•  (Tatjana Schnalzger)

Venezuela-Skandal: FMA setzt Eigentümer der Union Bank vor die Tür

Die Strafuntersuchung gegen die Union Bank hat erste Konsequenzen. Der Hauptaktionär muss seine Stellung als Verwaltungsratspräsident aufgeben und darf auch nicht weiter Aktionär der Bank sein.

Es ist nicht nur als Köpferollen zu interpretieren, dass der Präsident des Verwaltungsrates der Union Bank diese Woche seinen Hut nehmen musste. Recherchen zeigen, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) eingegriffen hat. Es war demnach eine Auflage der Aufsichtsbehörde. Der VR-Präsident namens Mohammad Dastmaltchi musste sich gleich in doppelter Hinsicht zurückziehen. Auch als Mehrheitsaktionär soll er aus Sicht der FMA nicht mehr tragbar gewesen sein.

Die Behörde wollte dies auf Anfrage zwar nicht bestätigen, die FMA habe aber bereits im April 2019 ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen die Union Bank eingeleitet und stehe im engen Austausch mit allen involvierten Stellen, wie sie selbst bestätigt. Mehrere Sofortmassnahmen wurden bereits im Februar 2019 angeordnet. Denn gegen die Bank läuft seit geraumer Zeit eine Strafuntersuchung der Liechtensteiner Staatsanwaltschaft. Diese brachte die Bank selbst ins Rollen, indem sie eine Verdachtsmeldung wegen Geldwäscherei an die dafür zuständige Meldestelle im Land machte.

Venezuela: 350 Millionen US-Dollar gestohlen

Gegen die Bank und Dastmaltchi wird ermittelt, weil er im vergangenen Jahr ominöse Aktionäre an Bord geholt hatte. Dabei geht es konkret um eine türkische Firma namens Mulberry. Diese war nicht nur Aktionärin der Union Bank, sondern wurde von einem umfangreichen Korruptionsnetzwerk genutzt. Weil die Wirtschaft Venezuelas am Boden liegt, verteilt die Regierung seit dem Jahr 2016 einmal im Monat Lebensmittelpakete. Dieses CLAP-Programm soll eigentlich den Ärmsten helfen, über die Runden zu kommen. Doch stattdessen bereicherten sich Regime, Funktionäre und Günstlinge sowie die Stiefsöhne des umstrittenen Machthabers Nicolás Maduro an diesen staatlich subventionierten Lebensmittelpaketen. Die Drahtzieher sollen US-Behörden zufolge beträchtliche Gewinne erzielt, aber nur einen Bruchteil der Lebensmittel, die für das CLAP-Programm benötigt wurden, tatsächlich importiert haben. Die gestohlenen Gelder flossen zum Teil als Bestechung wieder an die Funktionäre und Günstlinge von Maduro zurück. Auf diese Weise sicherten sich die Drahtzieher den Zuschlag für den Auftrag.

350 Millionen US-Dollar wurden so vom Staat gestohlen und auf Konten ausserhalb Südamerikas geschleust sowie deren Herkunft verschleiert. Offen ist noch, ob Gelder auch über Liechtensteiner Banken geflossen sind. Dastmaltchi und Mulberry verfügen zusammen über ein Aktienkapital von über 20 Millionen Franken. Ein neuer Eigentümer könnte den Weg ebnen, dass die Bank mit dem neuen Verwaltungsrat einen Neuanfang starten kann. (dal)

21. Sep 2019 / 12:36
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