• Schutz vor Belästigung: Selbstbewusstes Auftreten
    «Frauen, die Selbstbewusstsein ausstrahlen, werden weniger belästigt als verschreckte Frauen, die unsicher nach Hause huschen», so Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St. Gallen.  (iStock)

Gams: 17-jährige hat auf Angriff gut reagiert

In Gams ist eine Jugendliche von einem noch unbekannten Täter sexuell angegangen worden. Die 17-Jährige hat sich mit Faustschlägen gewehrt. Eine gerechtfertigte Reaktion.

Am vergangenen Sonntagabend   ist eine 17-jährige Jugendliche an der Simmistrasse in Gams von einem noch unbekannten Mann in nötigender Art und Weise sexuell   angegangen worden. Die junge Frau setzte sich mit Faustschlägen zur Wehr, wobei der Mann von ihr abliess und flüchtete. Wie Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage sagt, konnte der Täter bisher nicht gefasst werden. Das Opfer habe gut reagiert, so Krüsi: «Die Situation liess es zu, dass sie sich mit Faustschlägen wehrte.» Der unbekannte Mann wird als Ausländertyp mit eher dunkler Hautfarbe, zwischen 170 und 180 cm gross, mit dunklen, mittellangen Haaren beschrieben. Er sprach gebrochenes Hochdeutsch. 

«Es ist immer noch ein Tabuthema»
Auch heute noch sei es für Frauen schwierig, über das Thema sexuelle Belästigung zu sprechen, erklärt Petra Eichele, Geschäftsführerin der Infra, der Anlaufstelle für Frauen in Liechtenstein. « Das Thema ist mit viel Scham und Schuld behaftet.» Im vergangenen Jahr habe die Infra mit einigen Fällen zu tun gehabt. «Wir beraten und begleiten die Frauen und leiten diese auch an geeignete Stellen weiter.» Sexuelle Belästigung oder Gewalt sei immer noch ein Tabuthema,« obwohl die ‹me Too›-Debatte doch einiges ausgelöst hat», so Eichele. Die Infra habe in der Vergangenheit auch schon Selbstverteidigungskurse angeboten. Es ging darum, zu lernen, wie körperliche Übergriffe erfolgreich abgewehrt werden können. Auch konnten die Frauen den Umgang mit realen Bedrohungs– und Stresssituationen trainieren. «Vor allem geht es auch darum, Sicherheit zu gewinnen und diese auszustrahlen. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein», so die Geschäftsführerin. 
Bei allen Formen der Gewalt drehe es sich um die Ausübung von Macht und Dominanz. «Das wahre Ausmass, ihre Ursachen und ihre Folgen für Frauen sind nicht wirklich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen», erläutert Eichele. Gewalt gegen Frauen scheine nach wie vor in vielen Bereichen so selbstverständlich und normal zu sein, dass selbst Frauen sie nicht als solche wahrnehmen. Mit Sensibilisierungskampagnen versucht die Infra, auf die Thematik aufmerksam zu machen. Und auch Frauen über ihre Rechte aufzuklären. «Wir versuchen, sie zu ermutigen, sich gegen Gewaltausübende zu wehren und sie darin zu stärken, ihre Rechte wahrzunehmen.» 
Aber ab wann ist die Rede von einer sexueller Belästigung? Es gäbe dafür eine einfache Regel, so Eichele: «Jedes Verhalten mit sexuellem Bezug, das von der betroffenen Person als unerwünscht empfunden wird, stellt eine sexuelle Belästigung dar.» Ausschlaggebend sei nicht die Absicht der handelnden Person, sondern wie ihr Verhalten bei der Betroffenen ankommt. «Fühlt sich die betroffene Person belästigt, stellt dies eine Belästigung dar.» 

Mehr Polizeipräsenz während der Fasnachtszeit 
Wie Sibylle Marxer, Mediensprecherin der Landespolizei, mitteilt, werde während dem Fasnachtswochenende die Patrouillentätigkeit der Landespolizei verstärkt, «dies aber nicht aufgrund eines bestimmten Schwerpunktes.» Weiters erklärt sie, dass es in den vergangenen Jahren in Liechtenstein während der Fasnachtszeit keine Meldungen der sexuellen Belästigung oder Nötigung gab. 
Auch die St. Galler Kantonspolizei wird in Bereitschaft stehen. «Wir werden mit sichtbarer und unsichtbare Präsenz die Fasnacht begleiten und hoffen auf ein friedliches und respektvolles Miteinander», so Krüsi. Wenn die Teilnehmenden zudem ihren Alkohol- und Drogenkonsum im Griff haben, sehe er keine Probleme. (nb)

 

Präventionstipps der Landespolizei 

- Machen Sie der belästigenden Person mündlich klar, dass Sie deren Verhalten nicht tolerieren.

- Wenn Sie angegriffen werden: Bitten Sie unbeteiligte Personen aktiv um Hilfe oder machen Sie sonst auf sich aufmerksam, zum Beispiel, indem Sie laut um Hilfe oder «Stopp» schreien. Gegenwehr ist der sicherste Weg zur erfolgreichen Abwehr sexueller Gewalt.

- Schweigen Sie nicht! Reden Sie mit einer Vertrauensperson, einer Beratungsstelle oder der Polizei.

22. Feb 2019 / 07:00
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