritt in einer Gesamtnote zusammen (eine 10 ist das Maximum) und übergeben dem Teilnehmer ein Protokoll. «Meist bewegen wir uns zwischen den Noten 7,5 und 8,5», freut sich Marina Wolfinger. An ihren Pferd schätzt sie seinen grossen Kampfgeist. «Ich muss aber stets darauf achten, dass ich ihn auf der Aussenseite begrenze», fügt sie hinzu. (ms)

28. Apr 2020 / 15:06
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
10.03.2020
Facebook
Top