• Staatsfeiertag
    Die Aufnahme Mariens in den Himmel, dargestellt in einem Deckengemälde der Basilika Weingarten.

Staatsfeiertag am Marienfest kein Zufall

Als der Staatsfeiertag auf den Geburtstag Fürst Franz Josefs II. (16. August) gelegt werden sollte, entschied dieser sich für den 15. August.

Das heutige Hochfest Mariä Himmelfahrt wird seit jeher auch in Liechtensteins Kirchen festlich begangen. Fürst Franz Josef II. als grosser Verehrer der Gottesmutter – er weihte ihr Land und Volk in gefahrvoller Zeit –, wollte den Staatsfeiertag nicht, wie auch in anderen Monarchien üblich, am Geburtstag des Staatsoberhauptes began-gen wissen, sondern verlegte ihn sozusagen um einen Tag vor, und zwar auf den Marienfesttag. Insofern sind kirchlicher und staatlicher Feiertag historisch untrennbar miteinander verbunden. Am 5. August 1940 wurde der 15. August von der Regierung erstmals zum Staatsfeiertag erklärt. In der Kathe­drale Vaduz wird der Landesbischof, Erzbischof Wolfgang, um 9 Uhr ein Pontifikalamt feiern.

Christi Himmelfahrt und die Himmelfahrt Mariens
Die Aufnahme der Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel als Glaubensdogma ist ein so viel wie unverzichtbarer Bestandteil der katholischen Glaubenslehre. Der Begriff «Himmelfahrt» ist allerdings rein volkstümlich, theologisch handelt es sich um das «Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel». Denn im Gegensatz zu Jesus, dessen Auffahrt in den Himmel an Christi Himmelfahrt gefeiert wird, ist Maria nicht in den Himmel aufgefahren, sondern wurde aufgenommen. Dieser Unterschied wird in anderen Sprachen durch verschiedene Begriffe für die Feiertage verdeutlicht (z. B. Ascensio Christi bzw. Assumptio Mariae im Lateinischen). So soll der Erlöser von der Erlösten deutlich unterschieden werden.

Tradition geht bis in das sechste Jahrhundert zurück
Über die Himmelfahrt Mariens wird zwar nicht direkt in der Bibel berichtet, jedoch werden einige Schriftstellen als Hinweise darauf gedeutet. Die Christenheit hat daher seit den ersten Jahrhunderten ihrer Geschichte an die Himmelfahrt der Heiligen Jungfrau Maria geglaubt. Die Tradition des offiziellen Festes geht wahrscheinlich bereits auf das sechste Jahrhundert zurück. Das Fest wurde durch Kaiser Mauritius (582 bis 602), unter dem Titel «Entschlafung der Heiligen Jungfrau Maria», im ganzen Kaiserreich verbreitet. Es wurde immer am 15. August gefeiert. Da das Liturgische Jahr des Ostens am 1. September beginnt, wird es in Wahrheit durch das Fest Mariä Geburt eröffnet und durch Mariens Eintritt in die himmlische Glorie am 15. August beendet. Aber erst 1950 wurde die Himmelfahrt Mariens durch Papst Pius XII. als Kirchendogma ­verkündet. Gesehen wird dies so: «Die Himmelfahrt Mariens ist eine einzigartige Teilnahme an der Auferstehung ihres Sohnes und eine Vorwegnahme der Auferstehung der anderen Christen […]».
Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt in Verbindung mit dem Brauchtum wie z. B. vor allem noch in ländlichen Gegenden die Kräuterweihe als Hinweis auf die Verbindung zwischen Heil und Heilen. Wie in Liechtenstein ist Mariä Himmelfahrt in Österreich lan­desweit gesetzlicher Feiertag, ebenso in acht Kantonen der Schweiz. In weiteren sieben Kantonen der Schweiz ist Mariä Himmelfahrt in einigen ­Gemeinden arbeitsfrei. In Deutschland ist der 15. August nur im Saarland und in den meisten Gemeinden Bayerns ein gesetzlicher Feiertag. Ausserdem wird Mariä Himmelfahrt europaweit in einigen als katholisch geprägt bezeichneten Staaten als Feiertag begangen, zum Beispiel in Belgien, Frankreich, Italien, Luxem-burg, Polen, Portugal und Spanien.

Starke Worte des Heiligen Vaters
Der Marienverehrer Papst Fran­ziskus bezeichnete Maria als Zeichen Gottes für die Menschen. Ihr starker Glaube sei Vorbild für die Christen. Trotz aller Übel und Ungerechtigkeit in der Welt habe die Mutter Jesu nie das Vertrauen verloren, dass Gott seine Kinder nicht im Stich lässt, sondern die Machtbesessenen und Stolzen vom Thron stürzt, so Franziskus vor meh­reren Tausend Menschen auf dem Petersplatz. Das sind gerade heute starke, deutliche und Mut machende Worte, bei denen sich jeder denken kann, auf wen diese negativen Attribute zutreffen.

Die Barmherzigkeit des Herrn gelte aber nicht nur Maria, betont Papst Franziskus, sondern sie sei der Motor unserer Geschichte. Denn die grossen Dinge, die Gott an Maria getan habe, berührten auch uns: «Sie sprechen uns auf unserer Reise durch das Leben an, sie erinnern uns an das Ziel, das uns erwartet: das Haus des Vaters. Unser Leben, im Lichte Mariens, die in den Himmel aufgenommen wurde, ist keine Wanderung ohne Richtung, sondern es ist eine Pilgerfahrt, die mit all ihren Unwägbarkeiten und Leiden ein sicheres ­Reiseziel hat: das Haus unseres Vaters, der voller Liebe wartet. Was für ein schöner Gedanke, dass uns Gott mit Liebe erwartet und dass auch unsere Mutter Maria dort ist und uns mit Liebe erwartet.» (vv)

15. Aug 2019 / 06:00
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