• Ivoclar Vivadent
    Die Rückkehr zum kompletten Normalbetrieb wird voraussichtlich nur langsam erfolgen.

80 Prozent weniger Umsatz führt zu Stellenabbau

Nach einem soliden Geschäftsjahr 2019, in dem der Umsatz 2,4 Prozent stärker als der Markt auf 830 Mio Franken wuchs, rechnet Ivoclar Vivadent für das Jahr 2020 mit einem substantiellen Umsatzrückgang. Grund dafür ist die Coronakrise, die die Geschäftstätigkeit von Zahnärzten und Zahntechniker weltweit massiv einschränkt.

Nachdem vergangene Woche Swarovski in Triesen angekündigt hat, Mitarbeiter zu entlassen, geht es nun bei Ivoclar Vivadent in Schaan weiter. Angestellte sprechen sogar von einer Entlassungswelle. Doch so prekär stellt sich die Situation nicht dar.  

Bislang sind es erst fünf Angestellte am Hauptsitz in Schaan, die gehen müssen. «Dabei wurde die Arbeitnehmervertretung (ANV) involviert und es gab abfedernde Massnahmen im Sinne eines Sozialplans», bestätigt Sigi Langenbahn als Geschäftsführer des Liechtensteinischen ArbeitnehmerInnenverbandes (LANV) auf Anfrage. Natürlich hoffe er, dass es dabei bleibe. «Jede Kündigung in dieser Zeit ist besonders schmerzlich», sagt er. Weil Ivoclar die Coronakrise besonders hart getroffen hat, sind aber weitere Stellen in Gefahr. Mitte März musste das Unternehmen, das im vergangenen Jahr noch stärker als der Markt wuchs, seine Produktion fast ganz herunterfahren. 75 Prozent der Angestellten befinden sich noch immer in Kurzarbeit. 

Nur für Notfälle geöffnet oder sogar ganz geschlossen: Zahnarztpraxen und zahntechnische Labore auf der ganzen Welt haben es 2020 schwer. Aufgrund der Coronakrise können sie zum Teil wochenlang keine oder nur sehr wenige Patienten behandeln und verbrauchen dementsprechend weniger Material, schreibt die Ivoclar Vivadent in einer Medienmitteilung. Dies habe direkte Auswirkungen auf die Hersteller von Dentalprodukten. «Im April und Mai sanken die Umsätze um fast 80 Prozent. Erst im Juni gab es eine leichte Erholung», erklärt Diego Gabathuler, CEO des Liechtensteiner Dentalspezialisten Ivoclar Vivadent, in der Mitteilung.

Die Rückkehr zum kompletten Normalbetrieb wird voraussichtlich nur langsam erfolgen. 2021 – so die Einschätzung der Schaaner Dentalspezialisten – wird das weltweite Marktvolumen im Dentalbereich immer noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau liegen.

Kosten und Prozesse überprüfen

Diese Prognose habe laut der Mitteilung Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen: Die Strategie ist solide und wird unverändert weiterverfolgt – die Prozesse und die Organisationsstruktur sowie die damit verbundenen Kosten müssen jedoch auf den Prüfstand gestellt werden.

«Eine Anpassung an die neue Situation ist unumgänglich», sagt Diego Gabathuler. Bestimmte Kostensparprogramme und Restrukturierungen seien bereits angelaufen, auch eine Anpassung der globalen Mitarbeiteranzahl werde laut dem Unternehmen in Betracht gezogen. Allfällige Personalmassnahmen werden weitestgehend unter Nutzung der natürlichen Fluktuation und so sozialverträglich wie möglich erfolgen. «Ivoclar Vivadent ist ein sehr gesundes Unternehmen. Umsatzrückgänge in der genannten Grössenordnung sind aber auch für uns schwierig und nicht ohne entsprechende Massnahmen zu kompensieren», so der CEO. (pd/dal)

29. Jun 2020 / 18:35
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