• Silberne Bischofsweihe in Vaduz
    Erzbischof Wolfgang Haas wird heute 70 Jahre alt.  (Daniel Schwendener)

Wie ein Geburtstag die Politik beeinflusst

Erzbischof Wolfgang Haas feiert heute seinen 70. Geburtstag. Sein Alter beeinflusst die Trennung von Kirche und Staat.

Die Politik ist sich einig, dass das Verhältnis von Staat und Kirche auf Landes- und Gemeindeebene in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäss ist. Insbesondere in den Gemeinden kommt es deshalb auch immer wieder zu Konflikten zwischen der Kirche und Gemeinderäten. Auch Fürst Hans-Adam II. plädiert schon seit Jahren, dass das Verhältnis analog den USA oder allenfalls Italien entflechtet wird. 2012 verabschiedete der Landtag ein neues Religionsgemeinschaftengesetz und änderte die Verfassung ab. Doch eine Trennung von Kirche und Staat konnte immer noch nicht realisiert werden. Der Stillstand ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die vermögensrechtlichen Verhandlungen in Balzers und Gamprin-Bendern gescheiter sind. Dazu kommt, dass das Erzbistum Vaduz an einer Trennung oder Entflechtung nicht sonderlich interessiert ist.

Der nächste Stolperstein: Der neue Lehrplan

Mittlerweile hat sich in der Politik eine gewisse Resignation breitgemacht. Regierungsschef Adrian Hasler erklärte am 6. Juni 2018 auf eine Kleine Anfrage der VU-Abgeordneten Violanda Lanter-Koller, «dass aus Sicht der Regierung derzeit keine Dringlichkeit für eine Neuregelung ausgemacht werden kann.» Dies obwohl der nächste Stolperstein im Verhältnis zwischen Staat und Kirche bereits ansteht. Es geht um die künftige Ausgestaltung des konfessionellen Religionsunterrichts an den Schulen, wie Regierungschef Hasler im Landtag ausführte. Mit dem neuen Lehrplan 21 sollen die inhaltlichen Vorgaben vom Staat kommen und die Lektionen offenbar reduziert werden. Es scheint, dass Regierungschef Hasler bei diesem absehbaren Konflikt auf eine Übergangslösung abzielt.

Abwarten bis ein neuer Bischof kommt

Die Regierung hat sich in der Frage um das Verhältnis zwischen Staat und Kirche auf Abwarten und Tee trinken eingestellt. Dies mit Blick auf das Alter von Erzbischof Wolfgang Haas. Heute feiert Haas seinen 70. Geburtstag. Er erfreute sich als Bischof – weder in Chur noch in Vaduz – unter weltoffenen Katholiken nie einer besonderen Beliebtheit. Dem Kirchenrecht folgend wird Erzbischof Wolfgang Haas dem Papst in fünf Jahren den Rücktritt anbieten. Das wäre dann an seinem Wiegenfest im Jahre 2023. Ganz offensichtlich hofft die Politik, dass es dann zu einem personellen Wechsel kommt und mit einem neuen Hirten und einer neuen administrativen Leitung des Erzbistums die Trennung von Kirche und Staat einfacher vollzogen werden kann. (sap)

07. Aug 2018 / 10:52
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