• Staatsakt Staatsfeiertag, Vaduz
    Liechtensteiner am Staatsfeiertag 2019.  (Tatjana Schnalzger)

Liechtensteiner haben 230'000 Franken Schulden pro Kopf

Die privaten Haushalte in Liechtenstein sind im internationalen Vergleich sehr hoch verschuldet. Eine vertiefte Analyse sei notwendig, schreibt die FMA.

Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) hat die zweite Ausgabe des Finanzstabilitätsberichts zum Liechtensteiner Finanzsektor vorgelegt. Dabei sticht vor allem die hohe Verschuldung des Haushaltssektors heraus. Diese sei im Vergleich zu anderen Ländern «besonders auffallend», sagte Mario Gassner, Vorsitzender der FMA-Geschäftsleitung, in seiner Rede anlässlich der Präsentation. 

Die Zahlen sind eindrücklich: Im Jahr 2018 betrug die gesamte Verschuldung der privaten Haushalte in Liechtenstein rund 9 Milliarden Franken oder 230‘000 Franken pro Kopf. Dies entspricht 136 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Den grössten Anteil machten dabei Hypotheken aus.

Zum Vergleich: In der Schweiz hat jeder Erwachsene im Durchschnitt Schulden im Umfang von 142’620  US-Dollar (rund 140’885 Franken). Das geht aus dem Global Wealth Report der Credit Suisse vom Oktober hervor.

FMA Jahresmedienkonferenz FMA Vaduz 170412

Mario Gassner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der FMA.

FMA-Chef mahnt zur Vorsicht

Die Zahlen aus Liechtenstein seien nicht direkt mit Werten aus anderen Ländern vergleichbar, so Gassner weiter. Die hohe Jobsicherheit ermögliche eine grosse Planungssicherheit für private Haushalte. «Die tiefen Steuern und die hohen Einkommen eröffnen zusätzlichen Spielraum.»

Dennoch mahnt der FMA-Chef zur Vorsicht. Auch wenn aus diesen Gründen die tatsächlichen Risiken für die Stabilität nicht so hoch seien, wie die Zahlen auf den ersten Blick implizieren, müsse die Situation «genau analysiert und die weitere Entwicklung eng beobachtet» werden.

Im neuen Finanzstabilitätsbericht wird empfohlen, eine detaillierte Analyse zu den zugrundeliegenden Treibern und Ursachen der damit verbundenen Risiken im Hypothekarmarkt zu erarbeiten.

«Steigende Herausforderungen»

Gemäss dem Financial Stability Report  2019 befindet sich der Liechtensteiner Finanzsektor sich in einem stabilen Zustand. Die systemischen Risiken werden als relativ begrenzt beurteilt. Während der Finanzsektor – und insbesondere der Bankensektor – relativ zur Wirtschaftsleistung sehr gross ist, reduzieren eine vergleichsweise hohe Kapitalisierung, die gesunde Profitabilität sowie eine stabile Finanzierungsbasis die damit verbundenen Risiken.

Allerdings seien die Herausforderungen im internationalen Finanzmarktumfeld im vergangenen Jahr weiter angestiegen, heisst es. Obwohl Liechtensteins Banken- und Versicherungssektor weniger stark unter dem Niedrigzinsumfeld leiden würden, als dies in anderen Ländern der Fall ist, seien die Finanzintermediäre auch hierzulande mit steigenden Herausforderungen konfrontiert, um die Profitabilität auch für die kommenden Jahre zu sichern. (vb)

 

 

18. Nov 2019 / 17:00
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