• 20200326 Julia
     (Nils Vollmar)

Homeoffice-Blog: Welcher Tag ist heute?

Die Mitarbeitenden des Vaduzer Medienhauses arbeiten derzeit im Homeoffice. Wie es ihnen dabei geht und mit welchen Stolpersteinen sie zu kämpfen haben, erzählt jeder Redaktor in einer Kolumne.

Heute berichtet Redaktorin Julia Kaufmann:

«Ähnlich wie in den Ferien habe ich das Zeitgefühl verloren. Welcher Tag heute ist, keine Ahnung. Ob Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Freitag spielt aber sowieso keine Rolle. Termine gibt es kaum und die Aufgaben und Themen, welche ich tagtäglich in Angriff nehme, interessiert das auch herzlich wenig. Und doch ist die Zeit im Homeoffice mit keinem meiner bisherigen Urlaube zu vergleichen. Nein, das liegt nicht nur daran, dass ich tatsächlich auch arbeite. Viel eher ist es die Tatsache, von morgens bis abends die gleichen vier Wände zu sehen, die den Unterschied macht. In den Ferien ist Action angesagt. Jeden Tag wird neues Terrain entdeckt. Hier im Homeoffice sind es höchstens neue Erkenntnisse, die ich dazugewonnen habe. 

Beispielsweise war ich vor der Zeit im heimischen Büro kein Verfechter von Trainerhosen. Ich habe sie nie getragen  – ausser beim Sport versteht sich. Doch nun habe ich den Tragekomfort dieses Polyester-Baumwoll-Gemischs zu schätzen gelernt. Auch wenn es heisst, man solle gerade beim Home­office der gewohnten Routine nachgehen und sich so kleiden, als würde man zur Arbeit gehen, möchte ich die Trainerhose nicht mehr missen. Und was sollte daran falsch sein? Sie tut weder meiner Motivation noch meiner Fähigkeit zu Schreiben einen Abbruch. 

Wenn ich weiter über die Vor- und Nachteile von Homeoffice nachdenke, finde ich widererwartend einen weiteren positiven Aspekt: Am Morgen 15 Minuten länger schlafen und sich im fein warmen Bett noch einmal mit dem beruhigenden Gedanken im Hinterkopf umdrehen, in weniger als zwei Minuten sowieso den heimischen Arbeitsplatz erreicht zu haben. Richtig gut! Dafür fällt es mir um einiges schwerer, die Zeit im Auge zu behalten, wenn ich alleine am Schreibtisch sitze. Die bewussten Pausen fallen oft kürzer beziehungsweise ganz aus. Dass ich zu Mittagessen sollte, daran erinnert mich nur mein laut grummelnder Magen. Aber es braucht wohl noch ein, zwei Tage, bis ich mich reorganisiert und die neugeschaffene Routine verinnerlicht habe. Ich möchte mich übrigens nicht über das Homeoffice beklagen. Es ist eine sinnvolle Massnahme, hinter der ich zu 100 Prozent stehen kann. Viel schlimmer wäre auf Dauer das «Home» ohne «Office», denn dann würde selbst bei mir irgendwann Langeweile aufkommen – und ich wage von mir zu behaupten, mich gut alleine beschäftigen zu können. Doch auch die Katzen hätten wohl nach einiger Zeit keine Lust mehr, dem Spielzeugfisch hinterherzurennen, den ich den lieben langen Tag durch die Wohnung werfen könnte.

Aber zurück zu den Vorteilen: Ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal so sehr auf unsere täglichen Redaktionssitzungen freuen werde. Es ist schön, die vertrauten Gesichter der Kolleginnen und Kollegen zu sehen – auch wenn es nur über den Bildschirm ist. Das bringt die Normalität ein Stück weit zurück. In diesem Sinne habe ich als weitere Erkenntnis festgestellt, dass es gut ist, Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und dadurch so manches zu schätzen gelernt, dem ich vorher gar keine Beachtung geschenkt habe oder mich eher darüber genervt habe. Wie man so schön sagt, sind es die kleinen Dinge, die nun entzücken. 

Und dennoch. Wäge ich die Vor- und Nachteile ab, werden es immer die Nachteile sein, welche die Nase vorne haben. Aber das ist okay so. Schliesslich ist das Homeoffice kein Dauerzustand.»

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26. Mär 2020 / 22:15
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