• Samstagsgespräch Roland Müller FMA, Vaduz
    Die FMA führt Bewilligungsentzugsverfahren gegen zwei Liechtesnteiner Banken.  (Tatjana Schnalzger)

Zwei Banken droht der Lizenzentzug

Die FMA führt Bewilligungsentzugsverfahren gegen zwei Liechtensteiner Banken.

Die gute Nachricht zuerst. Während die Krise die heimische Wirtschaft massiv getroffen hat, präsentiert sich der Finanzsektor weiterhin in einem stabilen Zustand. Der Grossteil der Banken ist aufgrund eines finanziellen Polsters gut gerüstet, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Lage während der Corona-Krise einschätzt. Schlechte Nachrichten gibt es trotzdem. 

Gegen ein Institut ist bereits 2018 ein sogenanntes Bewilligungsentzugsverfahren eröffnet worden, weil es gegen Vorschriften im Risikomanagement und das Sorgfaltspflichtgesetz verstossen hat. Was als Begriff so beschwerlich daherkommt, kann schwere Folgen für die Bank haben. Die FMA kann dem Unternehmen die Lizenz entziehen, um die Kunden vor einer Pleite und den  Finanzplatz vor einem Imageverlust zu schützen. Im vergangenen Jahr sind mehrere Verfügungen gegen die Bank ergangen, die Eigenmittel zu erhöhen, und ein Sonderbeauftragter wurde eingesetzt. Die Aufsicht hat dem Geldhaus aufgetragen, die Mängel zu beheben. «Die FMA wird die getroffenen Massnahmen nach Ablauf der Frist in einer Kontrolle überprüfen», schreibt die Behörde in ihrem aktuellen Geschäftsbericht. Die FMA hat auf  Anfrage keine Auskunft gegeben, um welche Bank es sich handelt. Zu Massnahmen der FMA bezüglich einzelnen Instituten kann die Aufsicht aus rechtlichen Gründen keine Auskunft erteilen.  

In die Schlagzeilen geriet in den letzten Jahren aber immer wieder die krisengeschüttelte Bank Alpinum.  Die Aktionäre mussten immer wieder hohe Millionenbeträge einschiessen. Wie der aktuelle Geschäftsbericht des Unternehmens zeigt, rutschte das Institut 2019 weiter in die roten Zahlen. Die Revisionsfirma des Finanzinstituts warnte aber hinsichtlich des Risikomanagements. Es bestehe eine wesentliche Unsicherheit bei der Liquidität und Werthaltigkeit bestehender Kreditsicherheiten aus dem Balkanraum, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht. Das wiederum bedeutet, dass ungedeckte Kreditverträge die Eigenmittelsituation der Bank gefährlich belasten. Die Darlehen aus Südosteuropa belaufen sich noch immer auf 18,1 Millionen Franken. 

FMA nimmt zweite Bank an die Leine
Gegen eine zweite Bank hat die FMA zudem ein Verfahren eröffnet wegen des Verdachts auf schwerwiegende Verstösse gegen das Sorgfaltspflichtgesetz. Die Aktionäre haben die gesetzlichen Vorgaben zudem nicht mehr erfüllt und auch die Eigenmittel haben ein besorgniserregendes Level erreicht. Durch dieses Geld müssen aber Verluste im Notfall aufgefangen werden – zum Kundenschutz. Je höher das Eigenkapital ist, umso länger kann die Bank anhaltende Verluste verkraften. Die FMA hat auch gegen diese Bank ein Verfahren eingeleitet, um die Bewilligung zu entziehen. Es handelt sich laut Brancheninsidern um die Union Bank, welche sich auf Anfrage dazu nicht äussern wollte. Im Zusammenhang mit einem ausländischen medienträchtigen Geldwäschereivorfall untersuchte die FMA Geldflüsse über liechtensteinische Banken.  (dal)

12. Mai 2020 / 09:42
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