• Massagepraxis Simone Dürr
    Seit Mai verstärkt Elisa Limbinaras Simone Dürr in ihrer Massagepraxis in Schaan.  (Daniel Schwendener)

«Wir sind schon wieder gut ausgelastet»

Kurz bevor Simone Dürr ihre erste Mitarbeiterin Elisa Limbinaras in ihrer medizinischen Massagepraxis einstellte, kam der Lockdown.

Seit November 2014 haben Sie Ihre eigene Massagepraxis in Schaan. Was hat Sie dazu bewegt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?
Simone Dürr: Ich hatte eine 50-Prozent-Anstellung bei Monika Moll-Wanger in Balzers. Sie hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, mich für die restlichen 50 Prozent selbstständig zu machen. Und auch meine Eltern haben mich dabei unterstützt. Durch die 50-Prozent-Anstellung hatte ich immer einen sicheren Lohn und hatte Zeit, meinen Kundenstamm langsam aufzubauen.

Wie sahen Ihre beruflichen Stationen vor der Selbstständigkeit aus?
Nach der Schule habe ich die Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin absolviert und auch mehrere Jahre auf diesem Beruf gearbeitet. Dann ging ich auf einen Auslandsaufenthalt in Amerika, um die Sprache zu lernen. Dort reifte der Wunsch, mich weiterzubilden. Ich wollte weiterhin im medizinischen Bereich bleiben, aber noch etwas Zusätzliches machen. So habe ich die zweijährige Ausbildung zur Medizinischen Masseurin in St. Gallen in Angriff genommen. Von meiner Erstausbildung profitiere ich noch heute, wenn es um Krankheiten geht oder um die Zusammenarbeit mit Ärzten. 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Von Kleinkindern bis Senioren behandle ich die ganze Palette. Schwangere, Gesunde, Kranke. Das bringt einen sehr abwechslungs­reichen Tag mit sich. Man muss sich auf jeden Patienten neu einlassen und schauen, wie kann man ihn am besten unterstützen, dass es ihm besser geht. Es gibt ja auch ganz unterschiedliche Gründe, warum man in die Massage geht, manche nur wegen Ent­span­nung, manche wegen medizinischen Problemen. Durch das, dass wir auf ärztliche Verordnung arbeiten, haben wir auch sehr span­nende medizinische Krankheitsfälle. Für mich ist es immer auch ein Highlight, wenn ich z. B. eine Schwangere während der ganzen Schwangerschaft bis zur Geburt begleiten darf. 

Die Corona-Krise war sicher ein grosser Einschnitt in Ihre Selbstständigkeit. Wie hat sich das in Ihrer Praxis ausgedrückt?
Vor der behördlichen Schliessung merkte ich, dass sehr viele Patienten aus Angst ihre Termine storniert haben. Eine Woche vor dem Lock­down haben mir 75 Prozent der Kunden ihre Termine abgesagt. 

Wie schaut es jetzt aus?
Die Patienten sind alle sehr glücklich, dass sie wieder zu uns kommen dürfen. Jetzt sind wir schon wieder sehr gut ausgelastet. Und dadurch, dass wir alle Kunden vor ihren Terminen über unsere Schutzmassnahmen informieren, fühlen sich unsere Kunden auch sicher.

War die Krise auch eine Möglichkeit für Sie, um nun digital aufzurüsten?
Ja, ich habe diese Zeit genutzt und ein einfaches Onlinebuchungssystem eingeführt. Dort sieht man auf Anhieb, welche Termine bei wem noch frei sind. Aber man kann bei uns natürlich auch weiterhin telefonisch Termine buchen. 

Seit Anfang Mai haben Sie Ihre erste Mitarbeiterin angestellt. Wie kam es dazu?
Ich hatte eine sehr starke Auslastung in meiner Praxis. So musste ich mir die Frage stellen, ob ich keine neuen Patienten mehr annehmen möchte oder ob ich jemanden einstelle. Ich habe mich dann entschieden, jemanden einzustellen. Es ist länger gegangen, bis ich jemand Passenden gefunden habe. Aber jetzt bin ich sehr glücklich, dass Elisa mit mir neu in der Praxis arbeitet. Somit haben wir auch wieder genug Kapazitäten für neue Kunden.

Wie sind Sie auf Elisa Limbinaras gestossen?
Ich habe mehrere Inserate geschalten und darauf hat sich Elisa bei mir gemeldet. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und alles hat auf Anhieb gut gepasst. Ich habe ihr noch am gleichen Tag des Probeschaffens die Zusage gegeben.

Frau Limbinaras, was gefällt Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten?
Elisa Limbinaras: Der Menschenkontakt, das Soziale. Aber auch, jeman­dem etwas Gutes zu tun und zu helfen. Das sind die Hauptgründe, warum mir das Massieren gefällt und es auch mein Traumjob ist.

Hatten Sie als Kind einen anderen Traumjob?
Limbinaras: Als kleines Kind wollte ich Polizistin werden. Nach der Schule habe ich mich dann aber für Masseurin entschieden und in Davos drei Jahre die Masseurinnenschule besucht. 
Dürr: Ich wollte Kindergärtnerin werden. Doch bei mir war das Problem, dass ich keine Matura hatte. So habe ich mich dann für Arztgehilfin entschieden.

Derzeit ist die Massagepraxis ja wieder offen, allerdings mit erhöhten Schutzmassnahmen, darunter fällt auch das Tragen eines Mundschutzes. Wie ist es für Sie?
Limbinaras: Es geht ziemlich gut. Zu Beginn war es natürlich eine Umstellung. Manchmal ist es etwas heiss unter der Maske, aber da die Zeit ja absehbar ist, geht es gut.
Dürr: Die ersten paar Tage waren ziemlich anstrengend. Es ist ungewohnt und man hat das Gefühl, dass man zu wenig Luft bekommt. Dies führte zu Beginn auch zu Kopfschmerzen. Aber mittlerweile habe ich mich sehr gut daran gewöhnt.

Nun zu euch persönlich: Was sind eure Hobbys abseits des Massierens?
Limbinaras: Spazieren gehen, in der Natur sein, wandern oder auch inlineskaten
Dürr: Im Sommer gehe ich gerne wandern und campen, im Winter Skifahren. Auch mache ich gerne Ausfahrten mit meiner alten Vespa oder mit dem VW-Bus.

Was braucht ihr, um nach einem anstrengenden Tag abzuschalten?
Limbinaras: Eine heisse Dusche.
Dürr: Ich freue mich immer, wenn ich nach Hause komme, das Abendessen schon gerichtet ist und ich gemeinsam mit meinem Freund Znacht essen kann.

Lasst ihr euch auch selbst gerne massieren?
Limbinaras: Ja, weil es etwas Entspannendes ist und dadurch auch die Muskulatur gelockert wird. Aber man macht es als Masseur manchmal halt doch selbst etwas zu wenig. 
Dürr: Sehr gerne. Dadurch, dass ich Elisa eingestellt habe, kann ich mir 
nun regelmässig eine Massage bei ihr gönnen.

Was ist das Erste, was ihr nach der Corona-Krise machen werdet?
Limbinaras: Ins Restaurant essen gehen und nicht selbst kochen. (lacht)
Dürr: Mich mit meinen Freunden treffen, vielleicht zu einem Grillabend.

15. Mai 2020 / 19:27
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