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Union Bank: Alle Mitarbeiter verlieren ihren Job

Weil die Finanzmarktaufsicht einen potenziellen Käufer ablehnte, gibt die Union Bank auf. Erste Mitarbeiter wurden bereits entlassen.
Union Bank in Vaduz
Die Eigentümer der Union Bank haben sich entschlossen, die Bank zu liquidieren.

Für die Union Bank und ihre Mitarbeiter gibt es kein Happy End. Die Aktionäre haben die freiwillige Liquidation der Bank beschlossen, wie das Institut gestern auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Union Bank hatte monatelang  fieberhaft nach einem Käufer und neuem Hauptaktionär gesucht, der die Zukunft des Unternehmens hätte sichern  sollen. Weil die Finanzmarktaufsicht (FMA) ein Bewilligungsentzugsverfahren gegen die Bank führte, war es ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Verfahren wurde eingeleitet, weil Union die Eigenmittelvorgaben nicht erfüllen konnte.  

Potenzieller Käufer war der FMA «nicht genehm»
Das Geldhaus hätte dringend frisches Geld gebraucht. Ein potenzieller Käufer wurde zwar gefunden, doch es kam zu Problemen. «Der Grund für die Nichterreichung der Eigenmittelvorgaben war, dass sich kein der FMA genehmer Aktionär gefunden hat, der die not-
wendigen Mittel eingebracht hätte», schreibt die Bank in der Mitteilung auf ihrer Webseite weiter. Der Verwaltungsrat bedauere diese Entwicklung, «zumal er sich bis zum Schluss für den Fortbestand eingesetzt hat». Medienberichten zufolge soll es sich bei dem interessierten Käufer um ein Blockchain-Unternehmen aus China gehandelt haben. «Natürlich geht es nicht darum, ob ein Aktionär der FMA genehm ist oder nicht, sondern ob er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt», stellt die Aufsicht auf Anfrage klar. Die FMA erhebe Einspruch, wenn die gesetzlichen Kriterien in einem oder mehreren Punkten nicht erfüllt seien.

Alle Mitarbeiter verlieren ihren Job
Der Union Bank bleibt kaum eine Wahl. Sie wird ihre Banklizenz in den kommenden Tagen aufgeben. Die Mitarbeiter wurden über die Entscheidung bereits vergangene Woche informiert. Den Frontmitarbeitern wurde bereits mehrheitlich gekündigt und die verbleibenden 15 bis 20 Angestellten werden ebenfalls bald entlassen.  Diese Massnahme erfolgt laut Mediensprecher allerdings in Etappen, da die Bank in den kommenden Monaten noch abgewickelt werden muss und hierfür eine reduzierte Belegschaft notwendig ist. Für die Kunden besteht hingegen keine Gefahr: «Die Kundeneinlagen sind gesichert», teilte das Institut ebenfalls gestern mit. Die Liquiditätsdeckungsquote liege bei über 2000 Prozent. Für die Abwicklung, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen dürfte, wird ein Liquidator eingesetzt. 

Während dieses Kapitel der Union Bank damit fast beendet ist, geht ein anderes weiter. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage gestern bestätigte, ist die Untersuchung gegen die Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Geldern aus Venezuela noch nicht abgeschlossen. «Es sind insbesondere noch nicht alle an ausländische Behörden gerichtete Rechtshilfeersuchen erledigt. Auch die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel ist noch nicht abgeschlossen», wie Staatsanwalt Frank Haun sagt. Die Hintergründe lesen sich dabei wie ein Krimi. Das machthabende Regime von Venezuela hat Hunderte Millionen US-Dollar via Banken und Scheinfirmen in die eigene Tasche gesteckt. Korrupte Funktionäre und Günstlinge sowie die Stiefsöhne des umstrittenen Machthabers Nicolás Maduro sollen sich auf diese Weise an den staatlich subventionierten Lebensmittelpaketen, am sogenannten «CLAP-Programm», bereichert haben. Dem Programm wurden 300 Millionen US-Dollar abgezwackt, die eigentlich der hungernden Bevölkerung hätten zugutekommen sollen. Die Aktionäre der Union Bank sollen darin verwickelt sein. Die liechtensteinischen Strafverfolgungsbehörden hatten Beweismittel gesichert und Vermögenswerte gesperrt, wie Staatsanwalt Robert Wallner  vor Monaten bestätigte.

Aktionäre gerieten in die Schlagzeilen
Die Strafuntersuchung hatte Konsequenzen. Eine Auflage der FMA zwang das Finanzinstitut dazu, sich von zwei Aktionären zu trennen. Dabei geht es um den Haupteigentümer Mohammad Dastmalchi und um eine türkische Firma namens Mulberry, die sich an der Union beteiligt hatte. Diese Briefkastenfirma war Teil des Geldwäschenetzwerkes, mit dem Geld aus Venezuela gewaschen wurde. Hinzu kam ein Minderheitsaktionär, den die ukrainischen Behörden seit Dezember 2019 via Haftbefehl suchen und auf eine internationale Fahndungsliste setzen liessen. (dal)

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