• Ski Tina Weirather Motorradshooting
    Die Liechtensteinische Skirennfahrerin Tina Weirather bei einem Motorradshooting  (Eddy Risch)

«In Speedbewerben ist vieles möglich»

Liechtensteins unbestrittenes LSV-Aushängeschild ist derzeit Tina Weirather. Nach den Rängen fünf und zehn im Gesamtweltcup der Saisons 2014 respektive 2015 will die LSV-Athletin nun mehr. Sie greift nach weiteren Siegen.
Vaduz. 

15 Mal landete Weirather schon auf dem Weltcup-Podest, vier Mal ging sie als Siegerin hervor. Nach dem Weltcup-Auftakt in Sölden – Weirather belegte den sensationellen dritten Rang – steht nun nochmals ein Trainingsblock an, bevor der Weltcup in Übersee so richtig gestartet wird.

Weirather weckt Hoffnungen
Für Tina Weirather verlief die Vorbereitung nach ihren Vorstellungen. «Vor allem, wenn ich mich mit der Situation im gleichen Zeitraum vergleiche, als ich einzelne Abschnitte und nur jeweils mit Schmerzmitteln fahren konnte. Jeder Tag war ein Kampf. Nun macht es wieder Spass, weil ich an nichts anderes denken muss, als daran, schnell Ski zu fahren», ist Weirather erleichtert und beschwerdefrei. Zudem ging’s nicht nach Südamerika. «Für dieses Jahr war es die richtige Entscheidung. Grundsätzlich muss man abwechseln, denn überall gibt es Vor- und Nachteile», relativiert Weirather. Nach den Rücktritten der Schweizer Teamkolleginnen Fränzi Aufdenblatten, Dominique Gisin, Marianne Abderhalden und Nadja Kamer sind teaminterne Vergleiche bei Swiss Ski keine Garantie mehr für Spitzenresultate im Weltcup. Sie wisse deshalb nicht, wo sie steht. «Das war vor drei, vier Jahren noch anders, wenn ich Bestzeiten fuhr. Es gibt nun andere gute Vergleiche. Einmal ist sogar Anna Fenninger in Saas Fee mitgefahren, zudem trainierte ich im Speed auch mit den Jungs. Es lief durchs Band gut», befand Weirather. Trotz der Verjüngung des Teams bei Swiss Ski sei die Dynamik enorm. «Die Jungen geben Vollgas und mir gefällt’s wie eh und je.» Trotz der neuen Begleitumstände schürt sie Hoffnungen auf Spitzenresultate und will vorne angreifen. Ihre Vorliebe bleibt die Abfahrt. «Dort läuft’s mega gut. In den Speeddisziplinen ist vieles möglich. Ich bin selbst neugierig, wie es laufen wird und kann noch nicht abschätzen, wie es dann kommt. Bestimmt muss alles zusammenpassen. Ich muss parat sein, das Selbstvertrauen muss auf der Höhe sein, sobald das erste Rennen ansteht.»

Evers und das Zusammenspiel
Mit Andi Evers – Extrainer von Hermann Maier – hat sie einen neuen Trainer erhalten. «Evers ist gut – in der Gestaltung des Training und auch in der Beachtung der Trainingssteuerung. Er achtet darauf, was ich auf den Skiern zeige, welches Pensum ich im Konditionsbereich absolviere und wie es mit der Erholung aussieht. Zudem kennt er sich sehr gut beim Material aus und nimmt mir viel Arbeit ab, weil er sich direkt mit dem Servicemann bespricht. Danach muss ich nur noch die Feinabstimmung vornehmen. Das Set-up stimmt zu 90 Prozent, wenn ich die Skier an die Füsse kriege», so Weirather, die präzisiert: «Es liegt daran, dass Andi ein gutes Auge fürs Detail hat.» Im Umgang mit den Athleten hatte Weirather einen «Diktator» erwartet. «Er kommt von Hermann Maier, meinem grössten Vorbild. Selbstverständlich habe ich alle Bücher von Maier gelesen und Evers kam auch viel vor. Ich hatte gehofft, mit einem solchen Trainer zusammenarbeiten zu dürfen. Als es dann so weit war, hatte ich dennoch auch etwas Angst, weil ich ein hartes Regime erwartete. In der Zwischenzeit bin ich erstaunt respektive erleichtert, dass er nicht diktatorisch auftritt, wie ich mir das vorgestellt hatte», erklärt Weirather mit einem Lächeln und ergänzt: «Er ist sehr positiv und zeigt Verständnis, wenn es an einem Tag nicht so gut läuft. Er zeigt auf, was ich ändern muss, um wieder auf die Spur zu kommen. Grundsätzlich versucht er, an den positiven Dingen weiterzuarbeiten und sich nicht nur an den negativen Aspekten zu halten. Er will meine Stärken stärken. Wir haben schon mega gut miteinander gearbeitet.» Ob sich Evers gegenüber der Kooperation mit Hermann Maier komplett verändert hat, vermutet Weirather salopp: «Hermann war ein Weichei.»

Material: «Richtige Entscheidung»
Im Sommer hatte sich Tina Weirather mit einem Materialwechsel zu Stöckli beschäftigt. Die Liechtensteinerin blieb jedoch Atomic treu; es war offenbar ein Bauchentscheid. «Ich kann schon jetzt sagen, dass es die richtige Entscheidung war», so Weirather. In diesem Sommer habe sich vieles verändert, die Verantwortlichen haben sich richtig reingehängt. «Vor allem im Speedbereich ist schon im Früjahr, in den letzten Testwochen, ein riesiger Schritt vollzogen worden. Und der zweite folgte im Herbst. Lediglich im Riesenslalom tüfteln wir noch herum, doch damit setzen sich alle auseinander. Es kommt niemand im September und sagt ‹das ist mein Rennski› und fährt die gesamte Saison mit demselben Ski», präzisiert Weirather. Jene Zeiten seien vorbei, denn jedes Training sei ein Skitest. «Man muss ständig dranbleiben und darf sich nicht fix auf einen Ski
einschiessen.» (eh)

 

17. Nov 2015 / 06:00
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