• Aufbauarbeiten Casino Admiral, Ruggell
    Ein Roulette-Tisch i Casino Admiral in Ruggell.  (Tatjana Schnalzger)

Casinos als steuerlicher Jackpot

Die Casinos in Liechtenstein werden rege besucht. Das widerspiegelt sich in den Steuereinnahmen.

Dank dem Casino-Boom klingen nicht nur die Kassen bei den Spielbanken selbst, sondern auch bei Staat und Gemeinden, sagen die Betreiber: «Wohl kaum eine andere Branche in Liechtenstein ist so erfolgreich gestartet. Entgegen den meisten Prognosen hat die Casinobranche so für das Fürstentum bereits nach zwei Jahren eine relevante volkswirtschaftliche Bedeutung erlangt», so Martin Frommelt, Mediensprecher des Casinos Austria.

Er verweist in dieser Hinsicht auf eine dreifache Besteuerung, welche die Casinos entrichten müssen: Geldspielabgaben, Unternehmenssteuern und Aufsichtsabgaben. Laut dem «Geldspielbericht» belaufen sich die Steuereinnahmen, basierend auf Geldspielabgabe und Aufsichtsangabe, auf 20 Millionen Franken. Mit der Unternehmersteuer erhalten Land und Gemeinden 23 Millionen Franken.

Die Casinobranche im Vergleich 
In Relation zu weiteren Branchen kann sich der Betrag von 23 Millionen Franken sehen lassen: In der aktuellsten Steuerstatistik aus dem Jahr 2018 heisst es, dass rund 70 Millionen Franken von der Industrie in die Staatskassen flossen. Die Finanzbranche leistet mit rund 102 Millionen Franken die höchste Steuerabgabe.

Nach rund zweieinhalb Jahren beträgt die Abgabe der Casinobranche ungefähr ein Fünftel der Steuereinnahmen des Finanzplatzes Liechtenstein. Der Zweig der Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung zahlt etwa den selben kumulierten Betrag an Steuern wie die Casinos, ist naturgemäss jedoch auch vom Finanzplatz abhängig. Der Handel liegt mit rund 10 Millionen Franken etwa bei der Hälfte. 

Am 9. August 2017 eröffnete das erste Casino Liechtensteins seit 1945 in Ruggell. Das Casino Admiral errichtete seinen Standort in Schaanwald im selben Jahr. Es folgte ein zweiter Standort des Casinos Admiral in Triesen und im vergangenen Dezember das vierte Casino Liechtensteins in Bendern. 

Hohe Staatseinnahmen
«Beide Spielbanken konnten ihren Bruttospielertrag im Berichtsjahr deutlich auf insgesamt 53 Millionen Franken steigern», heisst es im aktuellen Tätigkeitsbericht der Geldspielaufsicht, welche sich noch auf die Casinos in Schaanwald und Ruggell bezieht. Der geringe Unterschied zwischen Umsatz und Steuereinnahmen im Vergleich zu anderen Liechtensteiner Unternehmen und Branchen wurzelt im Steuersatz der Geldspieleinnahmen.

Im Vergleich zu den Anrainerländern und im deutschen Lindau liegen die erhobenen Steuern leicht über dem Durchschnitt von 33,2 Prozent. Das Casino in Schaanwald spülte 35,5 Prozent seines Umsatzes in die Staatskassen, während es bei Ruggell 37 Prozent waren. Die beiden Casinos in Graubünden liegen mit jeweils 26,76 Prozent tiefer unter dem Durchschnitt. Die beiden Casinos in Vorarlberg und jenes in Lindau erbringen eine Geldspielabgabe von 30 Prozent. Die einzigen Casinos, die ihre Abgaben über den Liechtensteiner Wert errichten, sind in Bad Ragaz und der Stadt St. Gallen.

Arbeiter und Unternehmen profitieren
Doch auch in anderen Bereichen sehen sich die Casinos als ökonomische Nutzbringer für Land und Leute. Es geht unter anderem um die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Anheuerung von einheimischen Unternehmen, welche als Lieferanten und Dienstleister beauftragt sind.

Der aktuelle Personalbestand im Casino Schaanwald beträgt insgesamt 75 Vollzeitstellen. Bei den Standorten in Ruggell und Triesen wurden laut dem Casino Admiral gesamt 172 Stellen geschaffen. Jedoch sind die meisten Stellen grösstenteils durch Pendler besetzt. Dies liegt laut Mediensprecher Frommelt an zwei Gründen: «Zum einen schreibt die Aufsicht im Management- und Spielbereich erfahrenes Fachpersonal vor, das aufgrund immer noch fehlender entsprechender Ressourcen in Liechtenstein und der Region aus dem weiteren europäischen Ausland rekrutiert werden muss. Der zweite Grund liegt in der bekanntermassen sehr restriktiven Zuwanderungspolitik des Landes.»

Frommelt verweist in Hinsicht des volkswirtschaftlichen Nutzens auch auf die Renovation in Schaanwald, die zu 70 Prozent von Liechtensteiner Unternehmen ausgeführt wurde und 10 Millionen Franken betragen hat. Vonseiten des Casinos Admiral heisst es: «Im Casino Admiral Ruggell, welches wir vor zwei Jahren als erstes Casino Liechtensteins eröffnen durften, wurden total 13 Millionen Franken investiert. Dies beinhaltet die erste Location im Kokon 1 und den im letzten Jahr bezogenen Neubau im Kokon 2.» Wie beim Umbau beim Standort in Triesen seien hauptsächlich einheimische Bauunternehmung beauftragt worden.

Frommelt betont, dass beim Casino in Schaanwald weitere einheimische Unternehmen profitieren würden. Der Mediensprecher zählt dabei Getränke Meier, Ospelt Catering, Ritter Weine, Sele Automatenverpflegung, Sauter Sicherheitsdienst und den Argus Sicherheitsdienst auf. «Ausserdem arbeiten wir natürlich auch mit den einheimischen Medien zusammen, wo wir mit unserem Werbevolumen teils zu den ‹Key-Kunden› zählen.» (dab)

14. Feb 2020 / 14:04
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