• Ein Kaffee im «New Castle»: Gestern konnten die Restaurants in Liechtenstein wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die Gäste sind aber noch zurückhaltend.  (Daniel Schwendener)

Ein ruhiger Start für die Gastronomiebetriebe

Das Mittagsgeschäft lief gestern schleppend an. Dafür sind die Abende gut gebucht.

Das Wetter am Freitagmittag zeigte sich von seiner trüben Seite. Vielleicht mit ein Grund, weshalb das Mittagsgeschäft am Tag der Wiedereröffnung nicht gut anläuft. In den Restaurantbetrieben in Schaan und Vaduz treffen nur vereinzelt Gäste ein, um ein Mittagsmenü zu geniessen. Doch die Gastronomen waren sich bewusst, dass es keinen Ansturm geben würde. «Ich habe mit einem ruhigen Start gerechnet. Viele Arbeitnehmer sind noch im Homeoffice und eine es ist noch eine Verunsicherung in der Bevölkerung da», sagt Rolf Bleisch im Restaurant New Castle. Der Unternehmer, welcher drei Restaurants betreibt, hätte sich ein weniger strenges Regime in Sachen Schutzmassnahmen gewünscht. «Ich den-ke, wir sind alle diszipliniert genug und es würde auch mit einem weniger engen Korsett funktionieren», ist er überzeugt. Die Stammtischkunden beispielsweise hätten sich am Vormittag ohne zu diskutieren auf zwei Tische aufgeteilt. 

Fotostrecke: Wiedereröffnung der Gastrobetriebe
Wiedereröffnung der Gastrobetriebe
Wiedereröffnung der Gastrobetriebe
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Kreative und individuelle Lösungen gefunden
Auch im «Dolce Gusto» in Schaan und im «Residence» in Vaduz ist es ruhig zur Mittagszeit. Trotzdem freuen sich Wirte und Angestellte, dass sie wieder arbeiten dürfen. Auch wenn die Stimmung angespannt ist. Die Zeit des Lockdowns ist nicht spurlos an den Wirten vorübergegangen. «Es war eine 

schwere Zeit für mich», sagt Gündogdu Sevgi Gül, Geschäftsführerin des Speiselokals «Dolce Gusto». Sie ist froh, dass sie nun wieder Gäste empfangen kann. Dabei soll das gewohnte Ambiente überzeugen. Deshalb sind alle Tische wie gewohnt gedeckt. Allerdings werden nicht alle genutzt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Denn auch wenn die Restaurantbetriebe wieder offen haben dürfen, ist nichts mehr so wie vor der Corona-Pandemie. Viele mussten die Anzahl der Sitzplätze aufgrund des Schutzkonzeptes stark reduzieren. Teilweise um bis zu 50 Prozent. Wie beispielsweise im Café Wanger in Schaan. «Rein wirtschaftlich gesehen rechnet sich das nicht», sagt Inhaber Richard Wanger. «Aber die Gäste schätzen es sehr und wir können so ein bisschen Normalität in ihr Leben bringen.» Drei Tische sind im Café besetzt. Elisa Limbinaras und ihre Mutter geniessen einen Orangensaft. «Es ist schön, dass ich wieder ins Café kann. Es fühlt sich ganz normal an», sagt sie. «Auch wenn die Tische durch Trennwände abgegrenzt sind.»

Trotz den schwierigen Bedingungen zeigen sich die Restaurantbetreiber und Angestellten nicht mutlos. Sie haben kreative und individuelle Lösungen gefunden, um den Gästen trotz Schutzmassnahmen einen angenehmen und möglichst normalen Aufenthalt zu bieten. Beispielsweise wurden im «Residence» Glasscheiben zwischen den Eckbänken angebracht – dass dies aufgrund des Virus ist, fällt gar nicht auf. «Und eigentlich ist es noch sehr praktisch. Die Leute haben so mehr Privatsphäre und hören nicht alles vom Nebentisch mit», sagt Werner Dolzer. 

Unterschiedliche Gefühle
Auch im Gasthof Au ist es um 13 Uhr aussergewöhnlich ruhig. Normalerweise ist das Restaurant zu dieser Zeit voll. Die Leiterin des Service, Alexandra Weiss, hat mit einem ruhigen Beginn gerechnet. «Dafür haben wir auch Verständnis», sagt sie, als sie die Cordon bleu serviert. Gast Lars Beck ist froh, dass er wieder im Restaurant essen kann und nicht mehr auf den Take-away angewiesen ist. «Ich gehe gerne auswärts essen, deshalb finde ich es toll, dass die Restaurants wieder geöffnet haben.» Unwohl fühle er sich überhaupt nicht. Sein Kollege hat jedoch ein mulmiges Gefühl. «Es ist schon paradox. Eigentlich sollte man ja Abstand halten und jetzt sitzen wir zu viert an einem Tisch», sagt er. 

Vielleicht ebenfalls ein Grund, weshalb das Mittagsgeschäft noch schleppend läuft – in vielen Betrieben werden die Angestellten angehalten, keinen zu engen Kontakt zu den Arbeitskollegen zu pflegen. Doch dass das Bedürfnis da ist, sich wieder in einer Beiz zu treffen, zeigen die Reservationen, die für den Abend eingegangen sind. Das ist auch in den anderen Restaurants so. «Die Abende der nächsten Woche sind bereits gut gebucht», sagt Rolf Bleisch. 

Die nächsten Wochen werden nun weisen, wie sich die Gastronomie entwickeln wird. Die Wirte hoffen weiterhin auf Unterstützung – von allen Seiten. (manu)

15. Mai 2020 / 21:15
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