• Putzig sieht es aus, kann aber ganz schön gefährlich sein, wenn die Schwäne vom Werdenberger See über die Strasse spazieren.

Schwanenjagd am Werdenbergersee

In den nächsten Tagen wird Wildhüter Silvan Eugster sieben Jungschwäne aus dem Vorjahr einfangen und am Rhein aussetzen. Sie gefährden die Verkehrssicherheit.

Die Autos auf der St. Gallerstrasse entlang des Werdenbergersees fahren langsam. Sie sehen schon von Weitem das weisse Federkleid der sieben Schwäne, die sich direkt am Strassenrand auf dem schmalen Grasstreifen zwischen der Strassen und dem Werdenbergersee aufhalten. Zeitweise betreten sie sogar die Strasse, und der Verkehr kommt kurzfristig zum Stehen. In den rund neun Monaten seit ihrer Geburt im Frühling 2017 war der kleine See ihre Kinderstube. Doch seit einigen Tagen ist die Idylle vorbei. Der Schwanenvater lässt sie nicht mehr ins Wasser rein. Wenn sie sich diesem nähern, vertreibt er sie mit lautem Flügelschlag. Es setzt auch mal Schnabelhiebe ab, wenn sie nicht freiwillig das Weite suchen. In ihrer Not finden sie nun Zuflucht am Strassenrand. Es wirkt für Menschen wie eine Tragödie.

Die Vertreibungsaktion ist völlig natürlich
«Doch Schwäne sind Wildtiere und das Verhalten des Schwanenvaters ist absolut natürlich», sagt Wildhüter Silvan Eugster. Demnächst wird das Weibchen Eier legen für die Jungschwan-Generation 2018. Weil das Revier Werdenbergersee nur Raum für ein Schwanenpaar bietet, muss der Nachwuchs aus dem Vorjahr diesen Lebensraum verlassen. Das ist hier seit Jahren der Lauf der Dinge und geschieht in anderen Gewässern genau gleich. Es dauert jeweils geraume Zeit, bis alle Jungschwäne einsehen, dass sie sich nun definitiv einen neuen Lebensraum suchen müssen. Die Situation am Werdenbergersee ist allerdings speziell. Weil er direkt an der Staatsstrasse liegt, gefährden die vertriebenen Jungschwäne die Verkehrssicherheit. Deshalb muss hier der Wildhüter in die Natur eingreifen, indem er die Jungtiere mit Netzen einfängt und im Rhein aussetzt. Das wird in den nächsten Tagen geschehen, kündigt Silvan Eugster auf Anfrage der Tageszeitung «Werdenberger & Obertoggenburger (W&O) an. (ts)

22. Feb 2018 / 20:00
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