• Gastrochem AG, Ruggell
    Die Hälfte des Teams der Gastrochem stammt aus der Familie (von links: Patrik Walser, Olivia Walser-Marxer und Inhaber Günther Marxer).  (Tatjana Schnalzger)

Küchen aus Ruggeller Familienbetrieb

Seit 30 Jahren beliefert die Marxer Gastrochem aus Ruggell Gastrobetriebe aus der Region mit Küchengeräten und Reinigungsmittel.

Die Marxer Gastrochem ist seit jeher ein Familienbetrieb. Begonnen hat die Geschichte des Unternehmens mit der Nebentätigkeit der Mutter von Inhaber  Günther Marxer. «Sie arbeitete als Abwartin und verkaufte nebenbei chemische Reinigungsmittel», sagt Marxer. Seine Mutter habe irgendwann diese Aufgabe an ihn abgetreten. Nach einer gewissen Zeit sah er Potenzial bei der Nachfrage nach Reinigungsprodukten und informierte sich eingehend beim Lieferanten über dessen Produkte und erweiterte in der Folge sein Sortiment. Es zeigte sich: Marxer hatte den richtigen Riecher, der Handel mit den

Reinigungsmitteln blühte auf. Irgendwann wurde er angefragt, ob er die Vertretung der Produkte für die Region übernehmen möchte. Das hatte zur Folge, dass sich Marxer selbständig machte und aus dem Nebenerwerb sein Hauptberuf wurde. «Ich belieferte viele Wirte mit speziellen Reinigungsmitteln für Geschirrspüler. Vermehrt wurde ich von diesen gefragt, ob ich auch gleich Maschinen für den Abwasch besorgen und instal­lieren könnte», sagt Marxer. So sei es dazu gekommen, dass er in den Handel mit Geräten eingestiegen sei. Vorerst vor allem Geschirrspüler, später kamen Fritteusen und weitere Kleingeräte hinzu.

Diverse Maschinen, komplette Systemlösungen

Heute liefert und installiert die Marxer Gastrochem AG Geräte von über 40 Marken, von Kühlgeräten, Industrieherden über Kaffeemaschinen bis zu Pizzaöfen. Doch nicht nur das. Auf Wunsch werden ganze Küchen geplant und eingerichtet, ebenso Buffetanlagen. Zudem werden komplette Systemlösungen geboten. «Wir können die Kaffeemaschine besorgen, installieren und warten sowie den Wirt mit Kaffeebohnen beliefern», sagt Olivia Walser-Marxer, die Tochter von Inhaber Günther. Mehr noch: «Auf Wunsch besorgen wir auch passendes Geschirr.» Olivia arbeitet seit bald zehn Jahren im Familienbetrieb. Zuvor war sie als kaufmännische Angestellte bei Hilti tätig. Vor Kurzem ist auch ihr Mann Patrik Walser in den Familienbetrieb eingestiegen. Er übernimmt derzeit die Aufgaben seiner Frau, die vor zwei Wochen Mutter geworden ist.

Ist in einer Beiz etwas defekt, muss man schnell handeln

Anfang April hätte Marxer Gastrochem eigentlich das 30-Jahr-Jubiläum gefeiert. Wegen Covid-19 und den entsprechenden Einschränkungen war eine Feier nicht möglich. «Irgendwann holen wir das aber nach», sagt Geschäftsführer Marxer, der auch mit 66 Jahren noch arbeitet, obwohl er das Pensionsalter erreicht hätte. «Für mich fühlt es sich gar nicht wie Arbeit an», sagt er. Er mache das aus Freude und auch aus gegenseitiger Loyalität mit den Kunden. «Viele der langjährigen Kunden sind ebenfalls Familienbetriebe.» Oft sei die Kundenbeziehung dabei von den Eltern auf die Kinder übergegangen. Familienbetriebe würden gut zum Kundenstamm der Marxer Gastrochem AG passen, da diese eine langfristige Perspektive haben und entsprechend investierten.

Bei den Geräten setzt Marxer Gastrochem vor allem auf Lieferanten aus der Schweiz und Deutschland. «Das schlägt sich zwar auf den Preis aus, Service und Qualität sind aber deutlich besser als etwa bei Produkten aus anderen Kontinenten», sagt Marxer. Diese Werte seien ihm wichtig und sie seien auch die Basis für das langjährige Bestehen des Unternehmens. «Wer eine möglichst billige Gastroküche erwerben möchte, ist bei uns nicht unbedingt an der richtigen Adresse», gibt

er unumwunden zu. Doch seinen Kunden sei der im höheren Preis inkludierte Mehrwert im Bereich Service etwas wert. «Wenn in einem Restaurant ein Geschirrspüler oder eine Kaffeemaschine defekt ist, muss diese auf der Stelle repariert werden können, da ansonsten der Betrieb erheblich beeinträchtigt ist, was sich auch negativ auf den Umsatz oder die Produktivität auswirken kann.» Wenn man beispielsweise ein Ersatzteil erst aus China anfordern müsste, wäre man auf verlorenem Posten. Die Marxer Gastrochem AG führt ein eigenes Ersatzteilelager, und falls doch etwas fehlen sollte, sind die Lieferanten in der Nähe. «Winterhalter zum Beispiel beliefert uns von Rüthi aus», so Marxer. Zudem hat das Unternehmen einen grossen Showroom mit integrierter Demoküche, in welcher die Produkte hautnah erlebt werden können, ausserdem auch eine grosse Auswahl an Ersatz- und Mietgeräten, die sofort einsatzbereit sind. «So ist man immer flexibel», sagt Marxer.

Ohnehin ist Flexibilität ein weiterer wichtiger Wert für das Ruggeller Familienunternehmen. «Wer bei uns arbeitet, der muss auf alle Seiten flexibel sein. Flexibel bei den Arbeitseinsätzen, flexibel bei den Tätigkeiten.» So werde man oft kurzfristig zur Reparatur eines Gerätes abberufen. Zudem muss man alle verschiedenen Produkte in- und auswendig kennen, so dass man von Service- und Wartungsarbeiten bis zu Reparaturen und Ein- und Ausbauten alles erledigen kann. «Bei uns im Betrieb sind wir alle Allrounder. Anders würde es gar nicht gehen.»

Obwohl Günther Marxer nicht in Pension geht, hat er sich bereits um die Nachfolgeregelung gekümmert. Seine Tochter und ihr Mann werden das Geschäft dereinst übernehmen. Und seit Kurzem gibt es einen weiteren Anwärter. «Wer weiss, vielleicht steigt der frisch geborene Enkel Noa später auch ins Unternehmen ein», sagt Marxer lachend. Zählt man den Putzmittelverkauf der Grossmutter mit, wäre das dann bereits die vierte Generation. (jeb)

15. Mai 2020 / 00:04
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