• Alex Kind, Gamprin
    «Das Bewusstsein für die Natur, die Nah­erholungsgebiete und das eigene Zuhause ist während der letzten Wochen ganz klar gestiegen. Der eigene Garten hat einen neuen Stellenwert.»  (Tatjana Schnalzger)

«Ein Naturgarten ist eine Oase»

«Wer neben seinen vier Wänden einen Flecken Grün um sich hat, schätzt ihn heuer doppelt», sagt Alex Kind.

Herr Kind, Sie hatten als Gärtner diesen Frühling sicher alle Hände voll zu tun? 
Alex Kind: Der Covid-19-Virus hat uns in den ersten Tagen auch verunsichert. Als Gartenbauer konnten wir leichter weiterarbeiten als andere Unternehmen. Nach einer sorgfältigen Lagebeurteilung und den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen haben wir ohne grössere Einschränkungen weitergearbeitet und auch genügend Aufträge.

Hat die Krise und der Rückzug in die eigenen vier Wände das Bewusstsein für die Natur und den eigenen Garten verändert?
Das würde ich schon sagen. Wer einen eigenen Garten besitzt, hat ihn in diesem Jahr sicher geschätzt. Doch auch wer sich einfach so in der Natur aufgehalten hat, ist sich dieser Oase für die Seele und ihren Erholungswert bewusster geworden.

Sie und Ihr Gärtnerteam waren für die Gestaltung des Naherholungsgebietes Grossabünt in Gamprin verantwortlich. Können Sie sich an die ersten Diskussionen erinnern ?
Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Grossabünt ist seit rund zehn Jahren eröffnet. Die erste Sitzung, damals noch in der Sportkommission der Gemeinde, fand allerdings bereits vor etwa 20 Jahren statt.

Dann wurde einige Zeit verhandelt und geplant. Ich nehme an, die Gartenarbeiten haben nicht zehn Jahre gedauert?
(lacht) Nein, ganz so lange brauchten wir als ausführendes Gartenunternehmen nicht, um die Anlage zu realisieren. Vor 20 Jahren war das Projekt für die kleine Gemeinde Gamprin visionär und auch mit hohen Kosten verbunden. Die Frage des Standortes, der Bodenrechte etc. waren anfangs Diskussionspunkte. Später ging es dann um die Ausgestaltung der einzelnen Bereiche, die Wünsche der Bevölkerung oder das Betriebskonzept.

Ein Meilenstein für das Unterland, aber auch für die ganze Region? 
Grossabünt ist sicher ein Vorzeigeprojekt, auf das wir stolz sind – und das hoffentlich noch viele Nachahmer finden wird.

Geht der Trend der Gartengestaltung in Richtung Naturgarten?
Das Interesse an einem naturbelassenen und umweltfreundlichen Garten, aber auch einer Erfrischungs- und Bademöglichkeit ohne chemische Zusätze ist ganz eindeutig gestiegen. Wir haben in letzter Zeit, sicher auch aufgrund der Coronakrise, einige Offerten für Naturpools geschrieben. Wie viele dann realisiert werden, kann ich noch nicht abschätzen. 

Ist die Pflege eines Naturpools nicht bedeutend aufwendiger?
Die technische Weiterentwicklung von den ersten Schwimmteichen hin zum modernen Naturpool mit Filtersystem wurde in den vergangenen Jahren rasant vorangetrieben. Heute ist der Aufwand für den Unterhalt eines Naturpools nicht wesentlich grösser als für einen Pool mit chemischen Zusätzen. Aber es ist schon richtig, man möchte so viel Natur wie möglich zum geringsten Aufwand.

Wo baden Sie und Ihre Familie? Haben Sie einen Pool im Garten?
(schmunzelt) In der Grossabünt natürlich. Wir wohnen einen Katzensprung hinter der Anlage und geniessen sie, wie viele andere auch, so oft als möglich. Und nein, ich habe keinen Pool im Garten.

Eine grüne Oase ohne Wasser?
Erstaunt? Unser Garten hat neben vielen Blumen und Kräutern und einem Grillplatz auch eine Erholungszone. Wir haben eine Sauna, die wir gerne und regelmässig nutzen. Das Wellnesskonzept liesse sich allerdings noch etwas erweitern, daran feile ich noch.

Was wäre das?
Zu einer Sauna gehört ein Eisbecken oder zumindest ein Kältebad. Ich stelle mir da einen Badebrunnen vor, den man auch im Sommer zur kurzen Erfrischung nutzen könnte.

Ein grosser Waschzober, wie ihn Grossmutter benutzte und die ganze Familie danach darin badete?
Genau. So ein Bottich oder was auch immer wäre ein Traum.

Das Konzept ist sicher marktfähig und findet Nachahmer. Vorher stehen aber Ferien an, oder?
Ja, auch wir brauchen mal Ferien. In diesem Jahr wird es uns wohl mit dem Fahrrad über Stock und Stein an irgendeinen schönen Ort führen.  

Sie bleiben im Land?
Wir geniessen sicher die Landschaft in Liechtenstein und der näheren Umgebung. Allenfalls ergibt sich auch ein Abstecher ins Südtirol. Das werden meine Frau Helene, die Kinder und ich spontan entscheiden. 

Interview: Nicole Büchel

30. Jul 2020 / 22:35
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