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    Wirtschaftsminister Daniel Risch.  (IKR)

Risch: «Das wird ein grosser Hosenlupf werden»

Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Daniel Risch hat zusammen mit seinem Team ein Kraftakt vollzogen, um der Wirtschaft während der Krisenzeit zu helfen.

Wie ist es möglich, innerhalb von 72 Stunden ein Hilfspaket für die Wirtschaft zu schnüren?
Daniel Risch: Wenn die Aufgabe darin besteht, die Wirtschaft des Landes zu retten – die Lebensgrundlage für uns alle – dann weiss jeder, was zu tun ist. Ich bin sehr stolz auf das Team, welches einen sehr grossen Einsatz gezeigt hat. Alle haben an einem Strick gezogen und waren sich bewusst, was für eine grosse Aufgabe sie zu bewältigen haben. Es hatte einfach alles zusammengepasst. Manchmal braucht es auch eine glückliche Fügung und die hatten wir.

Die Reaktionen im Landtag waren durchwegs positiv. Haben Sie damit gerechnet?
Ich habe natürlich gehofft, dass es so sein wird. Es ist uns allen bewusst, dass nicht alle Fragen im Detail geklärt werden können. Die Abgeordneten sahen, was geleistet wurde. Wir sind glücklich, dass die Vorlage einhellig verabschiedet wurde – vor allem auch glücklich für die Wirtschaft, da das Paket bereits am Montag greifen wird.

Liechtenstein hat hier eine Vorreiterrolle. Die anderen Länder sind noch nicht so weit. Haben Sie weitere Reaktionen erhalten?
Die wichtigste Reaktion für mich ist jene unserer Wirtschaftsverbände, die dankbar für die schnelle Hilfe sind. Für mich ist wichtig, dass sie spüren, dass wir ihre Lage ernst nehmen. Eine Reaktion kommt aus Österreich mit dessen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck ich regelmässig Kontakt pflege. Sie meinte, dass in diesen Zeiten gute Ideen immer willkommen sind und sie unser Paket ihrem Team weiterleiten wolle. Interessant ist auch, dass die Schweiz für Selbsterwerbende ein Taggeld von 195 Franken pro Tag beschliessen will. Das ist vergleichbar mit den 4000 Franken, die wir monatlich den Klein- und Einzelbetrieben zahlen wollen. Es ist interessant zu sehen, dass alle Länder in die gleiche Richtung denken. Wir waren einfach ein bisschen schneller. Auch wir haben versucht, auf die anderen Länder zu schauen. Aber wir stellten fest, dass niemand weiter ist und wir das Hilfspaket auf unsere Art lösen und einen liechtensteinischen Weg finden müssen. Und den haben wir dank den kurzen Wegen auch gefunden.

Im Landtag haben sie betont, dass die Arbeit noch nicht zu Ende ist. Wie sieht das weitere Vorgehen aus?
Wir sind froh, dass der Landtag das Hilfspaket verabschiedet hat. Jetzt geht es darum, alle Details in die Wege zu leiten. Die Landesbank muss bereits am Montag für die Kreditvergabe bereit sein. Auch das Amt für Volkswirtschaft hat noch einige Vorkehrungen zu treffen. Dann müssen die Beiträge bewilligt und ausbezahlt werden. Das wird für die Administration ein grosser Hosenlupf und dafür wird es auch mehr Leute benötigen. Wir werden intern Kapazitäten freischaufeln, aber wir werden auch auf externe Hilfe angewiesen sein, damit die Unterstützung auch am richtigen Ort ankommt. Nächste Woche treffen wir uns erneut mit der Taskforce, wo wir die Massnahmen analysieren werden: Wo greifen sie bereits, was muss noch genauer definiert werden? Wir haben beispielsweise noch ein Budget für weitere Unterstützungsmassnahmen, das noch nicht genau definiert ist. Dort geht es um abgesagte Veranstaltungen und Wirtschaftszweige, die noch nicht berücksichtig wurden. Das sind Unternehmen, die zwar nicht akut von der Krise betroffen sind, aber die Auswirkungen auch zu spüren bekommen werden. (manu)

20. Mär 2020 / 21:38
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