• David Eberle
    Der passionierte Ahnen- und Familienforscher hat bisher rund 42'000 Personen digital erfasst.

«Ich kenne jeden Balzner»

Balzner können David Eberle den Vor- und Nachnamen des Vaters und der Mutter nennen und blitzschnell hat er vor seinem inneren Auge den Stammbaum der eigenen Vorfahren im Kopf. Eine Leidenschaft, die ihn über 50 Jahre lang begleitet.

David Eberle ist Pensionist und wohnt in Balzers. Seine Leidenschaft und gleichzeitig auch sein geliebtes Hobby: die Ahnen- und Familienforschung. Beruflich gesehen kommt er aus der IT-Welt. Nichtsdestotrotz schlägt sein Herz seit über 50 Jahren, besonders in den kalten Wintermonaten, für die Genealogie. Und dies hat sich herumgesprochen: «Ich habe nicht nur Anfragen aus Liechtenstein, sondern aus der ganzen Welt», erklärt Eberle. Beim Eintritt in sein Wohnzimmer in Balzers ist das erste Indiz für sein Hoby bereits an der Wand zu sehen. Ein Student, der in Balzers wohnhaft ist, fragte David Eberle an, ob er ihm für ein Schulprojekt eine Ahnentafel zusammenstellen könnte. Gesagt, getan. Eberle erklärt, dass er rund 42 000 Personen digital erfasst hat – davon 10 000 mit Foto.

«Die Archive der Landeszeitungen sind für meine Arbeit ein wichtiger Ausgangspunkt», so der Ahnenforscher und präsentiert während des Interviews an seinem Esstisch zahlreiche Zeitungsausschnitte. Todesanzeigen, goldene Hochzeiten sowie andere Jubilare, die in den Zeitungen abgedruckt werden, sind wichtige Hinweise und Fakten für die Zusammenstellung von Stammbäumen oder Ahnentafeln.

Verwandtschaft in Rumänien

«Die Familienforschung faszinierte mich bereits als kleiner Junge», erinnert sich David Eberle zurück. Schon in seiner Schulzeit recherchierte er zu biblischen Inhalten, denn seine Neugier war und ist auch heute noch gross. «Ich wollte wissen, wie die Persönlichkeiten in der Bibel miteinander verknüpft sind. Aber mit der Ahnen- und Familienforschung habe ich mich erst richtig nach meiner Hochzeit befasst», so der Pensionist.

Nach tagelanger Recherchearbeit setzte er, wie ein Puzzle, die Liste seiner Vorahnen der Familie Eberle zusammen. Dabei erfuhr er mehr zu seinem Hausnamen: «Wir werden als ‹s’Sänna› bezeichnet. Dies dank meinem Urgrossvater, der auf der Alp tätig war. Ebenfalls erfuhr er von Verwandten, die in Rumänien wohnen. Ein Familienmitglied hatte nämlich nicht nur in Liechtenstein eine Familie: «Der besagte Verwandte aus Balzers hatte eine zweite Familie in Rumänien. Davon wusste aber fast niemand. Dies habe ich durch meine Recherchearbeiten ausfindig gemacht», so Eberle. Die Neugier scheint in der Familie Eberle fest verankert zu sein: «Was mich extrem freut, ist, dass sich auch meine Tochter für die Familienforschung interessiert. Auch sie kennt fast jeden Balzerner», sagt Eberle mit einem Lächeln.

Selbstmord und Krankheitsgeschichten

«Menschen wollen wissen, wo ihre Wurzeln sind», erklärt Eberle auf die Frage, was die Hintergründe der Anfragen seien. Er beschäftigt sich aber nicht nur mit der Herkunft der Menschen. Die Ahnenforschung diene auch anderen Themenfeldern. «Beispielsweise durch die Tatsache, dass sich Suizid oder verschiedene Krankheiten durch einen Familienstammbaum ziehen, öffneten sich mir neue Interessensfelder für die Genetik, Psychologie und Ernährung», erklärt Eberle.

Seine Zusammentragungen hat der Ahnenforscher für die Nachwelt abgelegt. Aufträge hat der Genealoge genügend: «Ich müsste wohl 120 Jahre alt werden, um alle Anfragen verarbeiten zu können.»

10. Apr 2019 / 17:40
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