• Unternehmer Ruggell
    Wirkten am zehnten Unternehmer-Apéro im Gemeindesaal Ruggell mit: Gerold Bischof (Ivoclar), Referentin Karin Frick, Rechtsanwältin Nicole Kaiser, Jürgen Hasler, Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle, Daniel Maltaric (Swiss Life) und Moderatorin Heike Montiperle (v. l.).  (Paul Trummer)

Wie sieht der Arbeitsplatz von morgen aus?

Der zehnte Unternehmer-Apéro in Ruggell widmete sich der Frage, wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen könnte.
 
Seit zehn Jahren treffen sich Unternehmer aus Ruggell einmal im Jahr, um sich über aktuelle Trends zu informieren und anschliessend in legerer Atmosphäre das Netzwerk auszuweiten. Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle nahm das «kleine Jubiläum» zum Anlass, um in ihrer Begrüssung den Stellenwert der Veranstaltung zu betonen: «Ich bin überzeugt davon, dass dieser Anlass sowohl für die Unternehmer als auch die Gemeinde einen Mehrwert darstellt. Ich persönlich schätze diesen Kontakt sehr.» Das Interesse am Unternehmer-Apéro ist vorhanden: Über 200 Personen waren gestern Abend im Gemeindesaal. 
 
Das Büro ist nicht mehr zwingend ein fixer Ort
 
Heuer wählte die Wirtschafskommission der Gemeinde Ruggell folgende Frage als Leitthema: Wie sieht der «Arbeitsplatz der Zukunft» aus? Einen Einblick, in welche Richtung es gehen könnte, gab Karin Frick, Forschungsleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschikon: «Die Technik entwickelt sich immer schneller fort, aber wir Menschen ändern uns nicht über Nacht», leitete die in Schaan aufgewachsene Trend- und Zukunftsforscherin ein. Als Beispiele nannte sie künstliche Intelligenzen, digitale Doppelgänger und Konferenzen per Hologramm. Für die breite Masse hörten sich solche Innovationen nach Zukunftsmusik an, doch in grösseren Unternehmen seien solche Innovationen bereits angekommen und würden den Arbeitsplatz von morgen ankündigen.
 
Schlagworte wie «Home Office» deuten an, dass der Arbeitsplatz von morgen nicht mehr ein konkreter Ort ist. Vielmehr kann dieser wandern. «Der Laptop ist für viele inzwischen zum Büro geworden», meinte Frick. Arbeiten von zu Hause aus, im Coworking-Space oder einem Café steigere die Attraktivität als Arbeitgeber. Zudem könne man besser auf internationale Fachkräfte zurückgreifen, womit sich dem Mangel entgegenwirken lässt. Durch «virtuelle Büros» müssten sich die Arbeitsformen jedoch drastisch verändern, betonte die Referentin. Insbesondere im IT-Bereich seien Festanstellungen nicht unbedingt die Norm. Stattdessen werden für temporäre Projekte häufig freischaffende Experten beauftragt, womit sich die Hierarchien im Unternehmen zunehmend verflüchtigen. 
 
«Angst vor dieser Entwicklung braucht keiner zu haben», betonte Frick. Denn diese Trends würde bei Weitem nicht alle Berufsfelder betreffen. Unter anderem für Ärzte, Kinderbetreuer und in der Produktionsindustrie dürften klassische Arbeitsplätze längerfristig erhalten bleiben. Es sei keinesfalls so, dass sich der Arbeitsplatz von morgen vollzeitlich auf die eigenen vier Wände beschränke. So zeige eine aktuelle Studie, dass Menschen effizienter sind, wenn andere Person um sie herum ebenfalls arbeiten. Genauso wenig werden die Arbeiter durch Roboter ersetzt, stellte Frick abschliessend klar: «Der Mensch wird auch in Zukunft den Unterschied ausmachen. Es geht darum, den technologischen Fortschritt kreativ einzusetzen.» 
 
Bei der Podiumsdiskussion nach dem Referat zeigte sich, dass der Arbeitsplatz von morgen noch nicht in Liechtenstein angekommen ist. «Wir sind noch ein klassischer Betrieb», so Gerold Bischof von der Ivoclar Vivadent. Allerdings sehe er in seinem Unternehmen durchaus erste Ansätze, die sich in Richtung flexibler Büros bewegen. In ihrem Fall sei dies vor allem auf ein Bedürfnis der Arbeitnehmer zurückzuführen, hielt er fest. (gk)
29. Okt 2019 / 13:39
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