• Jürgen Brücker
    Jürgen Brücker  (Tatjana Schnalzger)

«Zutiefst erschüttert über Art und Weise»

Am Freitagabend kam überraschend die Mitteilung, dass sich die Universität per sofort von ihrem Rektor Jürgen Brücker trennt. Dieser ist irritiert.

Die Medienmitteilung las sich, als handle es sich um eine gemeinsame Entscheidung. Doch es ist offenbar die Universität, die ihren Rektor entlassen will. «Eine Kündigung erhielt ich bislang nicht», sagt Jürgen Brücker auf Anfrage. «Ich habe die Entwicklungen beziehungsweise Medienmitteilungen in den lokalen Zeitungen am Freitagabend entdeckt und seit Freitag keinen Zugang zu meinem E-Mail-Account.» Entsprechend sieht er sich weiterhin als Rektor verantwortlich für die Universität Liechtenstein.

Reputationsschaden befürchtet
«Ich bin zutiefst erschüttert über die Entwicklungen und die Art und Weise, wie mit der Universität und ihrem Rektor umgegangen wird. Das schadet der Reputation», sagt Brücker weiter. Tatsächlich ist die sofortige Entlassung eines Rektors in Universitätskreisen unüblich. Hat sich Brücker etwas vorzuwerfen? «Jeder weiss, dass mir die Mitarbeitenden, Studierenden sowie die Entwicklung der Universität sehr am Herzen liegen und damit auch das Wohl und die Zukunft des Landes.» Brücker beschreibt seinen Auftrag so: «Mein Anliegen ist, aus der Universität eine Institution zu machen, die Liechtenstein, dessen Ruf und Bevölkerung dient. Eine Landesuniversität, die über die Grenzen nach Österreich, Süddeutschland sowie in die Schweiz ausstrahlen soll.» 

Konkrete Ursachen noch unklar

Wie es aussieht, wird Brücker seine Ideen nicht mehr verwirklichen können.  Über die konkreten Ursachen der Trennung möchte Volker Rheinberger, Präsident des Universitätsrates, nicht sprechen. Was die Kommunikation betreffe, gebe es eine strikte Vereinbarung, an die er sich halten wolle. Mit der Medienmitteilung vom vergangenen Freitag sei vorerst alles gesagt. Zudem würden die Mitarbeiter der Universität erst im Laufe dieser Woche über das weitere Vorgehen informiert. «Es ist wohl klar, dass diese Vorrang vor der Öffentlichkeit haben», so Rheinberger auf Anfrage. Er gebe zu: «Die Begründung, dass unterschiedliche Auffassungen über die Führung und strategische Entwicklung der Universität für die Trennung ausschlaggebend war, ist banal.»

Aber: «Sie ist Fakt und entspricht somit komplett der Wahrheit.» Einen konkreten Anlass habe es für diesen Entscheid nicht gegeben, auch habe die Mitteilung nicht überrascht. «Es hat sich schon seit Längerem abgezeichnet, dass sich die Uni von Jürgen Brücker trennen muss –  im Sinne der Universität.» Entsprechend stehe er nach wie vor hinter seiner Vorgehensweise, so Rheinberger. Und: «Die Universität steht dadurch keineswegs auf wackeligen Beinen. Wir sind sehr gut aufgestellt.» 
Das Köpferollen an der Spitze staatlich getragener Organisationen geht damit weiter: Im Dezember 2017 musste Telecom-Verwaltungsratspräsident Markus Willi gehen, im September wurde Radio-L-Intendant Martin Matter fristlos entlassen, nun erwischte es den Rektor der Universität Liechtenstein. (db/bfs)

29. Okt 2018 / 22:57
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5 KOMMENTARE
Na super
Tja, so ist das mit dem Fortschritt. Jeder will ihn habe, aber wehe es ändert sich etwas...
Und wir Studenten dürfen uns jetzt fragen, ob wir in der Uni oder doch im Kindergarten sind.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 01.11.2018 Antworten Melden
Grössenwahn und Selbstüberschätzung - der Rektor als Sonnenkönig
Als "Aufräumer" geholt, als "Aufschneider" herausgestellt.

Wesentliche Leistung: gut 10 hochrangige Positionen (u.a. mehrere Professuren) mit seinen Freunderln v.d. HSG zu besetzen (mittels bis hin zu an Betrug grenzender Manipulation und Unter-Druck-Setzen der Kollegenschaft). Diese "B-Ware" von der anderen Rheinseite bleibt dem Steuerzahler jetzt auf Jahrzehnte hin erhalten.

Inzwischen ach so feinfühlig und "zutiefst erschüttert" über seine eigene Kündigung - 2 Jahre zuvor als eine der ersten Amtshandlungen selbst 2 Professoren (ebenfalls unüblich) gekündigt, und zahlreiche langjährige verdiente Mitarbeiter (u.a. den Finanzchef, die Alumni-Leiterin) mit seinem sonnenkönigartigen "Führungs-"Stil in die Kündigung getrieben. Die beiden Prorektoren abgesetzt. Die gesamte Mitarbeiterschaft (inkl. Studenten) in einer öffentlichen Versammlung für die anhaltende Erfolglosigkeit verantwortlich gemacht.

Hut ab vor diesem mutigen wie auch notwendig gewordenen Schritt des Universitätsrats.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 31.10.2018 Antworten Melden
Finanzdikatatur 2.0
...noch Fragen?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 30.10.2018 Antworten Melden

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