• Liechtensteinische Landesbank
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LLB will Staatsgarantie aufgeben

Die LLB-Gruppe setzte ihr Wachstum im ersten Halbjahr 2018 fort. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen gab die Bank ausserdem bekannt, dass sie den Vorstoss der Regierung zur Abschaffung der Staatsgarantie unterstützt. Ausserdem startet sie ein Aktienrückkaufprogramm.

Die LLB verfügt über eine beschränkte Staatsgarantie des Landes Liechtenstein. In Artikel 5 des Gesetzes über die Liechtensteinische Landesbank (LLBG) vom 21. Oktober 1992 ist geregelt, dass das Land für Sparguthaben und Kassenobligationen haftet, sollten die Mittel der LLB nicht ausreichen.

Um die Konformität mit den staatlichen Beihilfen gemäss Artikel 61 des EWR-Abkommens sicherzustellen, trafen das Land und die LLB am 13. September 2005 eine Vereinbarung. Diese regelt die Abgeltung der Staatsgarantie und ist bis 31. Juli 2020 befristet.

Die LLB unterstützt den Vorstoss der Regierung, angesichts des Ablaufens der Frist keine neue Vereinbarung mehr anzustreben und dem Landtag einen Bericht und Antrag vorzulegen, um Artikel 5 LLBG zu streichen, wie die Bank heute morgen mitteilte.

Unabhängig von der beschränkten Staatsgarantie stehe die LLB-Gruppe für Sicherheit und Stabilität. Mit einem Eigenkapital von CHF 1.9 Mia. verfüge sie über eine starke Kapitalbasis. Die Tier 1 Ratio lag Mitte 2018 bei 21.6 Prozent. Das Aa2-Depositenrating der Liechtensteinischen Landesbank, das die Ratingagentur Moody's im April 2018 erneut bekräftigt hat, unterstreicht die Solidität der LLB-Gruppe. Die LLB befindet sich damit in der Top-Liga der Liechtensteiner und Schweizer Banken und liegt weit über dem Durchschnitt europäischer Finanzhäuser.

LLB auf gutem Weg
Im ersten Halbjahr 2018 hat die LLB-Gruppe ihr operatives Ergebnis weiter verbessert. Markteffekte hatten zur Folge, dass sich der Geschäftsertrag um 3.2 Prozent auf CHF 183.5 Mio. (1. Semester 2017: CHF 189.7 Mio.) reduzierte.

Zum positiven operativen Ergebnis trugen insbesondere das Zinsengeschäft und das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft bei. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken stieg trotz Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank um 5.7 Prozent auf CHF 76.8 Mio. (1. Semester 2017: CHF 72.6 Mio.). Das Wachstum bei den Hypotheken und tiefere Refinanzierungskosten kompensierten den erwarteten Ertragsrückgang aus der Verlängerung der Festzinskredite zu tieferen Konditionen.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft erhöhte sich um 4.3 Prozent auf CHF 77.6 Mio. (1. Semester 2017: CHF 74.4 Mio.). Eine aktive Marktbearbeitung und die Lancierung innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie die Akquisition der LB(Swiss)Investment AG trugen zu einem erneuten Plus von CHF 3.2 Mio. bei.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft reduzierte sich auf CHF 34.4 Mio. (1. Semester 2017: CHF 38.6 Mio.). Während sich der Handel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen gegenüber dem Vorjahr um 7.4 Prozent auf CHF 28.9 Mio. erhöhte, führte der Seitwärtstrend bei den Schweizer-Franken-Zinsen zu tieferen stichtagsbezogenen Bewertungsgewinnen der Zinssatzswaps von CHF 5.5 Mio. gegenüber CHF 11.5 Mio. im Vorjahr. Gestiegene USD-Zinsen und eine negative Aktienmarktentwicklung führten bei den Finanzanlagen zu stichtagsbezogenen Buchverlusten von CHF 10.4 Mio. gegenüber einem Gewinn von CHF 5.2 Mio. im ersten Halbjahr 2017.

Geschäftsaufwand stieg strategiekonform
Der Geschäftsaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 10.6 Prozent auf CHF 128.3 Mio. (1. Semester 2017: CHF 116.0 Mio.). Das Wachstum des Sach- und Personalaufwands widerspiegelt die Investitionen in unsere Strategie StepUp2020. Der Personalaufwand stieg durch den strategiekonformen Ausbau der Vollzeitstellen und durch die Übernahme der LB(Swiss) Investment mit elf Mitarbeitenden auf CHF 81.5 Mio. (1. Semester 2017: CHF 76.9 Mio.). Der Sachaufwand erhöhte sich um 27.8 Prozent beziehungsweise CHF 7.0 Mio. auf CHF 32.1 Mio. (1. Semester 2017: CHF 25.1 Mio.). Im Vorjahresergebnis war eine Auflösung von Rückstellungen für Rechts- und Prozessrisiken von CHF 5.0 Mio. enthalten. Ohne diesen Effekt wäre der Sachaufwand gegenüber dem Vorjahr um CHF 2.0 Mio. höher, was im Wesentlichen auf angefallene Integrationskosten zurückzuführen ist.

Die LLB-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2018 ein Konzernergebnis von CHF 45.8 Mio., das aufgrund der Markteffekte um 23.7 Prozent unter dem des Vorjahres lag (1. Semester 2017: CHF 60.0 Mio.). Die Cost-Income-Ratio betrug 71.2 Prozent (1. Semester 2017: 62.8 %).

Höchste Netto-Neugeld-Zuflüsse seit 2010
Mit einem Netto-Neugeld-Zufluss in Höhe von CHF 1.1 Mia. (1. Semester 2017: CHF 731 Mio.) ist die LLB-Gruppe in allen drei Marktdivisionen sowie den drei Buchungszentren nachhaltig und substanziell gewachsen. Dies sind die höchsten Netto-Neugeld-Zuflüsse seit 2010.

Das Geschäftsvolumen stieg um 1.0 Prozent auf CHF 62.9 Mia. (31. Dezember 2017: CHF 62.3 Mia.). Die Kundenvermögen nahmen per 30. Juni 2018 auf CHF 50.5 Mia. (31. Dezember 2017: CHF 50.3 Mia.) zu. Die Kundenausleihungen lagen mit einem Plus von 2.6 Prozent bei CHF 12.4 Mia. Die Hypothekarforderungen stiegen um 2.1 Prozent auf CHF 10.8 Mia. (31. Dezember 2017: CHF 10.6 Mia.).

Ausblick
Die LLB-Gruppe werde im zweiten Halbjahr 2018 ihre Strategie StepUp2020 weiter konsequent vorantreiben, so die Bank. Im Mittelpunkt stehe vor allem die Integration der Akquisitionen. Hinzu kommt der Fokus auf Profitabilität. Sie investiert weiter in innovative Produkte und Dienstleistungen, setzt die Digitalisierung des Bankings mit Dynamik fort und schafft mit ihrer Lean-Management-Kultur neue Wachstumsimpulse.

Die LLB-Gruppe sei zuversichtlich, dass sie dank ihres fokussierten Geschäftsmodells, einer diversifizierten Ertragsstruktur und der klaren Strategie StepUp2020 für die bevorstehenden Chancen und Herausforderungen gerüstet ist und auch im Geschäftsjahr 2018 ein solides Konzernergebnis erwirtschaften wird. Auf der Ertragsseite erwartet sie operative Fortschritte vor allem im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft. Die Akquisitionen ziehen Integrationskosten nach sich, striktes Kostenmanagement habe weiterhin Priorität.

Zur Halbzeit der Strategieperiode ist die LLB-Gruppe auf gutem Weg, die Finanzziele zu erreichen. «Mit der Übernahme der Semper Constantia werden wir Ende 2018 das Ziel eines Geschäftsvolumens von über CHF 70 Mia. frühzeitig und deutlich übertreffen», bekräftigt Group CEO Roland Matt.

23. Aug 2018 / 06:36
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