• Gerät Happy or Not in Schaan
    FL1-Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger bezeichnet das Geschehene als «grosser Rückschlag für die Arbeit der Telekom».  (Daniel Schwendener)

Und wieder war die Software schuld

Die Telecom Liechtenstein nahm gestern Stellung zu den jüngsten Vorfällen. Schuld war zum wiederholten Male die Software. Aus Fehlern will FL1 nun lernen.

Lange konnte von der Telecom Liechtenstein niemand genau sagen, was die Ursache für die Netzpanne am Sonntag und am Montag vor zwei Wochen war. Gestern nahm der Telecomanbieter  in einer Medienmitteilung Stellung  und erklärte – zumindest vage – was das Problem war. Fest steht: Als das Netz aus fiel, waren Techniker an der Netzerneuerung zu Gange.

Das Netzerneuerungsprogramm, welches von der Telecom Liechtenstein im Herbst 2016 lanciert wurde, beinhaltet die parallele Errichtung eines komplett neuen Netzes. Die Inbetriebnahme des Netzes Mitte 2018 sei ein entscheidender Schritt zur Erhöhung der Robustheit und der Stabilität der Netzinfrastruktur. «Bis zu der kurz bevorstehenden Netzumstellung führt die Telecom regelmässig Massnahmen zur Leistungssteigerung und Qualitätsverbesserung des bestehenden, und mittlerweile an seine Grenzen gestossene Netzes durch», heisst es in der Mitteilung. Dies erfordere den Austausch von Hardware und Softwareupdates in der bestehenden Netzinfrastruktur. Ein solcher Hardware-Austausch sei auch in der Nacht vom Samstag, 24. März, und in den Morgenstunden des Sonntags geschehen: Netzwerkomponenten zur Kapazitätserhöhung seien ins System eingepflegt worden. «Zur Sicherung eines unterbruchsfreien Dienstes wurde planmässig der gesamte Telefonie- und Datenverkehr auf eine alternative Netzstrecke umgeleitet», schreibt FL1 in der Mitteilung. Kritikern, die ein redundantes Netz forderten, wird damit der Wind aus den Segeln genommen  – zumindest teilweise. «Beim Abschluss der Arbeiten kam es zu einer Fehlfunktion in der Redundanzschaltung des Netzes, was zum Totalausfall führte», erklärt Mediensprecher Matthias Bieber. 

Die Analysen würden darauf hindeuten, dass ein bestehender, und bis dahin unentdeckter Fehler in der Software, die eigentlich die Umschaltung auf alternative Netzstrecken regeln sollte, den Ausfall verursachte. «Bei der Umleitung auf eine alternative Netzstrecke handelte sich um eine Massnahme, die bereits mehrfach an anderen Punkten des Netzes identisch und ohne Probleme umgesetzt wurde.» Die sieben anderen Netzstörungen, die in den letzten zwei Jahren vorkamen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Wieso die Umleitung auf alternative Netzstrecken auch bei den übrigen Vorfällen nicht funktionierte, bleibt bislang offen. Fest steht nur, dass Software-Probleme  sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Vorfällen ziehen: Mehrfach machten Updates dem Netz zu schaffen, ein anderes Mal war es ein «Zugriffsfehler im Netzwerkrouting» und wiederum ein ander Mal ein Leerschlag zu viel, der das Netz zum Kollabieren brachte.

Die jüngsten Vorfälle seien «ein grosser Rückschlag»
Dass es trotz der «akribischen Vorbereitung und vorschriftsgemässen Durchführung der Modernisierungsarbeiten» dennoch zum jüngsten Vorfall kommen konnte, bedauere die Telecom Liechtenstein. Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger bezeichnet das Geschehene gar als «einen grossen Rückschlag für die Arbeit der Telecom». Der Vorfall treffe FL1 in einer Phase, in der sie sich als «leistungsfähiger Partner» positioniere. «Die Vorfälle bestätigen jedoch gleichzeitig die dringende Notwendigkeit der Gesamterneuerung des Netzwerkes», so Wirnsperger. Jener Teil des Netzes, der als Ursache der jüngsten Ausfälle vermutet wird, habe auch schon vorher Probleme verursacht und werde mit dem neuen Netz komplett abgelöst. 

Offenbar will man bei der Telecom aus den vergangenen Fehlern lernen: «Die Erkenntnisse aus den jüngsten Ausfällen werden in die Architektur des neuen Netzes einfliessen.» Inwiefern das geschehen soll, konnte Mediensprecher Mathias Bieber nicht sagen. Zusätzlich sollen unabhängige internationale Experten nochmals ein Audit vom System durchführen. Die Telecom Liechtenstein werde alles daran setzen, um die Stabilität und Zukunftsfähigkeit der elementaren Infrastruktur sicherzustellen.

Die Zukunftsfähigkeit liess sich die Telecom Liechtenstein in den vergangenen Jahren einiges kosten: Vier Millionen Franken wurden bereits ins Netzmodernisierungsprogramm investiert. Dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Telecomanbieter dennoch zunehmend erschüttert ist, ist dem Verwaltungsratspräsident wohl bewusst: «Maximale Transparenz soll nun zur Vertrauensbildung beitragen», so Wirnsperger. FL1 werde  an einer Medienkonferenz am kommenden Freitag weiter informieren. (rar)

07. Apr 2018 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
19. Dezember 2018 / 09:27
18. Dezember 2018 / 13:57
Meistkommentiert
30. November 2018 / 06:00
30. November 2018 / 23:55
04. Dezember 2018 / 11:03
Aktuell
19. Dezember 2018 / 11:07
19. Dezember 2018 / 10:57
19. Dezember 2018 / 10:53
19. Dezember 2018 / 10:47
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Weihnachts CD
3 x 1 Liechtensteiner Weihnachts-Cd zu gewinnen
18.12.2018
Facebook
Top