• Muriel Kofler (21).
    Muriel Kofler (21).

Das Selfie-Porträt: Gymnasiastin, Jägerin, Landwirtin, Studentin

Nach dem Gymnasium eine Lehre? Für Muriel Kofler aus Balzers war der Fall klar. Flora und Fauna war schon immer ihr Ding, deshalb nahm sie vor dem Studium eine handfeste Zweitausbildung als Landwirtin in Angriff – und landete im Goldenen Buch.
Balzers. 

«Ich habe das Gymnasium Vaduz im Profil Latein absolviert. Danach begann ich die Lehre als Landwirtin EFZ. Ich habe mich grundsätzlich immer schon für die Landwirtschaft interessiert. Als ich ein Kind war, war unsere Familie oft auf der Alp. Ich mag die Natur und Tiere und dachte auch schon daran, Tierärztin zu werden. Landwirtschaft ist sehr vielfältig, daher habe ich mich für diese Lehre entschieden. Durch die Matura konnte ich eine verkürzte Lehre machen, die zwei statt drei Jahre dauerte. Viele entscheiden sich für die Landwirtschaftslehre als Zweitausbildung: In meiner Klasse machten alle die Lehre zusätzlich zur ersten Ausbildung. Im ersten Jahr nahmen wir die ersten beiden Jahre der Lehrausbildung durch, das letzte Jahr bestand je zur Hälfte aus Theorie und einem Praktikum. Ich habe bei Anton Ospelt in Schaan gearbeitet und war dort querbeet im Stall und auf dem Feld im Einsatz.

Meine Familie war überhaupt nicht geschockt. Meine Freunde sagten: Wenn das jemand macht, dann du. Es war überhaupt nicht mein Ziel, ins Goldene Buch zu kommen. Und schon gar nicht mit einem Schnitt von 5,9. Ich habe mir von Anfang an Mühe gegeben und dann den Ehrgeiz entwickelt, den Schnitt zu behalten.

Direkt nach der Lehre begann ich mit dem Studium Agronomie an der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften. Auch das Studium ist sehr vielfältig. Man hat später verschiedenste Optionen, z. B. in beratenden Funktionen, für Führungsaufgaben, auch Unterrichten ist möglich. Die Absolventen unseres Studiengangs sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gesucht.
Ja, ich hätte auch direkt nach dem Gymnasium mit dem Studium beginnen können, zum Beispiel an der ETH. Aber das war mir zu theoretisch, zu stark auf die Forschung ausgelegt. Auch aus heutiger Sicht würde ich nichts anderes machen. Andere wissen zunächst nicht, was sie studieren wollen, fangen mal in einer Fachrichtung an, brechen ab und verlieren dadurch Zeit. Ich wohne in Balzers und habe auch in Bern eine Wohnung, da es zu weit zum Pendeln ist. Ich bin seit eh und je Balznerin. Ich empfinde es als eine spezielle Gemeinde und fühle mich sehr wohl hier. Der Zusammenhalt ist in Balzers besonders gross: Egal in welche Beiz man geht, man kann mit jedem ein Schwätzchen halten. Überhaupt werden das Beizen- und Vereinsleben gross geschrieben. Seit dem Studium muss ich auf die Pföhrassler verzichten. In Balzers gehe ich auch gerne auf Jagd. Die Jagdeignungsprüfung in Vorarlberg habe ich während des Gymnasiums absolviert. Ich jage zum Beispiel Rehwild und Gämse. Einen Hirschen habe ich leider noch nie geschossen.»

Aufzeichnung: Daniel Bargetze

28. Apr 2020 / 19:15
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