Hoval-CEO Peter Gerner begrüsst CO2-Gesetz

Der Ständerat nimmt das CO2-Gesetz in Angriff. Weil Grenzwerte für Gebäude zur Debatte stehen, könnten Ölheizungen bald einen schweren Stand haben. Hoval Co-Geschäftsführer Peter Gerner begrüsst den Vorstoss.

Der Schweizer Ständerat erwägt einen CO2-Grenzwert für Altbauten ab dem Jahr 2023, wenn die Heizung ausgetauscht werden muss. Für viele Bauten kommt das einem Ölheizungsverbot gleich. Die Massnahme ist eine von mehreren, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und das CO2-Gesetz doch noch auf den Weg zu bringen. Peter Gerner, Co-Geschäftsführer von Hoval, erklärt auf Anfrage, dass er den Vorschlag des Ständerates durchaus nachvollziehen kann. «Der Bestand der Wärmeerzeuger in der Schweiz ist zu einem grossen Teil veraltet. Wenn man bedenkt, dass wir heute knapp 30 Prozent der Energie für das Heizen und die Warmwasserbereitung brauchen und dafür oft veraltete Heizungen einsetzen, besteht Handlungsbedarf», ist er überzeugt. 

Kaum noch Ölheizungen verkauft

Um das Ziel der Senkung der CO2-Ziele zu erreichen, müsste laut Gerner an allen Hebeln angesetzt werden. «Obwohl heute nur noch verhältnismässig wenig Ölheizungen verkauft werden, wird immer noch jede zweite Heizung in der Schweiz mit Öl betrieben», erklärt der Geschäftsführer des Heizungsspezialisten in Vaduz. In Schweizer Haushalten entfallen 38,3 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs auf Heizöl.

«Wir verkaufen heute in der Schweiz im Neubau in über 80 Prozent der Fälle Wärmepumpen», erklärt Gerner. Der Anteil der Wärmepumpen im Neubau sei in der Schweiz bereits seit vielen Jahren dominant. In der Sanierung ist der Anteil der Wärmepumpen allerdings deutlich tiefer. Dort werden nur in etwas mehr als 20 Prozent der Fälle Wärmepumpen eingesetzt. Wo ein Gasnetz vorhanden ist, werden in der Sanierung grösstenteils Gas-Brennwertkessel nachgefragt, deren CO2-Belastung bekanntlich tiefer als die von Ölkesseln ist. In erster Linie müsse es darum gehen, ineffiziente, alte Heizungen mit neuer Technik zu ersetzen. Die Politik müsse aber vorsichtig sein, dass Sanierungen dadurch nicht zu teuer werden und in Konsequenz wenig saniert wird. «Auch wenn ich Alternativenergie begrüsse, ist der Umwelt mehr gedient, wenn eine alte Anlage durch eine neue Öl-Brennwertanlage mit Solarthermie ersetzt wird und dadurch bis zu 50 Prozent der Energie gespart wird», betont Peter Gerner. 

Dass es mit dem Verkehr in der Schweiz einen deutlich grösseren CO2-Posten gibt, der für 32 Prozent des Ausstosses verantwortlich ist, das grämt ihn aber nicht. «Jeder Bereich muss seinen Beitrag leisten. Wir sollen die verschiedenen Bereiche nicht gegeneinander ausstechen, wenn wir die CO2-Belastung reduzieren wollen», betont er. Sollte die diskutierte Massnahme umgesetzt werden, hat dies klar Einfluss auf die Hersteller von Heizungssystemen. «Wir haben unsere Hausaufgaben bereits vor Jahren gemacht und verkaufen heute in der Schweiz eben um ein Vielfaches mehr Wärmepumpen als Ölkessel», sagt Gerner. Der Vorstoss stelle somit aus strategischer Sicht keine Nachteile für die Hoval dar. Im Gegenteil, er bestätige, dass die konsequente Ausrichtung korrekt war. «Mit unserem Produktsortiment sind wir bestens auf diese veränderten Rahmenbedingungen vorbereitet.» Es bestehe allerdings ein Risiko, dass die Sanierungsbereitschaft aufgrund höherer Investitionskosten rückläufig ist. In Sachen Energieeffizienz kann der Hoval-Geschäftsführer, der seit über zwanzig Jahren im Unternehmen tätig ist, klar einen Favoriten ausmachen. «Im Neubau erachten wir die Luft-Wasser-Wärmepumpe, idealerweise kombiniert mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung, als die beste Lösung.» 

Bei der Sanierung komme es auf das Gebäude an, sprich den Aufstellungsort und zum Beispiel die Auslegungstemperatur sowie auf die Bereitschaft zur gesamtenergetischen Sanierung. Aber auch persönliche Präferenzen sollen hier berücksichtigt werden, wie es bei Biomasseheizungen oft der Fall ist. Wird die Gebäudehülle saniert, sei die Luft-Wasser-Wärmepumpe ebenfalls empfehlenswert. «Für die Sanierung der Heizung erachten wir aber vor allem auch die Kombination eines hocheffizienten Gas-Brennwertkessels mit einer Wärmepumpe als sehr gute Lösung. Man sollte dabei nicht vergessen, dass Gaskessel auch mit einem beliebigen Anteil Biogas betrieben werden können», führt Gerner aus. (dal)

 

18. Okt 2019 / 12:15
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
09. Dezember 2019 / 22:46
09. Dezember 2019 / 14:56
09. Dezember 2019 / 22:15
09. Dezember 2019 / 10:14
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Weihnachtsmarkt Malbun
Zu gewinnen 3 Gutscheine im Gesamtwert von 230 Franken.
05.12.2019
Facebook
Top